Winter ade!!! Den Frühling locken – mit kleinem Gewinnspiel

Seit mehr als 40 Jahren haben wir keinen so hartnäckigen, sonnenarmen Winter mehr gehabt. Mangelnder Sonnenschein schlägt ganz schön aufs Gemüt, kann zu Stimmungsschwankungen, Trägheit und auch Schlafstörungen führen. Doch Trübsal zu blasen und über den Zustand zu schimpfen macht doch eigentlich alles nur noch schlimmer. Was also tun?

Ich hatte vermutlich noch nie so viele Frühlingsblumen in meiner Wohnung und gestern habe ich meine hellgrüne Frühlingstischdecke aus der Versenkung herausgeholt. Außerdem stricke ich fleißig für Ostern: Ostereier, Hühnchen und zwischendrin mal einen Hasen. Auch meine Lieblingsfantasiereise an einen schönen Strand trete ich öfter mal an …

Und dann arbeite ich ja bei Junfermann – und wir haben den einen oder anderen Titel im Programm, der auch über eine trübe Winterstimmung hinweghelfen kann. Hier nur eine kleine Auswahl:

Achtsamkeitsübungen, von Michael Huppertz

Denk nicht an Orangen mit lila Punkten von Martin Shervington

Der innere Garten, von Michaela Huber

Die eigenen Kraftquellen entdecken, von Antje Abram

Energie auftanken, von Ingrid Holler

 

Und jetzt sind Sie am Zuge: Was tun Sie gegen den Winterfrust? Schreiben Sie es mir – und gewinnen Sie vielleicht ein Buch aus unserer aktuellen Produktion. In meinem Regal mit Belegexemplaren aus der Druckerei brauche ich etwas Platz – und deshalb verlose ich 5 Bücher. Wer mir also etwas zum Thema „Wie umgehen mit dem Winterfrust?“ schreibt, gewinnt mit etwas Glück eines davon.

Gut drauf mit NLP …

… lautet der Titel der neuen Ausgabe unserer Zeitschrift Kommunikation und Seminar. Wieder einmal zeigt sich, wie lebendig und vielfältig sich NLP seit seinen Anfängen in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt hat. Mag auch der Hype der 80er und 90er Jahre vorbei sein: NLP ist längst etabliert in Coaching und Therapie und fester Bestandteil im Repertoire vieler Trainer und Therapeuten.

Da jetzt die dritte Generation NLP-ler heranwächst, stellt sich die Frage, wie denn alles angefangen hat. Der Spirit der Hippie-Ära und das zunehmende Interesse an psychologischen Themen hat NLP hervorgebracht  – auf Grundlage der wissenschaftlich anerkannten Methoden der Gestalttherapie, Systemtherapie und Hypnotherapie. Als Väter des NLP gelten der Psychologe Richard Bandler und der Linguist John Grinder. Dass es aber mit Frank Pucelik noch einen dritten Mitbegründer gab, ist vielen nicht bekannt – oder diese Information tauchte höchstens mal als Gerücht am Rande auf. Wie Pucelik zum NLP kam und dass er tatsächlich an dessen Entwicklung maßgeblich beteiligt war, enthüllt Wolfgang Walker in seinem Artikel „Wie alles begann“.

Auch die deutschen „Urgesteine“ des NLP, Thies Stahl und Martina Schmidt-Tanger melden sich mit Grundsatzfragen und damit verbunden mit einer aktuellen Standortbestimmung des NLP zu Wort.

Gundl Kutschera erzählt über ihre Zeit im „Psycho-Mekka“ USA, wo sie in den 80er Jahren lebte und bei Virginia Satir lernte, wie Menschen von ihrem sozialen Umfeld beeinflusst werden – und wo sie auch John Grinder persönlich kennenlernen durfte.

