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Lösungen lauern überall – zum Tod von Bernd Isert

Bernd Isert (26.6.1951-21.1.2017)

Bernd Isert (26.6.1951-21.1.2017)

Am 21. Januar 2017 ist unser Autor Bernd Isert in Nigeria verstorben. Für alle, die ihn kannten, war diese Nachricht ein echter Schock. In einem Alter von 65 Jahren wird man angesichts unserer heutigen Lebenserwartung ja wirklich mitten aus dem Leben gerissen.

„Jeder, der ihn kannte, wird wertvolle und bleibende Erinnerungen mit ihm verbinden“, so heißt es in dem Nachruf von Michael H. Klein. Dem kann ich nur zustimmen. Dabei begann es mit uns beiden gar nicht so gut …

Bevor Bernd Isert Buchautor bei uns wurde, war er uns allen ein Begriff durch sein Mitwirken an der Zeitschrift MultiMind. Und dann kam er eines Tages in den Verlag, um uns sein Buchprojekt vorzustellen: Die Kunst schöpferischer Kommunikation. Doch von diesem ersten Schritt bis hin zum fertigen Buch sollte es noch ein langer Weg sein, der von Bernd Isert selbst durch immer neue Schleifen und Abzweige verlängert wurde. Dann endlich sah es so aus, als sollte das Buch druckreif werden. Mir wurde die Schlussredaktion übertragen, mit dem gut gemeinten Hinweis: „Zeigen Sie sich ruhig ein wenig von Ihrer unnachgiebigen Seite. Er will immer noch was verbessern und findet einfach kein Ende.“ Und diese Verbesserungswut lernte ich dann bald selbst kennen und was eigentlich eine knackige kurze Endrunde hätte sein sollen, entwickelte sich zu einer weiteren langen an meinen Nerven zehrenden Schleife. Da waren auf der einen Seite die Kunden, die nicht locker ließen, nach dem Erscheinungstermin zu fragen; und da war der Autor, der scheinbar alles dafür tat, diesen Termin in Richtung Unendlichkeit zu schieben.

Im Dezember 1996 war es dann endlich so weit: Das Buch kam auf den Markt. Hätte man mich damals gefragt, was ich denn so von Bernd Isert halte, hätte ich wohl etwas rumgedruckst oder gesagt: „Ach, frag mich lieber etwas anderes.“

Im März 1998 veranstalteten wir unseren 2. Junfermann-Kongress in Bad Lippspringe. Bernd Isert

Auf dem KS-Titelbild: Bernd Isert im Dschungel

Auf dem KS-Titelbild: Bernd Isert im Dschungel

zählte zu den Referenten und so hatten wir dann erneut miteinander zu tun. Aber diesmal lief es ganz anders. Ganz schnell fanden wir einen Draht zueinander und redeten oft und gerne, bei jeder passenden Gelegenheit. Er erzählte auch von seinen Reisen, z.B. wie er sich von Heilern hatte behandeln lassen. Nach Abschluss des Kongresses fuhr ich ihn noch zum Bahnhof. Da meinte Bernd Isert, er müsse mir unbedingt noch etwas sagen. Bei unserer Zusammenarbeit an seinem Buch habe er von mir das Bild einer strengen, schon etwas älteren Lehrerin gehabt, die den ungehorsamen Schüler abstraft. Dabei sei ich doch noch so jung und alles andere als streng. Sein Bild von mir habe sich komplett gewandelt. Nun, für mein Bernd-Isert-Bild galt das Gleiche.

Als wir uns im Jahr 2000 erneut in Bielefeld begegneten, war das für beide Seiten eine große Freude. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er mit einer aus seiner Schultertasche herauslugenden Sonnenblume den Saal verlässt.

Und dann haben wir uns ja tatsächlich noch an ein neues Buchprojekt gewagt: Die Wurzeln der Zukunft, mit Klaus Rentel als Co-Autor. Der Abgabetermin für das Manuskript rückte näher … und es kam ein Anruf von Bernd Isert. Sein Laptop sei vom Tisch gefallen, die Platte kaputt, die Daten rettungslos verloren. Nein, keine Sicherungskopie. Seufz! – „Das kann nur Bernd Isert passieren“, dachte ich mir und war dann sehr froh, als sich doch noch etwas vom Manuskript retten ließ.

Und jetzt? Nie mehr Pleiten, Pech und Pannen. Vor allem aber: Ein so freundlicher und so liebenswerter Mensch ist von uns gegangen. Auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr viel mit ihm zu tun hatte: Ich vermisse ihn.

 

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