Feuerkind – Wasserkind: ein Video-Interview mit Stephen Cowan

Stephen Cowan

Stephen Cowan, ein amerikanischer Kinderarzt, hat mithilfe der Chinesischen Medizin einen neuen Ansatz im Umgang mit ADHS entwickelt. Sein Buch „Feuerkind – Wasserkind“ erscheint Ende Mai 2014 bei Junfermann. Wir zeigen Ihnen im Folgenden eine Reihe von Videos, in denen der Autor Fragen zu seinem Buch beantwortet. Die deutsche Übersetzung finden Sie jeweils als Text vor dem Video-Clip.


Wieso haben Sie dieses Buch geschrieben?
Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ich mit dem Gesundheitssystem unzufrieden war. Statt genauer hinzusehen, warum in unserer Kultur Kinder nicht aufmerksam sind, werden einfach Rezepte aufgrund von Symptomen ausgestellt. Mir sind bei genauerer Betrachtung sehr viele sehr praktikable Lösungen eingefallen, um Kindern ganz individuell zu helfen, ihre besten Charakterzüge hervorzubringen.

Wer sollte dieses Buch lesen?
Jeder, der mit einem Kind mit Aufmerksamkeitsproblemen arbeitet oder ein solches Kind hat. Wenn Sie ein Elternteil, Lehrer oder Arzt sind und mit Kindern arbeiten, die Probleme haben aufmerksam zu sein: Dieses Buch wurde speziell dafür geschrieben, Ihnen praktische Alltagslösungen für das Problem des Kindes zu liefern.

Was heißt „Aufmerksamkeitsdefizit“?
Wir sind dafür gemacht, aufmerksam zu sein. Das ist es, was unser Nervensystem tut. Tatsächlich ist alles was wir sind dafür da, aufmerksam zu sein. Buddha sagte: „Dem weisen Mann gilt Aufmerksamkeit als sein größtes Juwel.“ Aufmerksamkeit ist eine von den Qualitäten, die wir veredeln und trainieren können; das weiß man seit tausenden von Jahren. In unserer Gesellschaft geschieht jedoch Folgendes: Die Dinge denen wir Aufmerksamkeit schenken, werden zu den Dingen, von denen wir abgelenkt werden. Und das vergessen wir häufig. Lassen Sie mich das erklären: Die Dinge, die ein Kind anziehend findet, sagen wir Bewegung, ein Kind liebt Bewegung …
Nun, wenn es keine Bewegung auf der Welt gäbe, dann würde ein Kind genau dadurch abgelenkt. Die kleinste Sache, die sich bewegt, müsste das Kind anschauen. Das gleiche gilt für ein Kind, das über Bilder oder Karten lernt oder über reden oder darüber, dass es den Kontext versteht oder den Ablauf. Wenn sie sich unsicher fühlen, werden all diese verschiedenen Arten, die Menschen stimulieren, die mit ihrer Begabung zu tun haben, mit ihren Stärken und Talenten, zu den Dingen, von denen sie abgelenkt werden.

Wieso ist ADHS in den USA zu einer „Epidemie“ geworden?
In unserer Kultur ist ADHS aus vielen Gründen zu einer Epidemie geworden. Es ist nicht bloß das chemische Ungleichgewicht im Gehirn eines Kindes. Kinder werden entweder überstimuliert oder viel zu wenig stimuliert. In unseren Schulen finden sich eine Form von Vereinheitlichung und eine Fließband-Mentalität, durch die die unterschiedlichen Temperamente von Kindern nicht gut unterstützt werden. Die Lehrer stehen dabei unter großem Druck, den wiederum die Kinder aufnehmen. Kinder lernen auf sehr unterschiedliche Arten, die nicht berücksichtigt werden. Durch ihr Wachstum ergeben sich Ungleichgewichte in der Ernährung. Es gibt also viele, viele Gründe, die ich in dem Buch „Feuerkind – Wasserkind“ aufgreife. Eltern können sich auf diese Weise angesprochen fühlen, all die kleinen Puzzleteile zusammenzufügen, um schließlich im Großen und Ganzen zu verstehen, wieso ADHS in unserer Gesellschaft eine solche Epidemie ist.

