Malwand und Toilettenspiegel: Die Frankfurter Buchmesse 2018

„Wo ist denn das Buch vom Firmenklo?“ So oder so ähnlich wurden wir in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse immer wieder angesprochen. Die Fragenden gaben auf diese Weise eines preis: Sie waren gerade auf einer der Toiletten in Halle 3.1 gewesen und hatten beim Händewaschen dieses Bild vorgefunden:

Uns zeigt das: Werbung kann sehr wirksam sein, vor allem dann, wenn die Platzierung so stimmig ist. Konstanze Wortmanns Buch „Letzte Zuflucht Firmenklo?“ fand auf diesem Weg jedenfalls große Aufmerksamkeit. BuchMarkt-Kolumnist Matthias Mayer berichtete im „Messe-Mayer“ darüber, in den sozialen Medien fanden sich Selfies vorm Toilettenspiegel und die Neue Westfälische titelte: „Paderborn auf dem Klo“.

Eine andere Besonderheit fand sich am Messestand selbst. Passend zu unserer Neuerscheinung „You Are Here“ von Jenny Lawson hatten wir eine große Malwand anbringen lassen, mit einem Motiv aus dem Buch und viel Freiraum zum Selbstmalen. Kreide lag bereit und nach und nach füllte sich die Fläche, mit Zeichnungen und Kommentaren, wie: „Immer wieder schön hier.“ – Wenn das so ist, dann müssen wir wohl im nächsten Jahr wiederkommen!

Austausch und was Süßes: Wir besuchen den Kamphausen-Verlag

Alles begann bei einem Regionaltreffen des Börsenvereins, das im Juni in unseren Räumen in Paderborn stattfand. Zu den Gästen gehörten auch Mitarbeiter/innen des Bielefelder Kamphausen-Verlages. Und im Laufe des Abends entstand der Eindruck: Junfermann und Kamphausen haben doch einiges gemeinsam. Vielleicht sollte man diesen Kontakt vertiefen und zu einem längeren Austausch zusammenkommen?

Gesagt, getan. Irgendwann fand sich tatsächlich ein Termin, und so begab es sich dann, dass das Junfermann-Team sich am 25. September auf den Weg von Paderborn nach Bielefeld machte: „Coching fürs Leben“ (Junfermann) trifft „Bücher zum Sein“ (Kamphausen). In einer schönen Stadtvilla hat Kamphausen Media seine Räume, durch die wir als erstes geführt wurden. Zum eigentlichen Austausch fanden wir uns dann im Besprechungsraum, einem Wintergarten zusammen.

Beide Verlage würden schon in demselben Themenspektrum arbeiten, wobei Kamphausen etwas spiritueller ausgerichtet sei als Junfermann, so Verleger Joachim Kamphausen. Aber auch in der Verlagsgeschichte zeigen sich Unterschiede. So ist Junfermann, 1659 gegründet, einer der ältesten Verlage Deutschlands. Seit 2011 befindet er sich unter dem Dach der Klett-Gruppe. Die Ursprünge von Kamphausen Media gehen auf die 1980er-Jahre zurück, als Joachim Kamphausen mit zwei Freunden einen Verlag gründete. Zu den ersten Produkten gehörten Reflexzonen-Karten in Scheckkartengröße; sie sind bis heute im Programm. Mit den Jahren wuchs der Verlag, u.a. auch durch Übernahmen anderer Verlage aus dem spirituellen Bereich, wie Aurum, Lüchow oder Theseus. Diese Imprints haben eigene Themen und Zugänge, aber im Lauf der Zeit ändert sich hier auch mal was. So finden sich beispielsweise im eigentlich klar buddhistisch ausgerichteten Theseus-Programm jetzt auch Yoga-Bücher.

Nach vielen Informationen (Kopfnahrung) gab es einen Imbiss (Bauchnahrung), der gekrönt wurde von schön anzusehenden und köstlichen Kuchenteilchen.

Unser Fazit: Das Treffen war geprägt von großer Offenheit. Wir sehen uns nicht so sehr als Konkurrenten, sondern schauen eher, was wir voneinander lernen können. Der Austausch soll weitergehen.