Herz und Verstand. Zum Tod von Steve Andreas

„My feelings for Steve have always been love, appreciation, respect and gratitude. He positively touched the lives of many people in this world, including mine.” – Robert Dilts

 

Steve Andreas ist am 7. September 2018 im Alter von 82 Jahren gestorben. Als wichtiger Wegbereiter des NLP hat er, meistens zusammen mit seiner Frau Connirae Andreas, zahlreiche Bücher verfasst, von denen die meisten in deutscher Übersetzung bei Junfermann erschienen sind. Doch er war nicht nur Autor, sondern auch Verleger. 1967 gründete er den Verlag „Real People Press“, weil er ein Buch seiner Mutter Barry Stevens herausbringen wollte, das diese gemeinsam mit Carl Rogers geschrieben hatte: „Von Mensch zu Mensch“.

Steve Andreas hatte ursprünglich Chemie studiert und auch als Chemiker gearbeitet. Danach absolvierte er ein Psychologiestudium und war als Dozent an einem College tätig. Er lernte Fritz Perls kennen, widmete sich der Gestalttherapie und brachte Bücher von Perls heraus.

In den 1970er-Jahren beschäftige er sich zunehmend mit NLP und gründete mit seiner Frau Connirae „NLP Comprehensive“, eines der ganz wichtigen Weiterbildungsinstitute auf diesem Gebiet. Auch verlegerisch förderte er seither das NLP. Bei Real People Press erschienen Bücher von Bandler und Grinder, aber auch eigene Werke. Mit Charles Faulkner gab er in den 1990er-Jahren den Band „NLP – The New Technology of Achievement“ heraus, deutsch: „Praxiskurs NLP“.

Neben Richard Bandler, John Grinder und Robert Dilts kann man Steve Andreas mit Recht zu den „Großen“ im NLP rechnen. Sein langjähriger Freund und Weggefährte Robert Dilts schrieb, sie seien sich auf fachlicher Ebene nicht immer einig gewesen, aber aufgrund ihrer tiefen Freundschaft hätten sie immer offen damit umgehen können.

 

Eindrücke vom 2. Junfermann-Autorentag

Am 21. April luden wir zum zweiten Mal zum Autorentag nach Paderborn ein. Was wir 2016 erfolgreich begonnen haben, soll einmal eine Verlagstradition werden – so unser Plan. Gut 30 deutschsprachige Junfermann-Autorinnen und -Autoren hatten sich angemeldet, und das „Junfermann-Familientreffen“ konnte beginnen. Die Wiedersehensfreude war groß, denn bereits vor zwei Jahren hatten sich aus dem Autorentag freundschaftliche Kontakte entwickelt.

Verlagsleiter Dr. Stephan Dietrich hob in seiner Begrüßung die familiäre und herzliche Atmosphäre zwischen Autoren und Verlag hervor, und dankte den Anwesenden, dass sie sich trotz des strahlenden Sonnenscheins (der auch zu anderen Freizeitaktivitäten eingeladen hätte) auf den Weg nach Ostwestfalen gemacht hatten. Der gemeinsame Austausch sollte im Zeichen des Marketings stehen und den Autoren Tipps und Ideen mitgeben, wie sie ihr Buch in der Öffentlichkeit bekannt machen können.

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Unser erster Referent war Dirk Eilert, Autor von Mimikresonanz und als „Gesichterleser“ bekannt durch seine Fernsehauftritte, Radiointerviews und Präsenz in den Printmedien. Er sprach offen über seinen Werdegang vom Beamten zum erfolgreichen Trainer und Mimikexperten – machte aber auch deutlich, dass man engagiert sein Ziel verfolgen und Kontakte knüpfen muss, wenn man in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden will. Von nichts kommt eben nichts – Dirk Eilert merkt man seine Erfüllung allerdings deutlich an, denn er verdient seinen Lebensunterhalt mit einem Thema, für das er jeden Morgen mit Begeisterung aufsteht. So konnte er nicht nur einige Anekdoten aus seinem Autorenleben erzählen, sondern auch ganz konkrete Tipps geben, wie man sich zum Experten für ein Thema entwickelt.

