Bei Giraffen zu Gast: mein Besuch in Reggio Emilia, im Centro Esserci

Rosenberg_Macht_X.inddVor gut einem Jahr erhielt ich einen Anruf aus Italien: Es gäbe ein Buch von Marshall Rosenberg zum Thema Gewaltfreie Kommunikation und Macht, das bislang nur auf Italienisch und Französisch verfügbar sei. Marshall Rosenberg habe zu diesem Thema Seminare in Italien gehalten und Vilma Costetti, die Gründerin des Centro und der Edizioni Esserci, habe 2004 aus diesen Inhalten ein Buch erstellt.

Natürlich waren wir interessiert und schlossen recht schnell einen Vertrag über die deutschsprachigen Rechte. Das Buch wurde inzwischen übersetzt, von Petra Quast, einer GFK-Trainerin, die in Italien lebt und arbeitet. Die deutschsprachige Ausgabe soll im Herbst 2017 bei Junfermann erscheinen. Soweit, so gut. Doch dann entschloss ich mich, in diesem Jahr Urlaub in der Emilia Romagna zu machen – und was lag näher als ein Abstecher nach Reggio Emilia? Gerne wollte ich das Centro Esserci besuchen, die Verlegerin Giulia Corsi kennenlernen und auch mit Petra Quast einmal persönlich sprechen. Wir einigten uns auf den 22. Mai als Besuchstermin.

Ich fuhr dann mit dem Zug von Bologna nach Reggio und wurde am

Petra Quast und Giulia Corsi

Petra Quast und Giulia Corsi

Bahnhof erwartet. Das Centro Esserci liegt ein wenig außerhalb und so hatten wir bereits unterwegs etwas Gelegenheit, uns „warm zu reden“. Und das lief schon mal ziemlich gut, trotz nicht vorhandener gemeinsamer Konversationssprache und dank der guten Übersetzung von Petra Quast. Im Centro selbst fiel mein Blick sofort auf die vielen, vielen Giraffen, die dort im wahrsten Sinne des Wortes in allen Ecken und P1020132Winkeln stecken. Aber natürlich auch auf die Bücher. Die gesamte Verlagsproduktion liegt auf Tischen, in einem Raum, der auch für Seminare genutzt wird. Mit etwas Wehmut entdeckte u.a. ich die kleinen Bilderbücher, die vor einiger Zeit bei uns in der Reihe „edition junferlino“ erschienen waren und inzwischen nicht mehr im Programm sind. Haben italienische und deutsche Leser den gleichen Buchgeschmack? Nicht so ganz. Im deutschsprachigen Raum kann man z.B. mit gut durchstrukturierten Büchern Punkten, mit Tabellen und Checklisten. Das kommt in Italien meist nicht ganz so gut an.

Aber an diesem Tag stand das Verbindende im Vordergrund. An welchen Stellen können Junfermann und Edizioni Esserci zusammenarbeiten? Außerdem gab es nach einem leckeren Mittagsessen noch eine Runde konkreter Textarbeit am Manuskript von „Gewaltfreie Kommunikation und Macht“.P1020128

Vor meiner Rückfahrt nach Bologna dreht Petra Quast noch eine Runde mit mir durch Reggio Emilia und zeigte mir die schönsten Plätze. Freunde von mir lieben diese nette kleine Stadt – und ich kann jetzt gut verstehen, warum. In den folgenden Tagen habe ich noch viel Schönes gesehen und erlebt, aber der Tag im Centro war schon etwas ganz Besonderes. Ich habe zwei tolle Frauen etwas besser kennengelernt und „dieser italienische GFK-Verlag“ ist für mich kein abstraktes Gebilde mehr, sondern sehr konkret geworden. Wenn ich jetzt nach meinem Urlaub am Manuskript der Übersetzung von „GFK und Macht“ weiterarbeite, ist diese Arbeit mit der Erinnerung an diesen schönen Tag verbunden.

#verlagebesuchen: Die Aktion zum Welttag des Buches funktioniert auch in der ostwestfälischen Provinz

Ende Februar erhielten wir vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Einladung, uns anlässlich des Welttages des Buches an der bundesweiten Aktion #verlagebesuchen zu beteiligen. Sollten wir das tun? Würde ein Veranstaltungsformat, das 2016 erstmals mit großem Erfolg in Berlin ausprobiert worden war, auch in der ostwestfälischen Provinz funktionieren? Versuch macht klug, meinten wir – und meldeten uns an.