Besonders witzig ist der Artikel von Horst Lempart. Haben Sie schon mal beim „Burger King“ eine dieser Pappkronen bekommen (sind eigentlich für Kinder)? Was wird wohl passieren, wenn ich diese Krone im Alltag trage?, fragte sich Horst Lempart und startete als „König Burger“ ein unterhaltsames und erhellendes Experiment auf einer langen Zugfahrt …

Es war an der Zeit, mal wieder ein richtig gehaltvolles NLP-Heft herauszubringen – besonderen Spaß machte die Arbeit am Cover, wo wir Menschen abgebildet haben, die erfolgreich NLP lehren, entwickeln und verbreiten. Viele von ihnen empfinden es als eine Ehre, mit ihrem Porträt auf unserem Heftcover vertreten zu sein. Dieses Feedback freut uns sehr!

Kommunikation & Seminar hat übrigens ebenfalls seine Wurzeln im NLP – vor 21  Jahren erschien die erste Ausgabe, noch sehr „handmade“ und als einfarbig gedruckter Infoletter unter dem Titel „MultiMind – NLP aktuell“… der eine oder andere Leser wird sich noch daran  erinnern und die treuesten Abonnenten haben diese Ausgabe sicher noch irgendwo im Regal 🙂

 

 

Ganz entspannt in den Frühling

Was die Außentemperaturen betrifft, hat uns der Winter noch fest im Griff. Aber die Sonne scheint– zumindest bei uns in Ostwestfalen – und erste Blüten kündigen den Frühling an. Und mit den ersten Sonnenstrahlen wächst auch die Lust, sich zu regen und wieder in Bewegung zu kommen.

Unser Verlagshase Carlos ist sehr rege und versäumt kaum eine Gelegenheit, seine langen Glieder zu recken und zu strecken. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass Carlos extrem beweglich ist und ihm diverse „Körperverknotungen“ nicht besonders schwer fallen. Denjenigen unter uns, die nicht ganz so geübt und (noch) nicht so gelenkig sind, empfehlen wir eine etwas sanftere Herangehensweise.

Dass man sich in jedem Lebensalter noch bewegen kann, zeigt Anne Lindenberg in ihrem Buch „Körperselbsterfahrung im Alter“. Allerdings ist es (nicht nur) in vorgerückten Jahren wichtig, ein Gespür für das zu entwickeln, was einem guttut und was nicht. Freude an der Bewegung. ohne Leistungsanspruch – so etwa könnte man die Botschaft dieses Buches zusammenfassen.

Schmerz scheint ein Feind der Bewegung zu sein. Wenn ohnehin alles wehtut, tagsüber und vor allem auch in der Nacht, scheint Bewegung das Letzte zu sein, an das man denken könnte. Und doch gibt es wirkungsvolle Möglichkeiten, chronische Schmerzen durch sanften Yoga zu bessern und zu lindern. Ausgerechnet Yoga soll hier helfen können? Ja, wenn man bereit ist, sein Yoga-Bild zu erweitern und unter Yoga nicht nur besonders akrobatisch wirkende Körperhaltungen zu verstehen.

Carlos geht beim Stichwort Yoga natürlich sofort in eine Brücke. Aber das müssen Sie keineswegs! Die amerikanische Yoga-Lehrerin Kelly McGonigal zeigt in ihrem Buch „Schmerzen lindern durch Yoga“ ganz einfache und sanfte Übungsreihen, die den Schmerz wirklich besänftigen. In Kombination mit einer bewussten Atmung lässt sich so mancher chronische Schmerz beruhigen; davon zeugen viele Fallbeispiele in Kelly McGonigals Buch.

Auch Carlos hat seine Extrem-Turnübungen erstmal sein lassen. Stattdessen genießt er jetzt den Frühling. Machen Sie es doch wie er – und wenn Sie den Drang nach körperlicher Betätigung verspüren, dann gehen Sie bitte ganz achtsam an die Sache heran.

Hochsensibilität: ein Interview mit Ulrike Hensel zu ihrem Buch „Mit viel Feingefühl“

Man nennt sie „empfindlich“, „dünnhäutig“ oder auch „Mimosen“ und sie sind beileibe keine verschwindend kleine Minderheit: Etwa 15 bis 20 Prozent aller Menschen sind hochsensibel. Ihr Nervensystem ist leichter irritierbar und sie reagieren empfindlicher auf Reize aus der Umwelt. In ihrem Buch „Mit viel Feingefühl“ beschreibt Ulrike Hensel das gar nicht so seltene Phänomen Hochsensibilität. Im folgenden Interview mit der Autorin geht es um Schwierigkeiten, aber auch um positive Aspekte des Hochsensibel-Seins.

