Sahne Gross

Kreativität als Erfolgsfaktor

Sind Sie auch der Ansicht, dass Kreativität vor allem etwas für Künstler ist? Etwas, an das man denken kann, wenn alles „Wichtige“ erledigt ist? Dann lassen Sie sich überraschen, wie Sie Kreativität als Erfolgsfaktor nutzen können – in jedem Bereich, zu jeder Zeit, für jedes Ziel…

Nur das Sahnehäubchen?

Von Petra Hennrich

Seit mein Buch Brainstorming for One im Sommer 2013 erschienen ist, habe ich mit vielen Menschen über Kreativität geredet. Unter anderem mit einigen GeschäftsführerInnen und PersonalentwicklerInnen kleinerer und größerer Firmen. Die meisten meiner GesprächspartnerInnen waren sich darüber einig, dass das Thema interessant und wichtig ist. Doch welchen Stellenwert sollte die Ideenfindung in ihrem Unternehmen haben? Bei dieser Frage stieß ich auf recht unterschiedliche Meinungen.

Oft bekam ich von meinem Gegenüber zu hören: „Ja, das ist spannend, das interessiert uns sehr. Wir brauchen kreative MitarbeiterInnen. Aber im Moment haben wir andere Probleme zu lösen, die dringlicher sind.“

Erfolgsfaktor Kreativität

Tatsächlich denken viele Menschen beim Thema Kreativität immer noch vordergründig an Kunst, Entfaltung oder Selbstverwirklichung. Nur wenige haben erkannt, dass gerade sie für das Lösen der „anderen Probleme“ unabdingbar ist. Sie ist nicht das Sahnehäubchen auf einer problembefreiten Welt, sondern der Weg dorthin. Denn wie sollen die Aufgaben in einer sich immer schneller verändernden Wirtschaftslandschaft anders bewältigt werden, als mit einem kreativen Zugang?

Jene Unternehmen, die das erkannt haben und die Kreativität ihrer MitarbeiterInnen entsprechend fördern, haben deutlich höhere Chancen auf wirtschaftlichen Erfolg. Jedenfalls wenn man der jüngst erschienen Studie „The Global Leadership Forecast 2014/2015“ von Development Dimensions International (DDI) Glauben schenkt. Das auf Talentemanagement spezialisierte Beratungsunternehmen befragte etwa 13.000 Führungskräfte und 1.500 Personalverantwortliche aus 2.000 Firmen in 48 Ländern zur Personalarbeit und stellte die Antworten der Verantwortlichen in Relation zu den wirtschaftlichen Kennzahlen der Unternehmen. Details und Analysen können Sie hier nachlesen.

Kreativität ist Lösungskompetenz

Neulich hörte ich in einem Vortrag, in der Vergangenheit habe sich das Wissen alle hundert Jahre verdoppelt. Mit dem einmal Gelernten kam man daher ganz gut durchs Leben, neues Wissen zu erwerben war nicht notwendig. Dann, gegen Ende des letzten Jahrtausends, habe sich der gesamte Wissensschatz der Menschheit bereits alle zehn Jahre verdoppelt. In dieser Zeit kam das Stichwort „lebenslanges Lernen“ auf. Die Hochblüte der Trainings und Fortbildungen war eingeläutet. „Haltet Euch ran, Leute. Lernt. Dann könnt ihr auch in Zukunft am Ball bleiben“, lautete die Devise.

Und heute? – Heute läuft die Verdoppelung des Wissens im Stundentakt. Könnten Sie also stündlich ein einwöchiges Seminar besuchen, wären Sie vermutlich in Ihrem Spezialgebiet ganz gut dabei. Nur geht das eben leider nicht. Hat man den Standard-Lösungsweg einer bestimmten Aufgabe gelernt, sind in der Zwischenzeit tausend andere entstanden, für die man keinen Vorgang hat. Was tun?

Was wir heute brauchen, sind nicht bloß standardisierte Lösungswege, sondern Lösungskompetenz. Die Fähigkeit, neue Aufgaben durch Anwendung der erworbenen Fertigkeiten zu bewältigen. Und genau dafür brauchen wir Kreativität. Nein, genau das IST Kreativität.

Und so steigern Sie Ihre eigene Kreativität und Lösungskompetenz

Basis des kreativen Handelns ist die Auseinandersetzung mit der Umwelt, aber auch mit der eigenen Person. Kreative Menschen müssen ihr Wahrnehmungsvermögen trainieren und ihre Komfortzone Schritt für Schritt erweitern, um neue Erfahrungen zu machen und neue Eindrücke zu sammeln.

Hier sind einige Anregungen, die Ihrer Kreativität auf die Sprünge helfen:

·      Versuchen Sie, jeden Tag über irgendetwas erstaunt zu sein.

·      Versuchen Sie, mindestens einen Menschen pro Tag in Erstaunen zu versetzen, indem Sie etwas Unerwartetes sagen oder tun.

·      Durchbrechen Sie Ihre Routine: Nehmen Sie jeden Tag einen anderen Weg zur Arbeit, benutzen Sie andere Verkehrsmittel oder gehen Sie zu Fuß.

·      Tun Sie mindestens einmal pro Woche etwas, das Sie noch nie getan haben und/oder wovor Sie sich ein wenig fürchten.

·      Bestellen Sie sich etwas zu essen, das Sie nicht kennen.

·      Besuchen Sie als blutiger Anfänger einen Tangokurs für Fortgeschrittene.

·      Tragen Sie völlig unpassende Kleidung.

·      Lernen Sie etwas Neues! Eine Sprache, eine Sportart, ein Musikinstrument: Jede neue Fähigkeit oder Fertigkeit erweitert Ihr Repertoire.

·      Essen Sie einen Tag lang nur Dinge, die rot sind. Am nächsten Tag nur grüne Dinge, dann blaue, gelbe …

·      Tun Sie einen Tag lang nur Dinge, die mit „S“ anfangen. Wenn nötig, taufen Sie Tätigkeiten um.

·      Lesen Sie Fachmagazine zu verschiedensten Themen, auch – oder gerade – wenn Sie nicht alles darin verstehen.

·      Egal was Sie denken – denken Sie einmal das Gegenteil.

·      Besuchen Sie Ausstellungen und Museen.

·      Legen Sie Ihre Lieblingsmusik auf und tanzen Sie, bis Sie müde werden.

·      Lesen Sie einen zufälligen Artikel aus dem Junfermann Blog und fertigen Sie eine MindMap über den Inhalt an. 😉 

 Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim „kreativen Spinnen“!

 

    Über die Autorin

Petra Hennrich ist systemische Coachin, Trainerin und Autorin. Als „alter Hase“ in der Werbebranche mit über zwanzig Jahren Agenturerfahrung beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit dem Thema Kreativität. Heute vermittelt sie das so gesammelte Wissen in Einzelcoachings und Seminaren. 2013 erschien im Junfermann Verlag ihr Buch Brainstorming for One. 50 Werkzeuge und Übungen für Ihre Kreativität.

Tipp: Besuchen Sie den Kurzworkshop der Autorin beim Junfermann-Kongress

Kontakt:

Petra Hennrich Creative Coaching

Lindengasse 14/3/5, 1070 Wien

E-Mail: ph@petrahennrich.at

Web: http://petrahennrich.at

Tel.: +43 660 34 09 471

 

Bildquelle Beitragsbild: © Kurt F. Domnik/pixelio.de

Portraitfoto Petra Hennrich: © Peter Rauchecker

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