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Alles ist vorbereitet: Buchausstellung und Tüten mit Giveaways

Dann war er da, der 22. April, unser Tag der offenen Tür. Im Vorfeld hatten wir getrommelt, wo es nur ging, um diesen Termin publik zu machen. In örtlichen Buchhandlungen, in der Universität und natürlich an unserer Eingangstür hingen Plakate. Wir hatten mit Tanja Klein und Ruth Urban zwei Autorinnen gewinnen können, uns an dem Tag zu unterstützen. Beide hatten auch in ihren Netzwerken für die Veranstaltung geworben. Selbstverständlich wurde kannenweise Kaffee gekocht, es wurden Keksdosen aufgestellt und Wasserflaschen herangeschafft; auch einen kleinen Büchertisch gab es. Unser Besprechungszimmer wurde zur Buchausstellung umdekoriert und Päsentationen zur Verlagsgeschichte liefen in Dauerschleife. Fehlten nur noch … die Besucher.

Und die ließen nicht lange auf sich warten. Die Jungen Verlagsmenschen hatten bereits im Vorfeld Interesse bekundet, uns einmal zu besuchen – und nun nutzen sie gerne die Aktion #verlagebesuchen, um Nägel mit Köpfen zu machen. Es kamen aber auch Coachs aus der Region, ein Buchhändler, unsere Autorin Fabienne Berg und andere, die das „in der Zeitung gesehen“ hatten und „einfach mal gucken“ wollten. Trommeln bringt also etwas!

Als es dann um 11.00 Uhr losgehen sollte, hatten wir „Full House“ und ein sehr interessiertes Publikum,

Ruth Urban erläuter MyMatrix

Ruth Urban erläuter MyMatrix

das sich nach kurzen Einführungsvorträgen auf eine Tour durch die Büros machte und die Kolleginnen zu ihrer alltäglichen Arbeit befragte. Danach gab es mit „MyMatrix“ ein Mitmachformat, präsentiert von Tanja Klein und Ruth Urban. Dafür hatten sie aus ihren Büchern „Coach, your marketing“ und „Erfolg durch Positionierung“ zentrale Inhalte zu einem Raster verdichtet, auf dem sich Besucherinnen und Besucher nun selbst positionieren konnten. Bin ich in meiner Außendarstellung eher ein bescheidenes Mauerblümchen oder suche ich die große Öffentlichkeit? Bin ich Expertin in einem Thema und mit dem, was ich tue, ganz spitz positioniert, wie eine Stecknadel? Oder sehe ich mich eher als bunte, vielfältige Patchworkdecke? Es brauchte schon ein wenig Zureden, aber dann trauten sich doch einige Besucherinnen und Besucher und machten durchaus interessante und für sie selbst bereichernde Erfahrungen.

Um 16.00 Uhr leerten sich dann die Räume, es kehrte ein wenig Ruhe ein und es war Zeit für ein erstes Fazit. Und das lautete: Man kann mit einer solchen Veranstaltung auch in der ostwestfälischen Provinz Interesse wecken. Allerdings muss man im Vorfeld wirklich trommeln und auf die Veranstaltung aufmerksam machen, denn von ganz allein rennen einem die Leute wohl nicht die Tür ein.

Besuchen Sie Junfermann – wir öffnen für einen Tag unsere Türen

verlagebesuchen_DIN-A4_WEBAm 22. April 2017 beteiligen wir uns an der bundesweiten Aktion #verlagebesuchen, die der Börsenverein des deutschen Buchhandels zum diesjährigen Welttag des Buches ausgerufen hat. – Und was bedeutet das: Kommen Sie gerne in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr bei uns vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Vielleicht wollten Sie schon immer mal sehen, wie ein Verlag von innen aussieht und was hinter den Kulissen passiert? Wir geben an diesem Tag Einblicke in Programmgestaltung und Verlagsgeschichte.