 

Woran merkt man, dass man hochsensibel ist? Woran haben Sie es gemerkt?

Ulrike Hensel

Ulrike Hensel: Ein wesentlicher Hinweis ist, dass man alle Sinneseindrücke offenbar intensiver wahrnimmt als die meisten anderen Menschen. Zum Beispiel blenden einen Halogenlichter unangenehm, die andere dekorativ finden; oder es zieht einem vom offenen Fenster her, wenn die anderen sich noch pudelwohl fühlen; die Musik im Restaurant stört einen beim Gespräch, während sie anderen nicht einmal auffällt; der Wollpulli kratzt unerträglich, andere hingegen finden sogar einen Mohair-Schal kuschelig; der Krimi mit Gewaltszenen schlägt einem aufs Gemüt, andere haben einfach Spaß an der spannenden Handlung. Man merkt es auch daran, dass man sich vieles sehr zu Herzen nimmt. Die kleine Meinungsverschiedenheit mit einem Freund geht einem tagelang nach; die gedrückte Stimmung des Partners schwappt sogleich auf einen über; viele Leute kommen einem grob und rücksichtlos vor. Häufig fühlt man sich unverstanden und verkannt.

Woran ich es auch merkte: Man sagte mir so oft, ich sei „überempfindlich“. Von klein auf fühlte ich mich auf unerklärliche Weise anders, war in Gruppen Gleichaltriger irgendwie außenstehend. Immer schon war ich extrem geräuschempfindlich und leicht genervt von allerlei Dinge, die die Menschen hörbar tun. Mir fällt dabei im Moment als eines von unzähligen Beispielen das Kugelschreiberschnipsen ein, das mich bereits zu Schulzeiten enorm störte. Und: Mir war es schon immer leicht zu kalt, zu heiß, zu windig, zu stickig, zu hell, zu laut, zu hektisch, zu fordernd, zu strapaziös. Mein Wohlfühlbereich ist in vieler Hinsicht sehr klein, das fiel den Menschen in meiner Umgebung immer wieder auf.

 

Es scheint einen permanenten Zuwachs an Symptomen, Syndromen, Diagnosen zu geben. Für die einen erscheint es als kluger Schachzug der Pharmaindustrie; für Betroffene scheint es immer sehr erleichternd zu sein, wenn ihr Leiden einen Namen hat. Das beschreiben auch Sie in Ihrem Buch. Wie ist dieser Effekt zu erklären

Ulrike Hensel: In der Tat gibt es psychiatrische Diagnosen zuhauf und den Trend zur Pathologisierung von Zuständen und Erscheinungsbildern, die eigentlich völlig im Rahmen des „Normalen“ liegen. Daher bin ich auch bemüht, die Begriffe „Symptom“, „Diagnose“ und „Betroffene“ im Zusammenhang mit Hochsensibilität zu meiden, weil man diese Wörter üblicherweise mit Anomalien, Krankheiten und psychischen Störungen verbindet. Genau aus dieser Ecke möchte ich den anlagebedingten Wesenszug Hochsensibilität herausholen. Ich hoffe inständig, dass die Pharmaindustrie die Hochsensiblen nicht als Zielgruppe entdeckt und am Ende noch eine „Wunderpille“ gegen „Dünnhäutigkeit“ herausbringt. 15-20 Prozent der Menschen haben nun mal anlagebedingt ein leichter irritierbares Nervensystem. Das belegen auch entsprechende neurologische Studien. Aus dieser Konstitution des Nervensystems ergibt sich ihre feinfühlige Wahrnehmung, ihre höhere Empfindsamkeit und auch ihre erhöhte Reaktivität – eben ihre hohe Empfindlichkeit. Das lässt sich jedoch genauso wenig verändern wie zum Beispiel die Körpergröße.

Wenn das, was einem bei sich selbst absonderlich vorkommt und einen in Selbstzweifel gestürzt hat, auf einmal einen Namen und Anerkennung bekommt, ist das eine enorme Erleichterung. Das eigene Erleben kann ganz neu eingeordnet und besser angenommen werden, das Selbstwertgefühl kann gesunden.

