High Five – Krise als Chance, Tag 1

Andrea Schlösser & Karin Kiesele

A wie anfangen: Krisenphase 1 – Verleugnung und Nichtwahrhaben-Wollen

Zunächst reagieren Klienten meist mit Ablehnung auf die aktuelle Situation. Sich einzugestehen, dass sich gerade etwas verändert hat oder sich demnächst etwas ändern wird, ist für sie schwierig.

„Ich möchte auch zukünftig im Homeoffice arbeiten“ oder „Es kann nicht sein, dass ich jetzt dauerhaft andere Aufgaben übernehmen soll“, könnten typische Reaktionen in der ersten Krisenphase sein. Wer sich überfordert und handlungsunfähig fühlt, wehrt sich zunächst gegen die Veränderung. Für Sie in Ihrer Rolle als Coach ist es jetzt wichtig, dem Klienten vor allem Verständnis und Empathie entgegenzubringen. Nach vorne zu schauen macht zu diesem Zeitpunkt nämlich noch keinen Sinn. Dies gelingt erst, wenn Ihr Klient die neue Situation für sich annehmen kann. Sprechen Sie also einfühlsam mit ihm über die aktuelle Situation. Wir geben Ihnen hier Impulse, wie Sie arbeiten können.

 

Empathisch ermitteln und skalieren

Jeder empfindet eine Krise sehr individuell. Es macht daher Sinn, Ihre Klienten dahingehend zu befragen. Lassen Sie sich die Situation beschreiben und erfragen Sie die besonders neuralgischen Punkte:

  • Wie haben Sie davon erfahren?
  • Wo waren Sie da?
  • Wie haben Sie reagiert?
  • Auf einer Skala von 1-10, wenn 1 für kaum schwierig und 10 für nicht aushaltbar steht: Als wie schwierig empfinden Sie die aktuelle Situation im Moment für sich?
  • Was genau ist besonders schwierig für Sie?
  • Was noch?

Nach stabilisierenden Handlungsfeldern fragen:

  • Was können Sie in der jetzigen Situation für sich tun?
  • Was hat Ihnen bislang Halt und Stabilität gegeben?
  • Was tut Ihnen besonders gut?
  • Was könnte dazu beitragen, dass Sie sich besser fühlen?
  • Wer kann Ihnen beistehen?

 

Erste Hypothesen bilden

Darüber hinaus können Sie mit dem Klienten auch Folgendes besprechen:

  • Wie schätzt er seine Handlungsmöglichkeiten ein?
  • Wie denkt er über einen möglichen Erfolg seiner Handlungen?
  • Was könnte es auch Gutes haben, beispielsweise neue Aufgaben zu übernehmen?

__________________________________________________________________________________

Überblick: Die einzelnen Folgen dieser Serie

Einführung

A wie anfangen: Krisenphase 1 – Verleugnung und Nichtwahrhaben-Wollen

N wie nachfassen: Krisenphase 2 – Emotionen erkunden und reflektieren

K wie konkret werden: Krisenphase 3 = Phase der Neuorientierung

E wie ermitteln: Krisenphase 4 – strategisch vorgehen und Handlungsoptionen entwickeln

R wie reisen: Krisenphase 5 – den Prozess reflektieren und Erfolge würdigen

 

 

Mehr Tools, Methoden und Infos zur ANKER-Methode finden Sie in unserem Buch Job-Coaching

 

 

 

Andrea Schlösser, Coach und Supervisorin DGSv, Mediatorin BM, zertifizierte Trainerin, NLP Master
www.andrea-schloesser.de 
www.neurolines.de

 

 

Karin Kiesele, Kommunikationswissenschaftlerin (B. A.), zertifizierter Personal & Business Coach, zertifizierte Trainerin, NLP Practitioner, Resilienztherapeutin, Mitglied im Deutschsprachigen Dachverband für Positive Psychologie e. V.
www.karin-kiesele.de 
www.worteundtaten.net

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.