Inwiefern ist Ihr Verständnis des ADHS einzigartig?
Es ist sehr wichtig, dass ich ADHS als Symptom und nicht als Krankheit ansehe. Nun fragen Sie möglicherweise: „Was bedeutet das?“ Nun, wenn wir Symptome behandeln, geht es jemandem für kurze Zeit besser; auf lange Sicht ist aber die Behandlung von Symptomen schlechte Medizin. Wir sollten die Wurzel des Problems kennen. Was ich mittlerweile in Bezug auf ADHS verstanden habe ist, dass es ein Schrei um Hilfe ist. Jedes Symptom, zum Beispiel Fieber, ist es ein Schrei nach Hilfe, wie ein Alarmsignal: „Etwas stimmt in meiner Umgebung nicht“, aber nicht: „Etwas stimmt mit mir nicht“. Und es ist enorm wichtig, das zu verstehen, dass nämlich Kinder keinen Defekt oder Mangel haben, es ist nichts falsch an ihnen. Sie bitten lediglich um Hilfe. Und das ist es, wofür Symptome stehen. Und so haben wir auf der einen Seite großartige Charakterzüge, die sich immer dann zeigen, wenn die Kinder sich in einer sicheren Situation befinden, wenn sie sich sicher fühlen, wenn sie sich in ihrer Umgebung wohlfühlen. Und auf der anderen Seite, wenn die Kinder unsicher sind, wenn ihre Charakterstärken nicht mit ihrer Umgebung harmonieren, sehen Sie die ADHS-Symptome.

Was bietet dieses Buch, was andere Bücher nicht bieten?
Einzigartig an dem Buch ist, wie ich meine langjährigen Studien der Chinesischen Medizin eingebaut habe. In der Chinesischen Medizin kommt ein viel natürlicheres, ganzheitliches System zu Tragen, um ein Kind in dem Kontext zu verstehen, in dem seine individuellen Charakterstärken und Vorzüge zur vollen Entfaltung gelangen. Nicht zu erwarten, dass sie alle gleich sind; nicht zu erwarten, dass jedes Kind den gleichen Dingen auf die gleiche Art und Weise Aufmerksamkeit schenkt. Indem wir ihre Unterschiede anerkennen, können wir alle Kinder dazu befähigen, großartig zu sein.

Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Chinesischer Medizin und ADHS?
Ich habe mich bemüht einen anderen Weg zu finden, um ADHS zu verstehen. Mit der Chinesischen Medizin habe ich ein neues und zugleich sehr altes System gefunden, das allen Kindern mit ADHS helfen kann. Chinesische Medizin ist ein ganzheitliches System, das jedes menschliche Wesen als ganzheitlichen Teil seines Umfeldes versteht. Und ich habe herausgefunden, dass dieses System sehr praktikable Lösungen für Kinder anbietet. Und Eltern gewinnen ein Verständnis ihrer Kinder, in dem physisches Erscheinung und Verhalten sowie Ernährungsweise, Umgebung und die Art aufmerksam zu sein integriert sind. Und wenn man ein Kind ganzheitlich versteht, ist es um einiges leichter, einfache Lösungen zu finden, die sich als beruhigend für Probleme erweisen.

