Weihnachten 2020

Irgendwie ist alles wie immer. Ich habe meinen letzten Arbeitstag vor dem Weihnachtsurlaub, nehme mir endlich mal Zeit, alle Kruschtelecken im Büro gnadenlos auszumisten. Ich frage mich – wie jedes Jahr: Wieso ist dieser Kram überhaupt noch da? Und schwups, schon ist er weg, in der großen Kiste verschwunden, die ich irgendwann gut gefüllt zu den Mülltonnen bringe.

Und dann … ist doch nicht alles so wie immer. Im Papiercontainer herrscht gähnende Leere. Wie oft habe ich mich schon abgemüht, wenigstens einen Teil meiner Papierberge noch in irgendwelchen Lücken unterzubringen. Und in diesem Jahr sorgt meine große Kiste mal gerade für ein bisschen Bodensatz.

Dass ich heute alleine im Verlag bin, ist nicht so ungewöhnlich. Ich nehme mir gerne, wenn alle Kolleginnen und Kollegen schon im Urlaub sind, einen Tag, um in aller Ruhe das Arbeitsjahr für mich abzuschließen. Der Start ins nächste Jahr soll möglichst frisch und unbelastet sein. Und das im Tagesgeschäft mal eben mit zu erledigen, das funktioniert bei mir meistens nicht.

Alles normal also? Nein, nicht ganz. Schon in den vorhergehenden Tagen war kaum noch jemand hier. Mehr oder weniger alle waren im Homeoffice und es fehlte der üblich Weihnachtstrubel. Spätestens zum 1. Advent holen normalerweise alle irgendwelche Lichterketten, Figuren und anderen Dekokram raus. In diesem Jahr sah es bei einer Kollegin etwas weihnachtlich aus, bei uns anderen: Fehlanzeige. Es gab auch viel weniger Schokolade, weniger weihnachtliches Gebäck (was auch sein Gutes hat), und es gab keine Weihnachtsfeier.

Halt, stimmt nicht so ganz. Letzten Donnerstag hatten wir unsere letzte Teambesprechung vor Weihnachten – als Videokonferenz natürlich. Bevor es richtig losging, hieß es: Es wird noch jemand dazu geschaltet. – Aber wer? Plötzlich kam eine Frau ins Bild, die uns mit einem Gedicht begrüßte und uns dann einlud, mit zu den Tieren zu kommen. Dann zeigte sich im Bild eine gut mit Heu gefüllte Raufe, um die diverse Alpakas, Esel und Ziegen versammelt waren. Die Tiere gehörten zum Streichelzoo des Gertrudenhofs in der Nähe von Hürth. Sie wurden uns vorgestellt und wir erfuhren, dass auch sie unter den aktuellen Kontaktbeschränkungen leiden würden. – Keine echten Besucher auf dem Gertrudenhof, aber einige virtuelle, die von Belustigt-Sein über Erstaunen, Verwunderung, Freude und Berührtsein ein großes emotionales Spektrum darboten.

Der ganze Zauber dauerte gerade zehn Minuten, aber das reichte, um die Teambesprechung positiv anzureichern. Per Video ein paar Tieren beim Fressen zuzuschauen – das ersetzt keine echte Weihnachtsfeier. Und doch wäre es schade gewesen, wenn wir diese zehn Minuten nicht gehabt hätten.

Dieses Weihnachten und dieser Jahreswechsel werden für die meisten von uns etwas anders sein als in den vorhergehenden Jahren. Wir werden nicht alle besuchen können, die wir gerne sehe würden. Wir werden nicht groß verreisen können. Wir müssen uns umstellen und schauen, was denn so möglich ist. Und das, was möglich ist, das sollten wir nutzen.

Ich wünsche allen, die mir bis zum Ende gefolgt sind, dass sie ihren Zehn-Minuten-Zauber finden mögen. Zu Weihnachten, und überhaupt.

