High Five – Krise als Chance, Tag 2

Andrea Schlösser & Karin Kiesele

Im ersten Teil der Serie haben wir uns mit der aktuellen Bestandsaufnahme beschäftigt, und heute gehen wir mit Ihnen den nächsten Schritt: Wir  geben Ihnen Input zur Vorbereitung des Veränderungsprozesses.

N wie nachfassen: Krisenphase 2 – Emotionen erkunden und reflektieren

Die zweite Phase ist gekennzeichnet durch aufbrechende Gefühle. Ihr Klient fühlt sich hilflos und überfordert. Seine Gedanken fahren Karussell: So machen sich beispielsweise Verärgerung, Angst und Unsicherheit in ihm breit. Er fragt sich, warum es ausgerechnet ihn treffen muss. Ihre Aufgabe als Coach ist es jetzt, gemeinsam mit ihm zu erkunden, welche Gefühle ihn beschäftigen. Sie reflektieren gemeinsam und loten mit dem Klienten aus, was genau ihn bewegt.

Abtauchen in Gefühlswelten:

  • Welche Gefühle können Sie unterscheiden?
  • Sind Sie eher wütend oder traurig?
  • Was genau macht Sie wütend?
  • Worüber sind Sie traurig?
  • Haben Sie so etwas möglicherweise schon einmal erlebt?

Paraphrasieren Sie sein Erleben und hören Sie aktiv zu.

 

Energiequellen anzapfen

Fühlt sich Ihr Klient von Ihnen gehört und wahrgenommen, können Sie mit ihm gemeinsam auf die Suche nach seinen Ressourcen und Stärken gehen, die ihm helfen, Stabilität zu gewinnen. Fragen Sie ihn, was ihm jetzt ein wenig Halt geben kann.

  • Wer oder was kann Sie unterstützen?
  • Was können wir hier gemeinsam tun, dass es Ihnen besser geht?
  • Woran können Sie sich festhalten?
  • Was hat sich in der Vergangenheit bewährt, wenn Ihnen etwas Schlimmes widerfahren ist? Was haben Sie da unternommen, um sich zu festigen?
  • Wie erfolgreich waren diese Schritte in der Vergangenheit?
  • Was davon ist auf Ihre aktuelle Situation anwendbar?

 

Veränderungsgedanken möglich machen

Menschen in Veränderungsprozessen haben manchmal den Eindruck, als würde sich gerade alles in ihrem Leben verändern. Oftmals sind Klienten verängstigt und befürchten, dass alles noch schlimmer wird. In diesem Fall ist es hilfreich, mit den Klienten sichere Häfen, Leuchttürme und Inseln zu erarbeiten, die unverändert bleiben und ihm Sicherheit bieten.

Schreiben Sie solche Punkte auf Post-its oder auf Moderationskarten und bitten Sie den Klienten, diese Karten den Leuchttürmen, Inseln, Häfen, Bojen und Rettungsringen auf einer Seekarte zuzuordnen.

Schauen Sie dann gemeinsam auf die Visualisierung und erkundigen Sie sich nach dem Befinden Ihres Klienten. „Wie geht es Ihnen jetzt, wenn Sie darauf schauen?“

 

 

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Überblick: Die einzelnen Folgen dieser Serie

Einführung

A wie anfangen: Krisenphase 1 – Verleugnung und Nichtwahrhaben-Wollen

N wie nachfassen: Krisenphase 2 – Emotionen erkunden und reflektieren

K wie konkret werden: Krisenphase 3 = Phase der Neuorientierung

E wie ermitteln: Krisenphase 4 – strategisch vorgehen und Handlungsoptionen entwickeln

R wie reisen: Krisenphase 5 – den Prozess reflektieren und Erfolge würdigen

 

Mehr Tools, Methoden und Infos zur ANKER-Methode finden Sie in unserem Buch Job-Coaching

 

 

 

Andrea Schlösser, Coach und Supervisorin DGSv, Mediatorin BM, zertifizierte Trainerin, NLP Master
www.andrea-schloesser.de 
www.neurolines.de

 

 

Karin Kiesele, Kommunikationswissenschaftlerin (B. A.), zertifizierter Personal & Business Coach, zertifizierte Trainerin, NLP Practitioner, Resilienztherapeutin, Mitglied im Deutschsprachigen Dachverband für Positive Psychologie e. V.
www.karin-kiesele.de 
www.worteundtaten.net

 

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