Wir öffnen unser Verlagsarchiv und holen dafür Titel hervor, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, aber auch das eine oder andere noch ältere Schätzchen wird sich finden lassen. Und wie sieht es mit unserem aktuellen Programm aus? Wo liegen unsere Schwerpunkte, welche Titel sind besonders erfolgreich? Außerdem wagen wir einen kleinen Ausblick in die Zukunft. Unser Herbstprogramm 2017 steht fest, die Prospekte gehen im April in Druck, aber noch weiß niemand, welches Novitäten es geben wird – außer Ihnen!

Interessant ist sicher auch die Frage, wie wir Bücher machen. Welche Arbeitsschritte liegen zwischen einer Buchidee und dem fertigen Produkt?

Zwei unserer Autorinnen sind zu Gast bei uns am 22. April: Tanja Klein und Ruth Urban. Sie sind Expertinnen für Positionierungs- und Marketingstrategien für Coachs und haben zwei Bücher dazu geschrieben: „Coach, your Marketing“ und „Erfolg durch Positionierung“. Die beiden werden über ihre Arbeit berichten, demonstrieren sie aber auch konkret mithilfe einer Positionierungsmatrix. Das ist nicht nur für Coachs spannend, sondern für alle, die an ihrer beruflichen Entwicklung interessiert sind.

KleinUrban-CoachYourMarketing_Cover_CoverKleinUrban-Positionierung_VAR1.qxp_Cover-Vorschau

Das Wichtigste noch einmal kurz und knapp:
Samstag, 22. April 2017
11.00 bis 16.00 Uhr
Driburger Straße 24d, 33100 Paderborn

Fragen / Kontakt: Heike Carstensen E-Mail

D – wie didacta

Stuttgart – Hannover – Köln: Zwischen diesen drei Städten rotiert Europas größte Bildungsmesse, die didacta. In diesem Jahr präsentierten sich im Februar auf dem Messegelände in Stuttgart 900 Aussteller. Dazu gab es 1500 Veranstaltungen im Rahmenprogramm und etwa 90.000 Besucherinnen und Besucher. Warum also sollten nicht auch wir als Verlag uns einmal – neben Stifteherstellern, Möbelfirmen, Caterern, Spezialsoftwareanbietern und natürlich (Schulbuch-)Verlagen auf diesem großen Marktplatz zeigen, dachten wir uns im Jahr 2016, und buchten einen Stand.

Wer hat unser D geklaut?

Wer hat unser D geklaut?

Gesagt, getan. Das Aufbauteam fuhr nach Stuttgart und wir Daheimgebliebene harrten der Dinge, gespannt auf erste Meldungen und Fotos. Die ließen auch nicht lange auf sich warten – und sorgten für den ersten Schock. „Angewante Psychologie“? Eine neue Fachrichtung? Oder doch nur ein Fehler der Messebaufirma, die uns einfach kein D gönnen wollte? Und das auf einer Bildungsmesse! Vor dem inneren Auge sieht man förmlich Heerscharen von Lehrern vorbeiziehen, mit strengem Blick den Rotstift zücken und diesen Verlag kategorisch von der Liste streichen. Ganz so schlimm ist es glücklicherweise dann doch nicht gekommen. Über Nacht konnte ein D herbeigezaubert und der Makel beseitigt werden.

Wo auf der didacta sollten wir uns denn zeigen, mit unserem Buchangebot zu Training und Coaching und Themen wie NLP oder Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht? Das fragten wir uns im Vorfeld und entschieden wir uns schließlich für die Halle „Berufliche Bildung“, in der auch uns nahestehende Weiterbildungsträger wie der DVNLP, die DGTA oder die DGSL zu finden waren. Doch berufliche Bildung ist ein weites Feld, was sich auch an der Heterogenität der Aussteller zeigte. Da waren Stände mit Schaltkästen und anderem technischen „Gedöns“ und neben Mikroskopen und Skeletten liefen 3-D-Drucker im Dauerbetrieb. Schulbuchverlage zeigten ihre Berufsschulbücher und auf der Bühne von Speakers Excellence ging es um Themen wie Motivation und Selbstoptimierung. Uns gegenüber warb die Firma Südwestmetall für ihre Ausbildungsgänge und eine Schülerfirma aus Balingen bot Magnetschilder an, wahlweise mit „Bundeskanzler“, aber auch mit „VFB Stuttgart“ bedruckbar.