Nach diesem Vortrag war Zeit für den Austausch zwischen Autoren und den Verlagsmitarbeitern aus Lektorat, Marketing und Vertrieb vorgesehen. Bei Kaffee und Kuchen wurden Pläne geschmiedet, Ideen ausgetauscht und neue Kontakte geknüpft.

Der nächste Programmpunkt war der Vortrag von Daniel Melle, der mit den „Sieben Ringen der Kraft“ einen Einstieg ins professionelle Online-Marketing präsentierte. Viele Autorinnen und Autoren konnten hier etwas lernen, was dann auch direkt umgesetzt werden konnte, denn die Schritte waren nachvollziehbar erklärt und erfordern keine riesigen technischen Veränderungen oder Investitionen. Manchmal kann es z. B. nützlich sein, einfach das eigene Facebook-Profil so anzupassen, dass man im Internet besser gefunden wird und seine Zielgruppe punktgenau erreicht. Daniel Melle hat uns übrigens mit seiner spontanen Zusage eine Sorge genommen: Die ursprünglich vorgesehene Referentin Regine Rachow war erkrankt und am Dienstag (ja, genau, dem Dienstag vor dem Samstag … ) sagte Daniel Melle dann: „Da hab‘ ich Bock drauf – ich komme!“ Ein absolut würdiger Ersatz mit einem spannenden Thema – danke nochmal!

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Zu guter Letzt hatten wir dann noch einen kleineren Themenblock zu Video- und Audioproduktionen vorgesehen: Jörg Küster von Dipol Media referierte über das Thema Buchtrailer und zeigte den hochprofessionell und trotzdem mit einem Augenzwinkern produzierten Trailer zum Buch Einfach visualisieren von Jörg Schmidt. Olaf Hemker vom Tonstudio klang:art berichtete über die Hörbuchproduktion und Hörbuchsprecher Thomas Krause erzählte aus seinem Sprecherleben (keine Lederjacke – die raschelt!) und lieferte eine fast comedyreife Performance, mit der wir alle nicht gerechnet hatten – die den arbeitsreichen Teil des Tages aber perfekt abschloss.

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So konnten wir gemeinsam den Tag fröhlich mit einem Essen im Restaurant Bobberts beschließen – mit vielen tollen Ideen und Kontakten, mit privaten Gesprächen, mit Herzlichkeit und Lachen – und am Ende hatten wir uns alle wieder ein Stück besser kennengelernt und angefreundet. Auch die neuen Autorinnen, die zum ersten Mal dabei waren, waren begeistert. So wächst die „Junfermann-Familie“ zusammen!

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Jetzt sind wir alle zurück in unserer täglichen Arbeit und setzen erste Ideen um.

Unser Fazit: Autorentag macht Spaß! Und falls das hier ein Verleger oder Verlagsmitarbeiter liest – wir empfehlen den Autorentag ganz dringend zur Nachahmung :-)!

 

 

 

 

 

Zu Besuch im Tonstudio klang:art

Am Puls der Tontechnik

Von Antje Abram

Was erwartet einen eigentlich, wenn man zum ersten Mal ein Tonstudio betritt?

Riesige Technikpulte? Hermetisch abgeriegelte Räume in dunklen Kellern? Eine Glasscheibe, durch die der „Technikmensch“ die Akteure beobachtet? Rauchige Luft von der letzten Musikband? Oder eine sterile Atmosphäre, damit auch ja nichts die Tonaufnahme stört?

Mitte März machte ich mich auf den Weg von Köln nach Castrop-Rauxel (wobei ich erst einmal das Internet befragen musste, wo das denn genau liegt), um aus meinem Buch Imaginationen ein Hörbuch zu machen. Den „normalen Text“ übernimmt später der professionelle Sprecher Thomas Krause, und ich durfte die Imaginationen einlesen, gut 90 Seiten – quasi als Profi für Imaginationen und Hypnotherapie. Zuvor hatte ich eine „Hörprobe“ geschickt, damit geprüft werden konnte, ob ich auch „geeignet“ wäre, den Text einzulesen. (Später wurde mir klar, warum das Abstimmen im Vorfeld so wichtig ist!)