Was bedeutet der Titel „Feuerkind – Wasserkind“?
Der Titel meines Buches hat mit den fünf verschiedenen adaptiven Stilen von Kindern zu tun. Wenn man versteht, wer das Kind ist, ist es viel einfacher einen Behandlungsplan individuell abzustimmen. Da haben wir zum Beispiel das Feuer-Kind. Es ist ein spaßliebendes, charismatisches Kind, das, wenn es sich in sicher fühlt,  jeder gern hat. Fühlt es sich aber unsicher ist, gerät es außer Kontrolle, zeigt sich überstimuliert, bricht auf dramatische Weise zusammen. Das Holz-Kind ist, wenn es sicher ist, der Anführer, der Wegbereiter, der Unternehmer, der weiß, dass er es auf seine ganz eigene Art und Weise tun muss. Aber wenn es unsicher ist, wird es hyperaktiv und aggressiv. Das Erde-Kind ist ein natürlicher Friedenstifter, der es liebt, wenn alle miteinander klarkommen, aber wenn es unsicher ist, ist es leicht verwirrt. Das Metall-Kind liebt, wenn es sicher ist, Präzision und Ordnung und sieht die Schönheit im Detail. Aber wenn es unsicher ist, verliert es sich in Details und sieht das große Ganze nicht mehr. Und dann gibt es das Wasser-Kind, welches, wenn es sicher ist, ein großes Vorstellungsvermögen hat, viel Kreativität und tiefe Gedankengänge. Wenn es unsicher wird, verliert es sich in seinen eigenen Gedanken und verliert den Kontakt zum Rest der Welt.
Für alle diese Kinder gilt: Wenn wir ihnen eine sichere Basis schaffen, können ihre Vorzüge zum tragen kommen, ihre Aufmerksamkeit ändert sich; und wenn sie dann unsicher werden, können wir verstehen, dass ADHS ein Symptom oder ein Hilferuf ist; dass diese Kinder nicht aufmerksam sein können, weil sie unsicher sind.

Was nimmt man von diesem Buch mit?
Die Botschaft, die man aus diesem Buch mitnehmen kann, ist: Wir sollten unsere Verschiedenheit annehmen, denn sie ermöglicht es uns, dass wir nützlich für die Gesellschaft sein können. Und wenn es lernt seine Emotionen zu regulieren, seine Stärken zu erkennen und zu nutzen, wenn es lernt, sein großes Herz in die Welt zu bringen, kann jedes Kind zu einem Menschen werden, den wir alle lieben und schätzen.

Welttag des Buches 2014: Wir verschenken Lesefreude

Im Jahr 2013 beteiligten sich 1000 Blogs an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“. Mehr als 1000 Lieblingsbücher wurden also an Leserinnen und Leser verschenkt. In diesem Jahr soll die Tausender-Marke geknackt werden. An uns soll es nicht scheitern, denn wir sind dabei – und verschenken Lesefreude, sprich: eines unserer Lieblingsbücher.

Was ist eigentlich nötig, damit ein Buch entstehen kann, das Lesefreude bereitet? Viele Faktoren ließen sich hier aufzählen: Zeit zum Schreiben; Ausdauer, ein Manuskript auch zu beenden; einen Verlag, der das Buch mach will; der ganze Herstellungsprozess, angefangen beim Lektorat bis hin zum Druck; eine begeisterte Buchhändlerin, die das Buch empfiehlt … Aber fehlt da nicht etwas? Braucht man nicht ganz am Anfang überhaupt eine Idee? Einen kreativen Impuls, damit überhaupt ein Manuskript entstehen kann?

Und wo nimmt man ihn her, diesen Geistesblitz? „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel“, hörte ich zum ersten Mal in den 1980er-Jahren. Aber ob es damit funktioniert? – Besser nicht auf eine solch ungewisse Methode setzen. Wir haben etwas Vielversprechenderes für Sie: „Brainstorming for One“ von Petra Hennrich ist unser Buchtipp für alle diejenigen, die ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen wollen. Es macht nicht nur Freude, in diesem Buch zu blättern, altbekannte Kreativitätstechniken wiederzuentdecken und neue kennenzulernen. Nein, am besten fängt man gleich an und probiert etwas aus. Und vielleicht steht am Ende des Prozesses ein neues Buchmanuskript, das wiederum Lesefreude schenken kann. – Es muss aber nicht unbedingt ein neues Buch sein: Ein neuer Stuhl z.B. kann genauso dabei herauskommen wie ein innovatives Marketingkonzept.