Unterm Strich kann man sagen: Wir wurden gefunden und auch wahrgenommen, es gab Interesse an

Die Messe Stuttgart im Abendlicht

Die Messe Stuttgart im Abendlicht

unseren Themen und an unserem Infomaterial. Aber es gab auch viel Leerlauf und möglicherweise schaffte es nicht jeder potenzielle Interessent bis in die Zeile E. Es wäre sicher schön gewesen, die auf weitem Feld etwas versprengten Anbieter rund um Themen wie Coaching und Training etwas geschlossener zu positionieren; das wäre für viele Messebesucher sicher attraktiver gewesen. Aber: Nach der didacta ist vor der didacta. Für Hannover 2018 wäre das ja vielleicht ein anstrebenswertes Ziel.

Lösungen lauern überall – zum Tod von Bernd Isert

Bernd Isert (26.6.1951-21.1.2017)

Bernd Isert (26.6.1951-21.1.2017)

Am 21. Januar 2017 ist unser Autor Bernd Isert in Nigeria verstorben. Für alle, die ihn kannten, war diese Nachricht ein echter Schock. In einem Alter von 65 Jahren wird man angesichts unserer heutigen Lebenserwartung ja wirklich mitten aus dem Leben gerissen.

„Jeder, der ihn kannte, wird wertvolle und bleibende Erinnerungen mit ihm verbinden“, so heißt es in dem Nachruf von Michael H. Klein. Dem kann ich nur zustimmen. Dabei begann es mit uns beiden gar nicht so gut …

Bevor Bernd Isert Buchautor bei uns wurde, war er uns allen ein Begriff durch sein Mitwirken an der Zeitschrift MultiMind. Und dann kam er eines Tages in den Verlag, um uns sein Buchprojekt vorzustellen: Die Kunst schöpferischer Kommunikation. Doch von diesem ersten Schritt bis hin zum fertigen Buch sollte es noch ein langer Weg sein, der von Bernd Isert selbst durch immer neue Schleifen und Abzweige verlängert wurde. Dann endlich sah es so aus, als sollte das Buch druckreif werden. Mir wurde die Schlussredaktion übertragen, mit dem gut gemeinten Hinweis: „Zeigen Sie sich ruhig ein wenig von Ihrer unnachgiebigen Seite. Er will immer noch was verbessern und findet einfach kein Ende.“ Und diese Verbesserungswut lernte ich dann bald selbst kennen und was eigentlich eine knackige kurze Endrunde hätte sein sollen, entwickelte sich zu einer weiteren langen an meinen Nerven zehrenden Schleife. Da waren auf der einen Seite die Kunden, die nicht locker ließen, nach dem Erscheinungstermin zu fragen; und da war der Autor, der scheinbar alles dafür tat, diesen Termin in Richtung Unendlichkeit zu schieben.

Im Dezember 1996 war es dann endlich so weit: Das Buch kam auf den Markt. Hätte man mich damals gefragt, was ich denn so von Bernd Isert halte, hätte ich wohl etwas rumgedruckst oder gesagt: „Ach, frag mich lieber etwas anderes.“

Im März 1998 veranstalteten wir unseren 2. Junfermann-Kongress in Bad Lippspringe. Bernd Isert

Auf dem KS-Titelbild: Bernd Isert im Dschungel

Auf dem KS-Titelbild: Bernd Isert im Dschungel

zählte zu den Referenten und so hatten wir dann erneut miteinander zu tun. Aber diesmal lief es ganz anders. Ganz schnell fanden wir einen Draht zueinander und redeten oft und gerne, bei jeder passenden Gelegenheit. Er erzählte auch von seinen Reisen, z.B. wie er sich von Heilern hatte behandeln lassen. Nach Abschluss des Kongresses fuhr ich ihn noch zum Bahnhof. Da meinte Bernd Isert, er müsse mir unbedingt noch etwas sagen. Bei unserer Zusammenarbeit an seinem Buch habe er von mir das Bild einer strengen, schon etwas älteren Lehrerin gehabt, die den ungehorsamen Schüler abstraft. Dabei sei ich doch noch so jung und alles andere als streng. Sein Bild von mir habe sich komplett gewandelt. Nun, für mein Bernd-Isert-Bild galt das Gleiche.