Gelandet bin ich, vom Verlag vermittelt, beim Tonstudio „klang:art“ von Medienpädagoge und Tonmeister (VDT) Olaf Hemker.

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In einem schönen großen Haus führte mich Herr Hemker (für mich sehr bald schon: Olaf) ins Dachgeschoss. (Die Fantasie vom „dunklen Keller“ flog schon mal raus aus meinem Kopf.) Einer der Räume war tatsächlich mit beeindruckend viel Technik ausgestattet: ein riesiges Mischpult, viele Knöpfchen und Hebel und Computermonitore.

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Mein eigener Arbeitsplatz befand sich dann direkt nebenan: ein schallisolierter Raum, gemütlich mit Vorhängen abgehangen, irgendwie heimelig. Ein Klavier, Gitarren und allerlei Musikgerätschaften lagen herum – also doch ein Flair von Musikbands. Für mich stand ein schlichtes Pult bereit, ein Stuhl, ein Kopfhörer, ein Mikro. Eigentlich ganz einfach: Blatt mit dem Text auf das Pult legen, Kopfhörer auf, richtige Entfernung zum Mikro – und es geht los mit dem Lesen. Nur: Es bedarf wirklich größter Konzentration, um einen Text fehlerfrei, mit klarer Stimme und guter Betonung hinzukriegen. Das Blatt soll natürlich auch nicht rascheln, und sogar die „Speichelgeräusche“ hört Olaf Hemker genau. Ich lernte, dass Apfelsaft hilfreich ist, um den Mund auszutrocknen und die Speichelgeräusche zu reduzieren. Vor lauter „Bloß keine Nebengeräusche fabrizieren!“ war mein Körper ganz schön angespannt, was mir aber erst später wirklich auffiel.

Glücklicherweise haben es Imaginationsübungen so an sich, dass es immer mal wieder Pausen im Text gibt. – Gut für mich, so habe ich mich nicht allzu oft verhaspelt.

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Am ersten Tag haben Olaf Hemker und ich gut sieben Stunden gearbeitet, unterbrochen von einer Mittagspause beim Italiener. (Aber Vorsicht: Nichts essen oder trinken, von dem man aufstoßen müsste oder der Magen laut rumpeln könnte!)

Nach diesen sieben Stunden war es endgültig vorbei mit meiner Konzentration – und vor allem mit meinem Körper, der sich unbedingt mal wieder bewegen wollte. Ein Spaziergang, viel Yoga und anschließend Mengen an Essbarem haben da überaus gut weitergeholfen!

Übernachtet habe ich im Hotel Residenz, einem alten Jugendstilhaus mit hohen Decken und schönem Ambiente.

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Die herrlich knarrende Holztreppe erinnerte mich an meine Kindheit, an die Besuche bei meiner Oma. Glücklicherweise war die geräuschvolle Treppe durch eine Tür von den Zimmern getrennt – vielleicht war ich aber auch einfach nur total sensibilisiert von „Nebengeräuschen, die nicht sein sollen“, wer weiß?!

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Praktisch auch, wenn nach einem anstrengenden Arbeitstag die köstlichen Produkte vom Konditormeister in unmittelbarer Nähe im Erdgeschoss des Hauses auf einen warten! Mein Tipp: Mousse-au-Chocolat-Torte!

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Am zweiten Tag las es sich irgendwie fließend, wahrscheinlich auch mit dem Wissen, dass wir den größten Batzen schon am Vortag geschafft hatten. Und so waren wir tatsächlich mittags schon fertig.

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Ich habe mich bei Olaf Hemker mit seiner unerschütterlichen Ruhe und Geduld sehr gut aufgehoben gefühlt – vielen Dank dafür!

Eine professionelle Sprecherin möchte ich aber nicht werden. – Da gibt es einfach zu wenig körperliche Action! 🙂

Übrigens: Das Ergebnis meiner Bemühungen können Sie schon bald selbst hören. Dann wird mein Hörbuch die Junfermann-Audiodownloads ergänzen.

