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Buch des Monats

Buch des Monats – August 2022: „Chronische Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen“ von Dr. Lea Höfel

Schätzungsweise jedes dritte Kind in Deutschland ist von chronischen, wiederkehrenden Schmerzen betroffen. Für die Entstehung ist meist nicht ein einzelner Faktor ursächlich, sondern verschiedene körperliche, psychische und soziale Aspekte, die ineinandergreifen. Das macht die Diagnose häufig nicht einfach.

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 46: Apropos … Schmerzen! – Bei Kindern & Jugendlichen

Jedes dritte Kind in Deutschland berichtet, in den letzten drei Monaten Schmerzen gehabt zu haben, viele von ihnen zum wiederholten Male. Oft wissen Eltern gar nichts davon. Wie aber erkenne ich das als Elternteil? Ab wann sind Schmerzen bei Kindern chronisch?

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 45: Apropos … wingwave!

Häufig steht einem guten, leichteren Leben etwas im Weg. Solche Blockaden aufzuspüren und möglichst rasch aufzulösen ist das Ziel von wingwave-Coaching. Was es mit dieser Methode auf sich hat, darüber sprechen Cora Besser-Siegmund, Lola Siegmund und Frank Weiland in der neuesten Folge von „Apropos Psychologie!“.

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 44: Apropos … People Pleasing!

Es allen recht machen, immer schön ja und Amen sagen, bis nichts mehr geht. – Wer Tag für Tag bemüht darum ist, dass es anderen gut geht, verliert den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen.  Das hat Miriam Thalheimer, die zu Gast in unserer neuesten Podcast-Folge ist, erlebt. Sie hat sich als Trainerin und Coach auf das People Pleasing spezialisiert – mit Erfahrungen aus allererster Hand.

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 40: Apropos … Gelassener studieren!

Auf eigenen Füßen stehen? Sich strukturieren und selbst organisieren? Sich mental fürs Studium und ja eigentlich auch fürs Leben fit machen. Wie das am besten gelingt, und welche Höhen und Tiefen wir dabei durchlaufen, darum geht es in der neuen Folge von „Apropos Psychologie“. Zu Gast ist der Psychologe und Psychotherapeut Rolf Wartenberg, der an verschiedenen Hochschulen in der psychologischen Beratung Studierender gearbeitet hat.

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 39: Apropos … Coaching!

Was ist eigentlich Coaching? Wo verläuft die Grenze zu Beratung oder einer Therapie? Wann ist Coaching sinnvoll – und lohnt es sich überhaupt? Oder handelt es sich lediglich um ein beliebtes „Tool“ zur „Selbstoptimierung“, dass vornehmlich aufstrebenden Unternehmer*innen in ihrem Business zupasskommt?

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 37: Apropos … Humor!

Man hat ihn oder hat ihn nicht: Humor. Zumindest der Volksmund ist sich da sicher – und irrt: Denn Humor ist erlernbar und hängt ganz entscheidend von der Sozialisation ab. Wer gelernt hat, mit Humor und einem Lächeln etwas mehr Leichtigkeit in sein Leben zu bringen, tut etwas für sein seelisches und körperliches Wohlbefinden. „Lachen ist die beste Medizin“ – diese Volksweisheit trifft also in Schwarze.

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Episode 6: Apropos … Perfektionismus!

Gut genug statt perfekt

Franz Grieser

Franz Grieser, © Foto: Christian Weber

Kennst du das? Liebe Freunde kommen zum Essen und du fängst Tage vorher an, wie irre die Wohnung zu putzen: Fußboden, Fenster, Fußleisten, Lampenschirme … und statt dich entspannt auf den Besuch zu freuen, fällt dir in letzter Sekunde ein neuer Fleck auf dem Türrahmen auf. Es klingelt und du bist total abgekämpft.⁠
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Die Aufgabe im Job schiebst du wochenlang vor dir her, sammelst zig (überflüssige) Infos, bevor du in letzter Sekunde alles verwirfst und endlich zur Sache kommst. Normale »Aufschieberitis« oder die unbewusste Taktik eines Perfektionisten?⁠
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Wovor haben Perfektionisten Angst? Vor Fehlern? Der Sorge, als »Nichtskönner« oder »Mittelmaß« entlarvt zu werden?⁠
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Franz Grieser, Journalist und Autor zahlreicher Sachbücher, verrät uns in der sechsten Folge von »Apropos Psychologie!« verblüffend einfache Methoden, die helfen, perfektionistische Ansprüche auf »normal« runterzuschrauben. Und weshalb Fehler zu machen richtig gut sein kann! ⁠

 

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Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Episode 4: Apropos … Stress!