Als wir uns im Jahr 2000 erneut in Bielefeld begegneten, war das für beide Seiten eine große Freude. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er mit einer aus seiner Schultertasche herauslugenden Sonnenblume den Saal verlässt.

Und dann haben wir uns ja tatsächlich noch an ein neues Buchprojekt gewagt: Die Wurzeln der Zukunft, mit Klaus Rentel als Co-Autor. Der Abgabetermin für das Manuskript rückte näher … und es kam ein Anruf von Bernd Isert. Sein Laptop sei vom Tisch gefallen, die Platte kaputt, die Daten rettungslos verloren. Nein, keine Sicherungskopie. Seufz! – „Das kann nur Bernd Isert passieren“, dachte ich mir und war dann sehr froh, als sich doch noch etwas vom Manuskript retten ließ.

Und jetzt? Nie mehr Pleiten, Pech und Pannen. Vor allem aber: Ein so freundlicher und so liebenswerter Mensch ist von uns gegangen. Auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr viel mit ihm zu tun hatte: Ich vermisse ihn.

 

Zum Jahresende

Ach, so viel ist passiert in diesem Jahr!

Bücher gab es viele, 38 neue an der Zahl.

Chaos – manchmal,

Durch Auszug aus den alten Räumen und den

Einzug in die neuen.

Fotografisch wurde alles festgehalten.

Geladen

Haben wir

Im April zum

Junfermann-Autorentag.

Kongresse besuchten wir viele,

Ließen manches Buch an Büchertischen den Besitzer wechseln.

Messe war auch ein Thema,

Nach Frankfurt ging es wieder, an einen inzwischen verstrauten

Ort. Dort hieß es:

Pausenlos

Quasseln,

Rechte einkaufen, Rechte verkaufen –

Same procedure as every Year.

Tun wir etwas zwischen den Jahren?

Unsere Räume werden

Verschlossen sein zwischen

Weihnachten und Neujahr, das Telefon nicht besetzt. Deshalb: Happy

X-Mas and a happy new

Year.

Zeit jetzt, nach Hause zu gehen!

 

Mit diesem kleinen Überblick über einige unserer Aktivitäten im Jahr 2016 wünscht Ihnen das gesamt Junfermann-Team schöne Weihnachtsfeiertage und ein gutes neues Jahr!

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Der Junfermann Verlag auf dem Selfpublisher-Podcast

Henri Apell

Henri Apell

Am 2. Dezember 2016 hatte ich einen Interviewtermin. Henri Apell wollte  für seinen Selfpublisher-Podcast von mir wissen, was Autoren beachten müssen, die bei Junfermann ein Buch veröffentlichen wollen. – Moment mal: Selfpublishing bedeutet doch, sein Buch ohne Verlag zu veröffentlichen. Was also haben wir, was habe ich auf einer Plattform verloren, die Informationen rund um das Thema Selfpublishing anbietet? Nun, dazu gibt es eine kleine Vorgeschichte:

Henri Apell ist bei uns im Verlag durchaus als Autor in Erscheinung getreten, auf unserer Plattform active-books und in der Zeitschrift Praxis Kommunikation. In Heft 2/2015  erschien ein Beitrag von ihm unter dem Titel: „Autor werden. Selfpublishing für Coaches und Trainer“. Darin beschrieb er Möglichkeiten, sein Renommee durch eine Buchpublikation zu untermauern – und wie dies auch ohne Verlag machbar ist. Dieser Beitrag blieb nicht ohne Widerspruch, denn in Heft 3/2015 schildert Beate Ulrich, Geschäftsführerin des Carl Auer Verlags, worin die Vorteile einer Verlagsveröffentlichung bestehen. Und kurz darauf wurde Beate Ulrich auch von Henri Apell für den Selfpublisher-Podcast interviewt. In diesem Interview betont sie nochmals, wie wichtig es ist, dass Autoren sich vorab informieren, sich mit dem Programm auseinandersetzen, bevor sie einem Verlag ein Buch anbieten.