99 Hefte und 27 Jahre: Die Zeitschrift für Transaktionsanalyse

Nächste Woche erscheint Heft 4/2020 der Zeitschrift für Transaktionsanalyse. Es die 99. Ausgabe, die ich betreut habe. Als ich am 1. September 1993 beim Junfermann Verlag anfing, bestand eine meiner ersten Aufgaben darin, mich um Heft 3/1993 zu kümmern, das die folgenden Beiträge enthielt:

  • Christiane Gérard: Wer sagt, dass es keine blauen Elefanten gibt?
  • Leonhard Schlegel: Die „psychischen Organe“ und ihr Verhältnis zu den Ich-Zuständen nach Berne
  • Emilio Serra & Petra Antweiler: Wortlos verließ der Vater die Küche … Variationen zu Aschenputtel

 

Und heute, 27 Jahre später, blicke ich auf gut 500 Beiträge von mehr als 250 Autorinnen und Autoren zurück. Mit einem Herausgeber und zwei Herausgeberinnen habe ich gearbeitet, mit Fritz Wandel, Ulrike Müller und Karola Brunner; immer gut und einvernehmlich, immer darum bemüht, das gerade anstehende Heft zu einer lesenswerten Ausgabe zu machen.

Organisatorisch wurden meine Kollegin Monika Köster und ich stets gut, freundlich und unterstützend von der Geschäftsstelle begleitet, und das seit vielen Jahren von Marianne Rauter und Kerstin Panagia.

In den zurückliegenden 27 Jahren hat ein beträchtlicher technologischer Wandel stattgefunden. Anfangs gab es z.T. noch maschinengeschriebene Artikel, die im Verlag erst abgetippt werden mussten. Dann wurden hauptsächlich Disketten hin- und hergeschickt, die manchmal beschädigt oder auch gar nicht ankamen. Mit Zeitdruck im Nacken habe ich oft bange auf die Post gewartet. Auch später, als der Versand von Texten über E-Mail erfolgte, lief längst nicht immer alles perfekt und glatt. Doch am Ende gab es immer ein Heft.

Aus etlichen Artikeln oder Kontakten über die Zeitschrift haben sich Bücher entwickelt. Nicht zuletzt deshalb ist die ZTA für uns als Verlag immer ein wichtiges Projekt gewesen. Viele Autorinnen und Autoren haben wir auf den Kongressen persönlich kennengelernt und haben uns etwas zugehörig zur deutschsprachigen „TA-Familie“ gefühlt.

Jetzt, nach insgesamt 36 Jahren (die erste ZTA-Ausgabe erschien 1984) endet für uns als Verlag eine Ära. Und für mich als Junfermann-Mitarbeiterin bricht eine Zeit an, die ich mir noch nicht so richtig vorstellen mag. Bei allen Veränderungen und allem Wandel war die Zeitschrift für Transaktionsanalyse eine echte Konstante. Es waren meine vier „Büchlein“, die ich Jahr für Jahr mit auf den Weg gebracht habe, und ich spüre bereits den ersten Trennungsschmerz.

Wir als Verlag wären gerne den Weg in die digitale Zukunft mitgegangen. Jetzt werden wir von außen beobachten, wie sich dieser Weg gestalten wird. Ich hoffe aber, dass wir weiterhin mit vielen Mitgliedern der TA-Familie in Verbindung bleiben.

Wenn denn ein Schlusspunkt sein muss, dann gefällt mir, dass er für mich nach 99 Ausgaben kommt. 100 wäre einfach zu rund, zu vollkommen.

Ich bedanke mich bei allen an der Zeitschrift Beteiligten für die produktive, interessante und immer lehrreiche Zeit.

Trauern heißt lieben – ein Leben lang

Trauer ist die Kehrseite der Liebe

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Frage, ob Trauer um einen geliebten Menschen ein glückliches Leben ausschließt. Unsere Autorin Christine Kempkes ergänzt damit die beigefügte Lese-Hör-Probe aus Kapitel 5 ihres Buchs Mit der Trauer leben lernen, das am 23.10.2020 im Junfermann Verlag erscheint.

Mit dem Tod eines geliebten Menschen macht das Leben der trauernden Angehörigen eine Vollbremsung. Ganz egal, ob der Tod ganz plötzlich wie ein Blitz einschlägt oder lange ums Haus geschlichen ist, plötzlich wird es still. Die Tage dunkel, die Nächte lang und einsam. Sind alle organisatorischen Dinge rund um die Beerdigung erledigt und ist die letzte Dankkarte geschrieben, meldet sich der Schmerz mit seiner vollen Wucht. Es scheint, als ob es aus diesem Tal der Tränen nie wieder einen Ausweg geben könne.

Werde ich jemals wieder glücklich sein?