Stressbewältigung beginnt im Kopf

»Menschen die immer nur funktionieren, entfernen sich immer mehr von sich selbst. Gefühle, Körper und Geist gehen dann getrennte Wege«, sagt Nanni Glück, Glückscoach und Autorin. Das würde zu purem Stress und weit mehr werden, als der Mensch zum Leben nötig habe. In einem gesunden Maße helfe Stress: z. B. um Gefahren blitzschnell zu erkennen und in schwierigen Situationen nötige Kräftereserven zu mobilisieren.

Aber seien wir ehrlich: Säbelzahntiger, vor denen wir Reißaus nehmen müssen, sind rar geworden; wir tun also gut daran, unser Gehirn auf Neuzeit umzustellen. Das sprichwörtliche »dicke Fell« heißt heute zutreffender »Resilienz«. Und diese hängt eng zusammen mit unserem existenziellen Bedürfnis nach Verbundenheit.

Unser Verhalten in stressigen Situationen lernen wir von unseren Eltern – es wird uns zum Teil schon in die Wiege gelegt. Denn: Stress verändert unser Gene. Stress ist erblich!

Über gute Gründe, um unseren steinzeitlichen Energiesparmodus auszutricksen und neue Gewohnheiten für mehr Achtsamkeit und positive Sichtweisen zu entwickeln, spricht Marion Heier mit Nanni Glück in Episode 4 unseres Podcasts »Apropos Psychologie!«.

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„Wache Schule – achtsamkeitsbasierte Weiterbildung für Pädagog*innen“ – ein erstes Fazit

Es hat keinen Sinn, Kinder zu erziehen – sie machen einem doch alles nach!

Annett Ammer-Wies, Erziehungswissenschaftlerin und Dipl.-Psychologin, gestaltet seit 2013 die Psychologische Beratungsstelle am Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig mit. Im Interview mit unserer Autorin Susanne Krämer geht es um erste Erfahrungen und Beobachtungen aus dem ersten Jahrgang von „Wache Schule“, einer achtsamkeitsbasierten Weiterbildung für Pädagog*innen. Im Herbst startet der zweite Jahrgang.

Ammer-Wies: Was sollen die Lehrerinnen und Lehrer aus deiner Weiterbildung mitnehmen?

Krämer: Wenn wir mehr Achtsamkeit im Schulalltag wollen, müssen wir bei den Pädagogen ansetzen. Wie wir aus der Neurowissenschaft bestätigt bekommen, findet sozio-emotionales Lernen am Vorbild statt. So gehe ich auch in dem 2019 erschienenen Buch Wache Schule vor. Möchte ich Achtsamkeit lehren, dann ist es so wichtig, diese selbst vorzuleben. Ralph Waldo Emerson bringt es auf den Punkt: „What you are speaks so loudly, that I can’t hear what you say you are.” Oder wie Jean Paul sagt: „Es hat keinen Sinn, die Kinder zu erziehen, sie machen einem doch alles nach.“

Deshalb bin ich auch sehr glücklich, dass ich in der Lehramtsausbildung der Universität Leipzig seit 2013 das Seminar „Kommunikation und Achtsamkeit“ anbieten kann, sodass nunmehr über 800 Studierende bereits in ihrer Lehramtsausbildung ein Grundwissen zu achtsamkeitsbasierten Übungen bekommen haben und dies in die Schulen bringen können.

Ammer-Wies: Zurück zur Weiterbildung „Wache Schule“. Was unterscheidet sie von anderen Weiterbildungsangeboten für Lehrkräfte im Kontext gesunde Schule?

Krämer: Viele der bisherigen Ansätze bieten eher eine „Entspannung“ nach stressigen Situationen an. Achtsamkeit zu entwickeln heißt, schwierige Situationen genauer wahrzunehmen mit all den Gedanken, Gefühlen und automatisierten Mustern, die ich und mein Gegenüber da mitreinbringen und diese in einer nicht wertenden, gelassenen Haltung zu bewältigen. Also mich nicht erst danach zu entspannen, sondern mit einer anderen Haltung durchs Leben zu gehen.