Verlage und Autoren: Transparenz ist wichtig für ein gutes Miteinander
Verlage auf der einen Seite, Autoren auf der anderen: zwei Welten, die sich nicht wirklich gut verstehen? Ein so starkes Gegeneinander entspricht wohl kaum der Realität, aber es kann schon zu Missverständnissen und Irritationen kommen, weil Abläufe und Strukturen nicht bekannt oder undurchschaubar sind. Deshalb hat der Junfermann Verlag in diesem Jahr einen Autorenleitfaden erstellt, der hier Abhilfe schaffen und Transparenz fördern soll. Dieser Leitfaden war auch der Anlass für das o.g. Interview, das Henri Apell dann mit mir führte: „Wie ich mein Buchprojekt einem Verlag anbiete“, und das jetzt auf dem Selfpublisher-Podcast veröffentlicht wurde.

Klassische Verlagsprogramme und von Autoren selbst publizierte Bücher: Beide Möglichkeiten gibt es heutzutage und beide haben ihre Vor- und Nachteile. Warum auch im Selfpublishing nicht alles Gold ist, was sich glänzend gibt, dazu äußerte sich kürzlich auch die Autorin und Künstlerin Root Leeb. Ihr Vortrag ist hier nachzulesen.

Berlin im November 2016: DGPPN-Kongress und eine Buchpremiere mit Liv Larsson

Teil 1: DGPPN-Kongress

Ende November ist seit ein paar Jahren für uns DGPPN-Zeit. Als Verlag gehören wir zu den Ausstellern p1010754auf „Europas größtem Fachkongress auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit“. Laut Veranstalter (DGPPN steht für „Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde“) kamen in der Zeit vom 23.-26. November 2016 mehr als 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Citycube Berlin und nahmen an mehr als 600 Veranstaltungen teil.

Einen kleinen Ausschnitt des wissenschaftlichen Programms kann ich wieder in diesem Jahr erleben. Themen wie „Schuld, Psyche und Gehirn“, „Transgenerationale Effekte von mütterlichen Belastungen“ und „Behandlungskontinuität – auf die Beziehung kommt es an“ stehen auf meiner Liste. Außerdem besuche ich ein Symposium zum Thema „Lifestyle, Körperkult, Superfoods“, in dem u.a. die Auswirkungen der Sendung „Germanys next Topmodel“ auf die meist jugendlichen Zuschauerinnen untersucht werden. Die Mager-Models haben Einfluss auf junge Frauen mit Magersucht – das zumindest ergab eines Untersuchung, die Referentin Maya Götz präsentiert.

 

Teil 2: Buchpremiere „Dankbarkeit, Wertschätzung und Glück“

Am Freitagnachmittag lasse ich dann den Kongresstrubel hinter mir, wünsche den Kolleginnen am Larsson-Dankbarkeit_Cover.qxp_CoverVerlagsstand weiterhin gute Verkäufe und mache mich auf den Weg zu meinem ersten persönlichen Treffen mit unserer Autorin Liv Larsson. In Zusammenarbeit mit der deutschen GFK-Trainerin Annett Zupke führt sie schon seit einigen Jahren Workshops in Berlin durch. Kürzlich ist bei Junfermann ihr neues Buch erschienen: „Dankbarkeit, Wertschätzung und Glück“. Liv hatte sich diesmal eine Buchpremiere gewünscht, vorzugsweise in Berlin. Diesem Wunsch kamen wir gerne nach, haben wir doch mit Britta Gansebohm (Salonkultur) inzwischen eine Partnerin in Berlin, mit der wir solche Veranstaltungen gut realisieren können.

Bereits im Vorfeld der Buchpremiere zeichnete sich ab: Der Laden wird voll, der Name Liv Larsson scheint in Berlin zu ziehen. Und so bildet sich recht schnell eine Schlange von Menschen, die Einlass in den Veranstaltungsraum der Z-Bar begehren. Währenddessen laufen noch allerletzte Absprachen zwischen Autorin und Übersetzerin Julia Föll. Liv Larsson möchte nicht nur aus ihrem neuen Buch vorlesen und etwas über Dankbarkeit erzählen; sie möchte auch, dass sich das Publikum beteiligt, in Form von kleinen Übungen. Ob das aber angesichts der räumlichen Enge überhaupt möglich sein wird? Und: Wird sich ein Berliner Publikum zum Mitmachen motivieren lassen? – Fragen über Fragen.