Das ist die zentrale Frage, die fast alle Trauernden sich irgendwann verzweifelt stellen.

In meinen Begleitungen erlebe ich diese Frage oft noch in einer anderen Variante: Darf ich überhaupt wieder glücklich sein? Viele Trauernde empfinden es als Verrat an ihrem geliebten Menschen, in ein Leben zurückzukehren, das sich glücklich oder zumindest zufrieden anfühlt, während der geliebte Mensch sterben musste.

Es ist noch nicht allzu lange her, da ging die Trauerpsychologie davon aus, dass Trauer ein Prozess mit einem definierten Anfang und einem Ende ist. Nach Abschluss dieses Prozesses sollten wir unser Leben ohne die Trauer fortsetzen und somit Platz für Lebensfreude schaffen können. Das passte jedoch nicht zu dem Gefühl der trauernden Menschen, die auch Jahre nach dem Verlust noch sehr traurige Tage erlebten und somit meinten, dass irgendetwas mit ihnen offensichtlich nicht stimmen könne.

Der Denkfehler war folgender: Trauer ist die Kehrseite der Liebe. Würden wir nicht so sehr lieben, würden wir auch nicht so sehr trauern. Die Liebe endet jedoch nicht mit dem Tod – glücklicherweise. Wir lieben unser Kind, egal ob es hier auf Erden lebt oder auf der anderen Seite des Weges. Wir lieben unseren Partner bzw. unsere Partnerin, auch wenn er bzw. sie uns bereits vorausgegangen ist. Und das bedeutet im Umkehrschluss: wir werden unser Leben lang bis zu unserem eigenen Tod Trauer spüren – und das ist auch gut so, weil es eben ein Zeichen gelebter Liebe ist. Wir gehen daher heute davon aus, dass zu einem heilsamen Trauerprozess die Integration des Schmerzes gehört. Es geht um Verbindung, nicht um Loslassen. Es geht darum, dem geliebten Menschen einen neuen Platz im Leben einzuräumen. Den Weg fortzusetzen mit der Liebe UND der Trauer im Herzen. Beides darf sein und beides braucht Raum.

Die Liebe endet nicht mit dem Tod.

In dem Moment, wo wir genau das akzeptieren, wo wir der Trauer zugestehen, da sein zu dürfen, ist der Weg – so paradox es klingen mag – für die Lebensfreude geebnet. Dabei poltert sie meist nicht mit einem großen Paukenschlag in das Leben der Trauernden! Sie schleicht sich eher auf leisen Sohlen und in klitzekleinen Schritten heran. So beginnen sie, kleine Glücksmomente zu sammeln, wie Frederik, die Maus aus dem gleichnamigen Kinderbuch, Sonnenstrahlen für den langen Winter sammelt. Diese sonnigen Momente packen Trauernde in ihren Lebensrucksack genauso, wie die traurigen.

Die gute Nachricht lautet: Der Schmerz verändert sich im Laufe der Zeit, er ist nicht mehr so stechend wie am Anfang, er wird milder, er wiegt in unserem Lebensrucksack nicht mehr so schwer wie ein Wackerstein. Wie das möglich ist und was Trauernde selbst aktiv dazu beitragen können, dazu enthält mein Buch zahlreiche Impulse und Anregungen. Immer mit der Haltung, dass es nicht den einen Musterweg gibt, sondern dass Sie Ihren ganz eigenen Trauerweg entdecken dürfen.

 

 

 

 

 

Über die Autorin:

Christine Kempkes ist Bestatterin, zertifizierte Coach und Trauerbegleiterin nach den Richtlinien des BVT, des Fachverbands für Trauerbegleitung. Sie engagiert sich als ehrenamtliche Sterbebegleiterin beim ambulanten Hospiz Oberhausen. Die Themen Sterben, Tod und Trauer dorthin zu holen, wohin sie gehören – in die Mitte des Lebens –, ist ihr ein Herzensanliegen.

Corona-Tagebuch, Teil 7: Der Frosch mit der Maske

Anfang März, vor dem Shutdown (ja, es gab eine Zeit davor!), war ich auf dem Weg in die Innenstadt. Kurz hinter einer Unterführung begegnete mir ein seltsames Wesen: Mund und Nase waren vollständig von einer Schutzmaske bedeckt, deren obere Kante bis unter die große Brille reichte. „Der Frosch mit der Maske“ schoss es mir unwillkürlich durch den Kopf. Und da die alten Edgar-Wallace-Filme an Absurdität kaum zu überbieten sind, erschien mir das als eine sehr passende Beschreibung dieser seltsamen Gestalt.