Sind Sie neugierig geworden? Möchten Sie dieses Buch von uns am 23. April geschenkt bekommen? Dann ist es ja gut, denn jetzt erfahren Sie, wie das vonstatten gehen kann:

 

Das also sollte ihr neues Zuhause sein? Bei dem Gedanken …

Schauen Sie sich die beiden Bild-Text-Kombinationen an. Wählen Sie eine aus und lassen Sie sich inspirieren. Vervollständigen Sie bitte den unvollständigen Satz (wenn Sie mögen, schreiben Sie auch gerne mehr) und posten Ihr Ergebnis hier im Blog. Unter allen, die sich beteiligt haben, verlosen wir am 28. April drei Exemplare von „Brainstorming for One“.

Der Käfer flog bedrohlich schnell auf ihn zu. Bald schon würde er …

 

 

 

 

 

 

 

Und wir hoffen, dass das Buch allen, die es bekommen, viel Lesefreude bescheren wird. Und wer weiß, was dann passiert: Freude wird ja bekanntlich durchs Teilen noch größer.

Mehr Informationen zur Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ gibt es hier.

Guck mal, was da blüht!

Büropflanzen sind ein Thema für sich. Von lieblos behandeltem Grünzeug ist oft die Rede. Dabei verbringen wir doch eigentlich mehr Zeit im Büro als zu Hause – und entsprechend gut sollte es unseren Pflanzen dort gehen. Wie sieht es bei Junfermann aus? Das wollte ich wissen und habe einen kleinen Rundgang durch den Verlag gemacht.

Auch bei uns gibt es den Klassiker überhaupt, die Grünlilie. Sie ist pflegeleicht, nimmt es nicht übel, wenn man häufiger mal das Gießen vergisst und wuchert vor sich hin.

Ein auch sehr anspruchsloses Gewächs ist der Drachenbaum. Dieses Exemplar bekam ich vor über 20 Jahren von meiner Schwester. Er wurde einige Male umgetopft und zu lang geratene Triebe habe ich einfach abgeschnitten und mit in den Topf gesteckt. Als „Gesellschafterin“ habe ich noch einen Grünlilienableger in den Topf gesetzt – und alle leben sie glücklich und zufrieden und wachsen und gedeihen.

Der Geldbaum, auch ein eher robustes Gewächs: Er liefert fleißig Ableger, aber leider kein Geld. Schade eigentlich.

Etwas empfindlicher ist schon der Flaschenbaum. Er braucht Licht – und darf es nicht zu kalt haben. Als vor ein paar Jahren im Winter mal bei starkem Frost die Heizung ausgefallen war, wäre er fast eingegangen. Doch kaum wurde es wieder wärmer, zeigten sich kleine grüne Stellen am Stamm – und seither wächst er ungebremst.

Was aber ist das für ein Gewächs? Es sieht aus, als wollten diese Kallanchoe-Pflanzen einen neuen Wachstumsrekord aufstellen. Außerdem blühen sie – zum zweiten Mal. Alle, die schon mal versucht haben, ein Kallanchoe erneut zum Blühen zu bringen, wissen: Nach der ersten Blüte hat man fast immer nur noch eine Grünpflanze. Blüten? Fehlanzeige. Aber nicht hier. Dieses Kallanchoe zeigt wirklich, was in ihm steckt.

Wie wäre es mal mit einem Blick nach draußen? Schließlich haben wir einen kleinen Grünstreifen vor den Fenstern, wo auch Blumen wachsen könnten. Die Betonung liegt auf „könnten“, denn es gibt einen Hausmeister, der gnadenlos alles abmäht, egal ob Gras oder Blüte. Eine Narzisse immerhin ist seiner Rasenmäher-Attacke entkommen. Ich hoffe, sie kann in Frieden verblühen.

Um Blüten zu sehen, muss ich nur ein Büro weitergehen. Die Kollegin pflegt mit Hingabe ihre Orchideen und wird mit einem Traum in Rosa belohnt.

Und auch so können Büropflanzen aussehen. Das Exemplar rechts braucht nur etwas Licht – und schon pendelt die Blüte eifrig hin und her und sie winkt mit den Blättern. Und über das Exemplar links hatte einst Joachim Ringelnatz so schön gedichtet:

Du alter Stachelkaks,

Du bist kein Bohnerwachs,

Kein Gewächs, das die Liebe sich pflückt,

Sondern du bist nur ein bisschen verrückt.