Doch dann haben alle ihre Plätze eingenommen und nach der Begrüßung durch Britta Gansebohm erhält Liv das Wort. Sie spricht Englisch und Julia Föll sorgt dafür, dass diejenigen, die nicht ganz so heimisch in dieser Sprache sind, auch folgen können. Später berichtet sie, sie habe zum ersten Mal vor Publikum übersetzt. Eine wirklich geglückte Premiere, muss ich sagen, die viel zum Gelingen des Abends beigetragen hat.

Julia Föll und Liv Larsson

Julia Föll und Liv Larsson

Passt es überhaupt, angesichts der Lage auf dem Planeten, angesichts zunehmender Bedrohung und sich zuspitzender politischer Verhältnisse, sich mit einem Thema wie Dankbarkeit zu beschäftigen? Sollte man nicht vielmehr die Welt verändern? So leitet Liv Larsson ihr Thema ein. „Frag dich nicht, was die Welt braucht. Frag, was dich lebendig macht, und dann tu es. Denn die Welt braucht Menschen, die zum Leben erwacht sind.“ In diesem Zitat von Howard Thurman kommt sehr schön zum Ausdruck, dass es überhaupt kein Gegensatz sein muss: Beschäftigung mit sich selbst – Beschäftigung mit „äußeren Angelegenheiten.

Weiter geht es mit der Lesung von Abschnitten aus dem Buch („Wollt ihr noch mehr hören?“ Publikum: „Ja!“) und auch Erfahrungsberichten rund um die Themen Dankbarkeit und Wertschätzung. Und immer wieder ermuntert Liv zu Fragen, denn sie ist neugierig, möchte wissen, welche Erfahrungen andere mit dem Thema machen, welche Gedanken sie umtreiben. Und das Publikum lässt sich nicht lange bitten. Viele Fragen, die gestellt werden, sind ziemlich komplex und verraten eine bereits tiefere Beschäftigung mit dem Thema. Schnell vergeht so die Zeit, doch auch nach Abschluss des „offiziellen“ Teils des Abends gibt es noch Möglichkeiten zum Gespräch. Außerdem signiert Liv Bücher.

Bleibt zum Abschluss noch die Frage: Hat das Publikum mitgemacht? Als Liv dazu auffordert, wir p1010763mögen uns doch bitte unserem Nachbarn, unserer Nachbarin zuwenden und uns über etwas austauschen, über das wir froh sind, dass wir es getan haben, füllt bald ein Stimmengewirr den Raum. Ganz offensichtlich lässt sich also auch ein Berliner Lesungspublikum sich zum Mitmachen animieren.

Mehr als Verträge: Zum Tod von Neill Gibson

Neill Gibson

Neill Gibson

Heute erhielten wir die traurige Nachricht, dass am 30. September 2016 Neill Gibson gestorben ist. Er hatte eine Krebserkrankung und die Tatsache, dass er nun keine Schmerzen mehr erleiden müsse, sei ein wenig tröstlich, schrieb uns Meiji Stewart, Verleger von PuddleDancer Press.

Wer war Neill Gibson? Bei Puddledancer Press, dem Verlag des Center of Nonviolent Communication, war er u.a. für Rechte und Lizenzen zuständig. Vergegenwärtigt man sich, dass zu seinen Aufgaben auch die Betreuung von Marshall Rosenbergs Buch „Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens“ gehörte – es wurde in nicht weniger als 35 Sprachen übersetzt -, dann bekommt man vielleicht einen kleinen Eindruck von der Wichtigkeit seiner Aufgabe und der Größe seines Engagements.

Ich hatte mit Neill im Jahr 2003 den ersten Kontakt. PuddleDancer hatte die Auslandsrechte von Rosenbergs Buch damals gerade von Bradley Winch (Jalmar Press) übernommen und verhandelte nun alle Verträge neu. Diese Verhandlungen waren von großer Fairness geprägt und auch von Wertschätzung für das, was wir zum damaligen Zeitpunkt für dieses Buch erreicht hatten.

Neill war selbst auch Autor. Sein mit Shari Klein verfasstes Booklet „What’s making you angry?“ erschien in deutscher Übersetzung bei Junfermann unter dem Titel „Was macht dich wütend?“

Wir haben nach diesem ersten Vertrag noch viele Verträge ausgehandelt und abgeschlossen – und am Ende stand immer ein Ritual: die „signing procedure“, von Neill aufs Sorgfältigste moderiert. Verrate ich zu viel, wenn ich kurz erkläre, wie dieses Ritual ablief? Ich glaube nicht.