Bei mir war noch keine Angst vor dem Virus angekommen; ganz anders war es anscheinend bei diesem Menschen. Und bei aller Absurdität und Lächerlichkeit machte sich Unbehagen bei mir breit. Da war jemand auf der Straße unterwegs, und er war gesichtslos.

Nun, da es eine Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, Geschäften etc. gibt, werden wir alle zu mehr oder weniger gesichtslosen Gestalten. Die Mundpartie sieht man nicht – und damit auch kein Lächeln. „Man weiß nicht mehr, wer Freund oder Feind ist“, erläutert unser Autor Dirk Eilert in einem der zahllosen Interviews, die er momentan gibt. Als Experte für Körpersprache und Mimik ist er gerade sehr gefragt. Und dass er etwas zu diesen Themen zu sagen hat, beweist nicht zuletzt sein soeben erschienenes Werk Körpersprache entschlüsseln und verstehen. Die Mimikresonanz-Profibox. Aber laut Dirk Eilert steht uns auch mit Maske ein ganz wichtiger Teil der Mimik zur Verfügung: die Augen. Sind diese nicht zusätzlich verdeckt, können wir einander noch „lesen“.

Ein Kolumnist unserer lokalen Tageszeitung hingegen kann der verdeckten Mundpartie etwas absolut Positives abgewinnen: Er freut sich, keine verkniffenen Münder oder nach unten gezogenen Mundwinkel mehr zu sehen. Also nicht nur das Lächeln verschwindet, sondern auch der Verdruss.

Man kann aber auch sehr kreativ mit der Maskierung der unteren Gesichtshälfte umgehen, wie unsere Kollegin Saskia und ihre Tochter Antonia es zeigen. Je nach Stimmung – und bei manchen wechselt sie ja durchaus häufiger – legt man sich ein Repertoire an Ersatzmimiken zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer weiß: Im Moment stehen Masken ganz hoch im Kurs, und wer welche herstellt, findet Abnehmer. Aber vielleicht ist es eine Geschäftsidee, Sets mit verschiedenen Mundbildern auf den Markt zu bringen. Man kann dann wählen, ob man der Welt – auch hinter der Maske – seinen Verdruss schenken will, oder sein Lächeln.

3 x 3 Tipps für den Umgang mit Herausforderungen im Online-Coaching – Teil 3

Von Karin Kiesele und Andrea Schlösser

 

Herausforderung 3: Talking Heads – Kommunikation ohne Körpersprache

Im Präsenz-Coaching haben wir den Klienten in Gänze vor uns, vom Scheitel bis zur Sohle. Wir können wahrnehmen, wann er seine Körperhaltung verändert und wie sich die Inhalte des Coachings körperlich bei ihm äußern. Ganz anders sieht es beim Online-Coaching aus. Jetzt steht uns lediglich das Gesicht als nonverbale Informationsquelle zur Verfügung.

Tipp 1: Konzentrieren Sie sich auf die Mimik des Klienten und nehmen Sie bewusst wahr, wie sich sein Gesicht verändert, wenn er negativ oder positiv assoziiert ist. Spiegeln und paraphrasieren Sie, was Sie nonverbal wahrnehmen und gleichen Sie anhand seiner Antworten Ihre Vermutungen und Hypothesen ab.

Tipp 2: Nutzen Sie die Augenzugangshinweise aus dem NLP. Sie geben uns dort eine gute Orientierung darüber, wie der Klient Informationen verarbeitet. Weitere Details finden Sie in der folgenden Grafik.

(Aus: Alexa Mohl, Der Zauberlehrling, S. 52)

 

 Tipp 3: Fragen Sie aktiv nach den Empfindungen Ihrer Klienten. Gerne zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Coachings.

 

 

Nicht nur online begegnen uns als Coaches eine Vielzahl an Herausforderungen. Auch im Direktkontakt gibt es mitunter Situationen, die uns an Grenzen bringen. Genau auf solche Momente gehen wir in unserem neuen Buch Herausfordernde Situationen im Coaching ein, das im Sommer 2020 erscheinen soll. Damit bieten wir Coaches einen strukturierten und praxisnahen Ratgeber für den Coachingalltag. Das Buch zeigt eine Fülle konkreter Handlungsanleitungen auf, die Coaches helfen, mit Herausforderungen umzugehen.