Eine achtsame Haltung ist entscheidend für die Beziehung zu Schülerinnen und Schülern.

Für Lehrkräfte heißt diese erhöhte Selbstreflexions- und Selbstregulationsfähigkeit, dass weniger Resignation bei Misserfolgen entsteht und durch die verstärkte Präsenz im Körper die Entspannungs- und Erholungsfähigkeit steigen. Indem man körperliche und psychische Anspannungen schneller wahrnimmt, kann ganz gezielt gegengesteuert werden. Dadurch entstehen mehr Wohlbefinden, Ruhe und Ausgeglichenheit und Angst, Stressgefühle und Depression nehmen ab.

Aber eine achtsame Haltung vorzuleben ist auch entscheidend für die Beziehung zu Schülerinnen und Schülern, denn wie die Lehrperson negative Emotionen ausdrücken bzw. steuern kann, trägt viel zur Qualität unserer Begegnungen bei, was sowohl das Klassenklima als auch die Lernmotivation bessert.

Werden neben diesen „Nebenwirkungen“ den Schülern und Schülerinnen noch explizite Übungen angeboten, können sie besser ihre Impulse wahrnehmen und kontrollieren, sodass es zu weniger Aggressivität kommt und gerade der Schwerpunkt der Weiterbildung zu mehr (Selbst-)Mitgefühl führt, zu einem anderen Miteinander. Darüber hinaus stellen Studien heraus, dass die Übungen auch die selektive Aufmerksamkeit verbessern, Kreativität nimmt zu sowie die kognitive Flexibilität und Merkfähigkeit für den Unterrichtsstoff.

Es ist also weit mehr als ein Gesundheitsprogramm. Eine Schülerin, die ich im Rahmen des Buches interviewte, beschrieb, dass Achtsamkeit ihre Lebensqualität ungemein steigere, weil sie gelernt habe, die „Dinge“, die ihr Leben prägen, bewusster wahrzunehmen, mit den „schlechten“ besser umzugehen und die „guten“ mehr zu gewichten.

Ammer-Wies: Welche Grenzen haben Achtsamkeitsbasierte Programme in der Schule? Für wen oder wann ist dieser Ansatz nicht geeignet?

Krämer: Dies ist ein wichtiger Punkt, den Du da ansprichst. Achtsamkeitsbasierte Programme ersetzen keine Therapie und erst recht nicht im „Großgruppensetting“ der Schule. So helfen diese Programme z.B. Kindern mit ADHS, zur Ruhe zu kommen, und der körperbezogene Ansatz kann auch für traumatisierte Kinder hilfreich sein, jedoch braucht es hier natürlich darüber hinausgehende Begleitung von Fachpersonen.

Häufig wird auch die Angst vor einer Retraumatisierung durch das Auf-sich-Besinnen der Meditationen befürchtet. In einem Artikel des Mindfulness Centre der University of Oxford wurde herausgehoben, dass dies bei den low intensiv practices, welche in der Schule durchgeführt werden, nicht beobachtet werden konnte. Sie heben die gute Ausbildung der anleitenden Person hervor, denn gerade der Umgang mit auftretenden Widerständen und dazugehörig das Angebot der passiven Teilnahme oder Freiwilligkeit, braucht die eigene Achtsamkeitspraxis.

Ammer-Wies: Was meinst Du mit passiver Teilnahme?

Krämer: Kinder haben bereits ein sehr gutes Gespür, wann eine Meditation sie überfordert. Auch wir selbst wissen, wann es gut ist, uns unserem Inneren zuzuwenden und uns damit auch allen Problemen, die da sind, zu stellen oder wann dazu nicht der Rahmen und die Energie gegeben sind. Dann gilt es, Möglichkeiten der passiven Teilnahme in Erwägung zu ziehen, wie das Beobachten der Zeit, ggf. Schlagen eines Gongs bis hin zu einer ruhigen Selbstbeschäftigung („Auszeitecke“). Erstaunlicherweise nehmen Schüler und Schülerinnen auch aus der scheinbar unbeteiligten Beobachtungsposition sehr viel mit!

Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern sich das passende anzueignen.

Ammer-Wies: Gehst Du auf solche Thematiken auch in der Weiterbildung ein?

Krämer: Oh ja, die Weiterbildung ist sehr erfahrungs- und praxisorientiert gestaltet. Alle kommen ja mir den Grundvoraussetzungen, dass sie bereits für sich selbst eine eigene Praxis haben, das heißt, wir können gleich mit Umsetzungsformaten für die Schule starten. Diese werden erst aus Schüler*innenperspektive erlebt, reflektiert und dann selbst angeleitet. Insbesondere das Feedback der anderen Pädagog*innen gibt das Vertrauen und die Sicherheit in die eigene Anleitung. Dazu kommen Experimente mit Widerständen, Hinweise zur Einführung in der Schule, beispielsweise: Wie spreche ich Eltern, die Schulleitung und mein Kollegium an? Und natürlich ein beständiges Vertiefen der eigenen Praxis. Ich arbeite mit einem Bausteinkonzept. Die Teilnehmenden erhalten einen Überblick über einen stimmigen Aufbau und können sich dann aus den vorgestellten Übungen selbst ein für sie und ihre Klassen passendes „Programm“ zusammenbauen. Deshalb ist mir die Zusammensetzung der Dozierenden der Weiterbildung auch so wichtig: Katja Bach bringt den körperbasierten Zugang über das Qi Gong ein, Dr. Adrian Bröking stellt Auszüge aus dem Mind the Music Programm, das er in der Sekundarstufe ll einbringt, vor und Nanine Schulz berichtet von ihrem mit vielen spielerischen Elementen versehenen Ansatz mit „Ananda, der weisen Schildkröte“. Mir ist es wichtig, dass jede*r Teilnehmer*in in das Konzept der achtsamkeitsbasierten Pädagogik eingeführt wird, dann vielfältige Zugänge kennenlernt und ausprobiert und dadurch alles in der Hand hat, ihre eigenen Wege zu gehen. Nur wohinter wir stehen, können wir auch voll und ganz „verkörpern“. Es geht nicht darum, das Rad neu zu erfinden, sondern sich das passende anzueignen.

Ammer-Wies: Was erhoffst Du Dir, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Kurs anders machen?

Krämer: Genau das, was aus dem ersten Jahrgang rückgemeldet wurde, dass die eigene achtsame Haltung im Unterricht sich vertiefte und alle angefangen haben mit der Vermittlung! Das hat mich sehr gefreut!

Indem wir Kinder und Jugendliche zu mehr Selbstwirksamkeit und bewusstem Handeln befähigen, werden sie hoffentlich immer mehr zu einer bewussten Gestaltung der Gesellschaft beitragen.

(Auszug aus dem Newsletter AKiJu – Achtsamkeit für Kinder und Jugendliche, August 2020)

O-Ton einer Teilnehmerin: 
Grundlage für die Fortbildung ist Susannes Buch „Wache Schule“, welches eine Schatzgrube rund um das Thema Achtsamkeit und Schule ist. Die Fortbildung lässt das Geschriebene lebendig werden: praxisorientiert, erlebnis- und erfahrungsorientiert! Eine der besten und schönsten Fortbildungen, die ich zu diesem Thema gemacht habe.
Danke, Susanne!

 

Susanne Krämer ist Dipl.-Schauspielerin, Kommunikationstrainerin, Tai-Chi- und MBSR-Lehrerin. Sie hat seit 2013 den Bereich Kommunikation am Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig aufgebaut und bietet dort u.a. das von ihr entwickelte Seminarkonzept „Kommunikation und Achtsamkeit“ an. Susanne Krämer ist in den Netzwerken „Achtsamkeit in der Pädagogik“ und „Achtsamkeit an Hochschulen“ aktiv und Autorin von Wache Schule – Mit Achtsamkeit zu Ruhe und Präsenz, Junfermann 2019.

 

 

 

 

Annett Ammer-Wies ist Erziehungswissenschaftlerin und Dipl.-Psychologin. Sie hat eine Weiterbildung zur Systemischen Therapeutin und Beraterin (SG) absolviert. Seit 2013 gestaltet sie die Psychologische Beratungsstelle am Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig aus.