Wenn beide Seiten sich auf eine Vertragsversion geeinigt hatten, kamen folgende Anweisungen: „Vernichtet alle älteren Arbeitsversionen des Vertrags und nehmt euch die Letztversion mit der Kennung XY vor. Unterschreibt dann, schickt den Vertrag an euren Vertragspartner und setzt ihn davon in Kenntnis. Zeichnet dann das euch zugehende Vertragsexemplar gegen – und heftet es ab.“

Eine ganz pfiffige Vorgehensweise, denn in der Regel schickt beim Vertragsschluss eine Seite zwei unterschriebene Vertragsexemplare an die andere Partei – und wartet dann auf die Rücksendung eines gegengezeichneten Exemplars, muss vielleicht häufiger nachhaken …

Ich kann mir nur schwer vorstellen, in Rechtefragen nicht mehr an Neill zu schreiben. Es wird jemand an seine Stelle treten, natürlich. Und man wird sich gewöhnen. Ich hoffe aber doch, dass uns das Unterzeichnungsritual erhalten bleibt. Das ist für mich ein wunderbarer Anker, an Neill zu denken.

Regionaltreffen West: Junfermann-Autorinnen und -Autoren auf Kooperationskurs

Manchmal denkt man, man hat eine ganz tolle Idee, doch leider will sie in der Umsetzung überhaupt nicht zünden. Dann wieder hat man einen ganz brauchbaren Gedanken, meint man – und plötzlich kommt ganz viel in Bewegung. So ging es uns mit unserem Autorentag im April 2016. Wir meinten, es könnte mal ganz nett sein, Autorinnen und Autoren zum besseren Kennenlernen und zwecks Erfahrungsaustauschs nach Paderborn einzuladen. Gesagt, getan: Dieser Autorentag hat stattgefunden. Doch das sollte nur ein Anfang sein …

Jörg Schmidt notiert die Fragen der Teilnehmenden

Jörg Schmidt notiert die Fragen der Teilnehmenden

Im April 2016 zeigte sich bereits beim Abendessen, dass einige unserer im Westen beheimateten Autorinnen und Autoren den berühmten Draht zueinander gefunden hatten. Das eine oder andere Gläschen Maracujasaft wurde geleert – und schon fiel der Begriff „Regionalgruppe West“. Und es sollte nicht bei einer Partylaune bleiben. Im Anschluss organisierten Jörg Schmidt und Horst Lempart, unterstützt von Andrea Schwiebert und Branka Ternegg, tatsächlich ein erstes Regionaltreffen für den 28.10.2016 in Köln.

 

Als Vertreterin des Verlags war ich dabei und kam gut gestimmt nach einer gemeinsamen S-Bahnfahrt mit Andrea Schwiebert am Zielort an. Visualisierungsexperte Jörg Schmidt hatte bereits einige Plakate vorbereitet, aus denen hervorging, wie der Tag ablaufen könnte. Dann wurden Fragen gesammelt: „Wie kann ich mehr

Horst Lempart - Mitorganisator des Regionaltreffens

Horst Lempart – Mitorganisator des Regionaltreffens

Bücher verkaufen?“ „Wie funktioniert Seminarvermarktung durch das Buch?“ „Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich das Cover meines Buches nicht mag?“ „Wie lassen sich Buch- und Seminartitel griffiger formulieren?“ Es waren außerdem einige inhaltliche Punkte vom Autorentag im April zusammengestellt worden, die jetzt mit diesen Fragen abgearbeitet wurden.

k_p1010743Und das Ergebnis? Eine Reihe von Ideen und Anregungen, die ich jetzt im Verlagsteam besprechen werde. Außerdem ein wirklich gutes Miteinander, viel Austausch, viel Interesse an den Erfahrungen der anderen – und nicht zuletzt: viel Spaß!

Für diese Veranstaltung habe ich mich gerne auf den Weg nach Köln gemacht. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein Folgetreffen. Oder – noch besser: Auch in anderen Regionen finden sich Junfermann-Autorinnen und -Autoren zusammen und entdecken, wie man kooperieren und viel Spaß miteinander haben kann.