 

 

 

Karin Kiesele, Kommunikationswissenschaftlerin (B. A.), zertifizierter Personal & Business Coach, zertifizierte Trainerin, NLP Practitioner, Resilienztherapeutin, Mitglied im Deutschsprachigen Dachverband für Positive Psychologie e. V.
www.karin-kiesele.de 
www.worteundtaten.net

 

 

Andrea Schlösser, Coach und Supervisorin DGSv, Mediatorin BM, zertifizierte Trainerin, NLP Master
www.andrea-schloesser.de 
www.neurolines.de

 

 

 

2018 erschien ihr gemeinsames Buch Job-Coaching bei Junfermann.

NLP und mehr: Klaus Grochowiak (27.10.1950 – 13.04.2020)

Klaus Grochowiak

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser Autor Klaus Grochowiak am Ostermontag im Alter von 69 Jahren verstorben ist. Im Zeitraum von 1995 bis 2002 erschienen bei Junfermann insgesamt sieben Bücher von ihm.

In den 1990er-Jahren wurde NLP in Deutschland ganz groß, und dazu passten auch die beiden kapitalen, von Klaus Grochowiak verfassten DIN-A4-Bände: zuerst das „NLP Practitioner Handbuch“ und später dann das „NLP Master Handbuch“. Hier versammelte sich das Wissen, das er in den Ausbildungsgängen an seinem eigenen Institut, der Creative NLP Academy (CNLPA) vermittelte. Und wie fundiert dieses Wissen war, zeigt allein ein kurzer Auszug aus seiner Autorenbiografie, wie sie auf den Büchern erschien:

„Klaus Grochowiak ist Master-Trainer der INLPTA (Wyatt Woodsmall), Certified Trainer der Society of Neuro-Linguistic Programming (Bandler & Associates), Certified Trainer der NLP Connection (Chris Hall).“

Bereits sein Werdegang vor Gründung der CNLPA macht deutlich: Hier ist jemand, der alles andere als eingleisig durchs Leben fährt. Er studierte Politikwissenschaften, Philosophie und mathematische Logik. Seine Diplomarbeit hatte folgenden Titel: „Die Kontext-Wert-Logik als formales Modell der Modellierung der Ware-Geld-Beziehung bei Marx“. Anschließend war er einige Jahre als Broker tätig und kam danach in Berührung mit dem NLP.

Wenn ich mir die bei Junfermann erschienenen Grochowiak-Bücher anschaue, dann fällt eines auf: Bis auf die beiden o.g. Handbücher wurden alle anderen mit unterschiedlichen Co-Autorinnen und -Autoren mit Expertise in unterschiedlichsten Gebieten verfasst. Sie behandeln Themen wie Selbstmotivation, Selbst- und Weltmodelle, Veränderungsarbeit, kommunikative Kompetenz oder Familienaufstellungen. Hier zeigt sich die Bandbreite der Interessen und die Weite von Klaus Grochowiaks Denken. Und so sieht auch DVNLP-Vorstandsmitglied Ralf Dannemeyer sein vielleicht größtes Verdienst für die Idee des NLP in der „Verknüpfung unserer Disziplin mit neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaften, des menschlichen Energiesystems und der systemischen Aufstellungsarbeit“.

Wir haben als Verlag Klaus Grochowiaks großes Wissen und seine Expertise auf unterschiedlichsten Gebieten immer geschätzt. Auch wenn seine letzte Buchveröffentlichung bei Junfermann bereits einige Zeit zurückliegt: Für die vielen Jahre der produktiven Zusammenarbeit sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet.

3 x 3 Tipps für den Umgang mit Herausforderungen im Online-Coaching – Teil 1

Von Karin Kiesele und Andrea Schlösser

 

Herausforderung 1: Meine Lieblingsmethode kann ich online nicht umsetzen

Tatsächlich sind einige Methoden online kaum möglich, etwa psychodramatisches Arbeiten oder Elemente aus dem wingwave Coaching. Wenn es Ihnen jedoch gelingt, sich im Kopf frei zu machen und kreativ zu werden, dann erkennen Sie: Zahlreiche andere gestalterische Methoden lassen sich erstaunlich gut auch online umsetzen.