 

Ist Hochsensibilität eher eine Last oder ein Geschenk? – Mir fällt auf, dass es zu den negativen Begleiterscheinungen einen halbe Seite in Ihrem Buch gibt, zu den positiven fast zwei Seiten …

Ulrike Hensel: Es ist ein klarer Fall von sowohl als auch. Ob man die Hochsensibilität mehr als Belastung oder mehr als Befähigung empfindet, hängt von der Einstellung des Einzelnen, von den persönlichen Lebensumständen und von der jeweiligen Situation ab. Bin ich auf einem Volksfest inmitten von Menschenmassen, umgeben von einer Mixtur aus Lichtreizen, Geräuschen und Gerüchen, dann wird die intensive Wahrnehmung schnell zur Last. Befinde ich mich auf einer frühsommerlichen Wiese, ist sie ein wunderbares Geschenk, weil ich mich an der vielfarbigen Blütenpracht, dem Duft der Blumen, dem Gezwitscher der Vögel, dem leichten Hauch des Windes auf der Haut zutiefst zu erfreuen vermag.

Einige Aspekte, wie die Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen, gehören meines Erachtens eindeutig in die Rubrik „Belastungen und Begrenzungen“. Viele Eigenschaften, die ich unter der Überschrift „Begabungen und Befähigungen“ aufführe, tragen die ganze Bandbreite von „positiv“ bis „negativ“ in sich. Nehmen wir als Beispiel den Blick fürs Detail und die Fähigkeit zu differenzieren. Das ist eine nützliche Gabe, die einen gründlich und sorgsam zu Werke gehen lässt. Sie kann allerdings auch hinderlich sein, sofern man sich unangemessen in Einzelheiten verliert und nicht zum Ende kommt. Vor lauter Streben nach Vollkommenheit rutscht man womöglich in den Perfektionismus.

 

Burnout ist in aller Munde und Hochsensible scheinen hier besonders gefährdet. Trifft das zu?

Ulrike Hensel: Ja, ich denke schon, insbesondere dann, wenn sie sich ihrer Wesensart und ihrer Belastungsgrenzen nicht bewusst sind. Ich möchte betonen: Hochsensible sind durchaus sehr leistungsfähig, brauchen aber – mehr noch als andere – ein wohltuendes Umfeld und immer wieder ausreichend Phasen der Regeneration. Die moderne Zeit mit der Forderung nach ständiger Erreichbarkeit und Verfügbarkeit macht ihnen sicherlich noch mehr zu schaffen als anderen. Ihr ausgeprägtes Pflichtbewusstsein, ihr hoher Anspruch an sich selbst und das Bestreben, es anderen recht zu machen, lassen sie allzu leicht über ihre Grenzen gehen. Man kann wohl sagen, dass alle Faktoren, die generell zu Burnout führen können, bei Hochsensiblen noch ein Stück schwerer wiegen.

 

Die Gewaltfreie Kommunikation scheint für Sie eine wichtige Rolle zu spielen. Was macht sie so „attraktiv“ für Hochsensible?

Ulrike Hensel: Die Gewaltfreie Kommunikation gibt Denkweisen und Sprachmuster an die Hand, die auf gegenseitiger Einfühlung, Akzeptanz und Wertschätzung beruhen. Für Hochsensible scheint mir die „Sprache des Lebens“, die eine Verbindung von Herz zu Herz ermöglichen will, geradezu wie geschaffen. Dass Empathie in der GFK groß geschrieben wird, entspricht den natürlichen Stärken Hochsensibler. Zu lernen, wie man noch mehr Augenmerk auf die eigenen Bedürfnisse richtet und klare Bitten äußert, ist für Hochsensible überaus nützlich. Schließlich scheint mir die GFK in besonderer Weise geeignet, Brücken zu schlagen zwischen Hochsensiblen und Nicht-Hochsensiblen. Ein Anliegen, das ich auch mit meinem Buch verfolge.

 

In diesem Video können Sie die Autorin selbst über Ihr Buch sprechen hören und sehen.