Das gilt auch für die Arbeit mit Bodenankern und Trancen; im Online-Coaching lassen sie sich ohne große Probleme gut umsetzen. Hierzu drei praktische Tipps:

Tipp 1: Für die Arbeit mit Bodenankern schicken Sie ihrem Klienten Moderationskarten zu und bitten Sie ihn, diese für die Arbeit in der später folgenden Online-Session bereit zu legen.

Tipp 2: Bereiten Sie Arbeitsblätter vor, die analog zu Ihrer Lieblingsmethode aufgebaut sind. Erklären Sie das Vorgehen schrittweise und lassen Sie genügend Platz frei, damit der Klient seine Impulse, Antworten oder Ideen eintragen kann. So lassen sich z.B. Methoden zur Arbeit mit der Timeline, Skalierungsfragen oder auch die Arbeit zum Wertesystem des Klienten gut umsetzen.

Tipp 3: Schauen Sie, ob es Fragebögen, Checklisten oder Tests zu Ihrer Methode gibt, die der Klient selbst ausfüllen kann. Beispiel: Wir bieten im Downloadbereich zu unserem Buch Job-Coaching einen Test zu den Karriereankern nach Ed Schein an. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass es zu Ihrer Methode ebenfalls geeignete Tools gibt. Die Ergebnisse können Sie dann online gut gemeinsam mit Ihrem Klienten besprechen.

 

Nicht nur online begegnen uns als Coaches eine Vielzahl an Herausforderungen. Auch im Direktkontakt gibt es mitunter Situationen, die uns an Grenzen bringen. Genau auf solche Momente gehen wir in unserem neuen Buch Herausfordernde Situationen im Coaching ein, das im Sommer 2020 erscheinen soll. Damit bieten wir Coaches einen strukturierten und praxisnahen Ratgeber für den Coachingalltag. Das Buch zeigt eine Fülle konkreter Handlungsanleitungen auf, die Coaches helfen, mit Herausforderungen umzugehen.

 

 

 

Karin Kiesele, Kommunikationswissenschaftlerin (B. A.), zertifizierter Personal & Business Coach, zertifizierte Trainerin, NLP Practitioner, Resilienztherapeutin, Mitglied im Deutschsprachigen Dachverband für Positive Psychologie e. V.
www.karin-kiesele.de 
www.worteundtaten.net

 

 

Andrea Schlösser, Coach und Supervisorin DGSv, Mediatorin BM, zertifizierte Trainerin, NLP Master
www.andrea-schloesser.de 
www.neurolines.de

 

 

 

2018 erschien ihr gemeinsames Buch Job-Coaching bei Junfermann.

Corona-Tagebuch, Teil 6: Was wir gerade aus der Krise lernen

Von Simone Scheinert

Es war ein komisches Gefühl, am Abend des 17. März den Verlag zu verlassen. Ich hatte schon einen Home-Office-Arbeitsplatz, da ich jeden Freitag von zuhause aus arbeite. Aber zu wissen, dass man auf unbestimmte Zeit nicht in den Verlag kommt, die Kolleg*innen so schnell nicht persönlich wiedersieht und dass gar nicht klar ist, wie das alles ausgeht – das war unheimlich und hatte nichts von dem erhebenden Gefühl, mit dem man sonst in den Urlaub geht, im Gegenteil. Ganz schnell hab ich als Botschaft, für alle, die weiter in den Verlag kommen, abends noch aufs Whiteboard geschrieben: Bitte gießt gelegentlich meine Blümchen! Und kam mir dabei vor, als ginge ich mindestens in Rente und nicht ins Home-Office.

Nach gut zwei Wochen Arbeit zuhause kann ich eine erste, vorsichtige Bilanz ziehen. Das Arbeiten von zuhause aus hat bislang besser funktioniert, als wir alle dachten. Denn, ganz ehrlich, so richtig vorbereitet waren wir nicht. Es gab insgesamt nur drei Heim-Arbeitsplätze mit Serverzugriff – einer davon ist meiner. Also habe ich mich zunächst mal hauptsächlich um die Bearbeitung unserer Webshop-Bestellungen gekümmert und Rechnungen geschrieben, was ich im Verlag nur als Urlaubsvertretung oder bei unserer Sparbuch-Aktion aushilfsweise getan habe.

Andere Dinge, die wir normalerweise im Team besprechen und entscheiden, konnten wir über eine Dropbox besser als erwartet lösen. Wir telefonieren, haben eine Verlags-Whatsapp-Gruppe, wir zoomen, wir skypen (und bekommen dabei interessante Einblicke in die Wohnungen der Kollegen 😊) … es läuft, und es läuft diszipliniert und gut.

Im meinem Hauptbereich Marketing ist derzeit alles anders. Ich weiß nicht, ob die Zeitschriften, in denen wir normalerweise Anzeigen schalten, am Ende des Jahres noch da sind. Ich weiß nicht, ob die Geschäftspartner, die Coaches, die Trainer, die Therapeuten mit denen wir zu tun haben, diese Krise gut überstehen. Ich hoffe es von Herzen.

Alle, nicht nur die Verlage, müssen jetzt stärker aufs Budget achten. Anzeigenbuchungen werden storniert, Veranstaltungen sind abgesagt, es wird keine Büchertische geben. Eingetretene Pfade sind plötzlich nicht mehr begehbar. Wir müssen kreative Wege finden und uns gegenseitig helfen und unterstützen. Das Denken ändert gerade die Richtung – wie gut, dass der Kopf rund ist!

Und dann ist da ja noch unsere Zeitschrift „Praxis Kommunikation“. Gerade entsteht Ausgabe 2, die Ende April erscheinen soll. Praxis Kommunikation bekommt gerade eine ganz neue Bedeutung – denn alle Absprachen, die ich mit meinem Kollegen aus der Grafik sonst direkt treffe, machen wir jetzt telefonisch. Die Layouts können wir diesmal nicht direkt gemeinsam am Monitor begutachten. Also müssen wir mailen, telefonieren, pdfs hin- und herschicken, pragmatische Lösungen finden und nochmal telefonieren. Uns immer wieder verständigen. Das Beste daran: Es funktioniert! Auch ohne Präsenz und mit Social Distancing. Es wird ein schönes Heft werden, und das freut mich gerade noch viel mehr als sonst.

Ich lerne etwas, trotz all dem Elend, das die Corona-Krise über die Welt bringt: Wir Menschen sind flexibel. Wir finden Lösungen und verlassen unsere gewohnten Muster, wenn es drauf ankommt. Wir sind, trotz aller Unterschiede, ein Team mit dem gleichen Ziel. Die kleine Perfektionistin in mir lernt gerade übrigens: Manchmal ist „gut genug“ auch wirklich gut, mehr braucht es nicht.

Jetzt kratzt unser Kater an der Terrassentür und will ins Haus – wenigstens das ist noch wie immer!

Corona-Tagebuch, Teil 5: Was macht eigentlich der Vertrieb in Zeiten von Corona?

Von Stefanie Linden

 

Man könnte meinen: Alles hat geschlossen, also kann der Vertrieb die Beine hochlegen. Weit gefehlt, denn als Bindeglied zwischen Verlag und Buchhandel, Zwischenhandel sowie Onlinehandel laufen bei mir die Fäden zusammen und wollen auch so manches Mal entwirrt werden. Es gibt viele telefonische Kontakte zu meinen Buchhändlern, die in dieser Situation manchmal nur den persönlichen Austausch suchen – ich nenne es inzwischen „virtuelles Kuscheln“. Manchmal müssen auch Probleme besprochen werden, die mir sehr nahe gehen, und wieder ein anderes Mal werden Bücher bestellt oder es wird eine Online-Aktion geplant, für die diverse Informationen und Coverabbildungen benötigt werden. Bisher konnten wir aber für jedes Problem eine Lösung finden, mit der sich alle Beteiligten wohlfühlen können.

 

Und dann wäre da auch die Vorschau mit den Herbstnovitäten 2020.

Nachdem wir alle im Verlag richtig „rangeklotzt“ haben, um die Vorschau „Herbst 2020“ auch unter Homeoffice-Bedingungen zu einem guten Ende zu bringen, fängt bei mir die Arbeit richtig an. Titel müssen in unserem Verlagssystem angelegt, an die Zwischenbuchhändler gemeldet und an die verschiedenen Systeme gemailt und dann bearbeitet werden.

Und die fertige Vorschau wird erstmals nicht in gedruckter Form vorliegen, sondern als PDF-Datei, die ich an meine Buchhändler per Mail verschicke. Dafür brauche ich aber einen aktuellen und vollständigen Mail-Verteiler, um den ich mich jetzt kümmern muss. In Buchhandlungen wechseln gelegentlich Ansprechpartner, weshalb Verteilerpflege eigentlich eine permanente Aufgabe ist, für die ich unter normalen Bedingen aber nicht immer die notwendige Zeit habe. Doch jetzt ist die Zeit dafür da – und ein aktueller Verteiler ist wichtiger denn je.

Doch es gibt nicht nur Wechsel und Veränderung. Viele Buchhändler und Buchhändlerinnen kenne ich schon 18 Jahre. Deshalb verschicke ich nicht einfach eine Datei (die Vorschau-PDF), sondern füge auch ein Anschreiben bei, denn mir ist die persönliche Ansprache sehr wichtig. Es sind in den Jahren Freundschaften entstanden und die Sorgen, die wir im Verlag und meine Buchhändler im Handel haben, sind geteilt vielleicht nur noch halb so schwer.

Nach dem Versand werde ich dann mit meinen Buchhändlern telefonieren, um Telefontermine für die Vorschaubesprechung zu vereinbaren. Ich hatte bereits mit großem Vorlauf einige Besuchstermine vereinbart. Die müssen nun leider in Telefontermine umgewandelt werden. Außerdem müssen Flüge und Hotels storniert oder umgebucht werden. Eine Buchhandelsreise in diesem Jahr wird wohl nicht möglich sein. So freue ich mich aber umso mehr auf 2021.

Und zu guter Letzt: Es liegen noch ganz viele administrative Dinge auf meinem Homeoffice-Tisch (der eigentlich unser Esstisch ist), die so überhaupt nicht spannend sind. Aber auch sie wollen erledigt sein und erfordern häufig viel Konzentration – und Zeit. Aber Zeit ist ja genau das, was wir gerade am meisten haben.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund!

Corona-Tagebuch, Teil 4: Positive Entwicklungen

Wir haben in unseren letzten Beiträgen ja viel über das geschrieben, was uns nachdenklich stimmt und Sorgen bereitet. Es waren ernste Beiträge. Gibt es denn gar nichts Leichtes und Freundliches, das uns fröhlich stimmen könnte?

Wenn ich gut drauf sein möchte, telefoniere ich am besten mit einem unserer Druckdienstleister. Für uns ist er schon viele Jahre tätig, hat kleinste und auch sehr große Aufträge abgewickelt. In den letzten Jahren ist er selbst in schweres Fahrwasser gekommen und hat sich beharrlich und erfolgreich wieder rausgearbeitet. Das hat wohl auf sein Resilienz-Konto eingezahlt, und wenn ich heute mit ihm spreche, sprüht er nur so vor Optimismus, dass „das“ schon alles wieder gut werden wird.

Dieser Drucker nun hat gerade ein Produkt „in der Mache“, dessen Fertigstellung – wären wir jetzt alle hier – uns zu wahren Begeisterungsstürmen hinreißen müsste. Spontan hätte vielleicht jemand eine Flasche Sekt aufgemacht; mindestens eine.

Heute nun stand der Drucker mit strahlendem Gesicht in der Tür und hatte die ersten Muster für mich dabei. Das war wirklich ein erfreulicher Moment, den ich gleich mit dem Autor teilen musste. Es hätte nicht viel gefehlt, und er wäre quer durchs Land direkt zu uns gefahren, um seine Belege selbst abzuholen …

 

Um was für ein Produkt handelt es sich aber nun? Das ist das Rätsel, das ich heute aufgeben möchte. Und dazu ein paar Hinweise:

  • Die Fertigstellung hat sehr lange gedauert, länger als drei Jahre – von der Idee bis heute.
  • Der Autor ist schon seit längerer Zeit erfolgreich in bestimmten Bereichen des Themas unterwegs. Er hat es sich (nicht nur) für das Produkt sehr umfassend erarbeitet und Berge von Fachliteratur und aktueller Forschung durchgeackert.
  • Dieses Produkt ist natürlich größere geworden als ursprünglich geplant.
  • Es ist der einzige Titel, den wir – aufgrund der langen Verzögerungen – in zwei Vorschauen angekündigt haben: 2018 und 2020.

 

So, hat jemand eine Idee, wovon ich hier rede?