 

abram_2_2008 Über die Autorin

Antje Abram ist Gestalttherapeutin, Heilpraktikerin Psychotherapie, Systemische Familientherapeutin und Dipl.-Sportlehrerin für Behindertensport und Rehabilitation. Seit 1998 arbeitet sie in eigener Praxis in Köln.

Im Junfermann Verlag sind von ihr in der Reihe Therapeutische Skills kompakt die Bücher Imaginationen (2017) und Gestalttherapie (2013) erschienen sowie der Titel Fühlen erwünscht (2007) mit Co-Autorin Daniela Hirzel.

Weitere Informationen zur Autorin und ihrem Angebot erhalten Sie hier.

Ein Schwein, das glücklich macht

Wir haben (ein) Schwein im Verlag – und zwar seit letzter Woche. Dieser nette Vertreter seiner Art wurde nämlich aus einem Schrottwichtel-Paket befreit.

Beim Schrottwichteln geht es ja bekanntlich darum, ungeliebten Kram loszuwerden. Was also auf diesem Weg in die Runde geworfen wird, möchte doch niemand haben, oder? – Das Schwein jedoch weckte Begehrlichkeiten. Und weil es Stimme hat, sorgte es gleich für gute Stimmung.

Wir waren uns schließlich mehr oder weniger einig: Das Schwein muss für alle da sein. Und so fand es im Verlag einen Platz, an dem fast jeder im Laufe des Tages mal vorbeikommt. Und dann muss man es manchmal einfach drücken, denn das bringt ja vielleicht Glück. Auf alle bringt es Freude, denn meistens folgt auf das Grunzgeräusch ein Lachen aus irgendeinem Büro.

Einen Platz hat unser Schwein also, es hat eine Aufgabe, es erfüllt einen Sinn. Fehlt nur … ein Name. Und den, liebe Leserin, lieber Leser, mögen ja vielleicht Sie ihm geben?

Schreiben Sie uns Ihre Vorschläge! Wer den Namen findet, der uns am besten gefällt, bekommt von uns ein Buch der Wahl aus unserem Verlagsprogramm.

 

Frankfurter Buchmesse 2017: Einmal ist immer das erste Mal

Carolin Stephan berichtet, wie sie die Frankfurter Buchmesse 2017 erlebt hat

Alle Jahre wieder im Oktober heißt es für uns bei Junfermann: Die Frankfurter Buchmesse steht an! Bisher bedeutete das für mich als Aushilfskraft, meinen Kollegen und Kolleginnen hier und da bei Vorbereitungen zu helfen. Vor Ort in Frankfurt habe ich dann neben gründlichem Stöbern in sämtlichen Messehallen den Junfermann-Stand an einem der Fachbesuchertagen besucht und auch den ein/die eine oder andere/n Junfermann-Autor/in kennengelernt. Doch dieses Jahr sollte (fast) alles anders kommen – was mein „Upgrade“ zur Volontärin bei Junfermann zur Ursache hat –, denn dieses Jahr war ich nicht mehr als Fachbesucherin sondern als Ausstellerin da; und nicht mehr für einen Tag sondern für gleich vier Tage.

Unser Stand bei der Frankfurter Buchmesse 2017

Unser Stand bei der Frankfurter Buchmesse 2017

Ich bin dieses Jahr am Messedonnerstag angereist, also nach dem Dienstag, wo alles aufgebaut wird, und nach dem ersten Messetag, Mittwoch. Kaum am Junfermann-Stand angekommen, da tauchte ich direkt in ein Gespräch zwischen meiner Kollegin Simone Scheinert aus dem Marketing und einem Geschäftspartner ein – „Sorry, dass ich dich jetzt direkt überfalle, Caro, aber es wäre toll, wenn du dazukommen würdest!“ Gesagt, getan, und ab diesem Punkt ging es Schlag auf Schlag weiter mit Terminen: Geschäftsessen hier, Marketing-Termin dort, hier nochmal zu einem Sektempfang, dort noch zu einer Besprechung mit Kollegen, dann nochmal in Halle 4 bei Beltz vorbei. Abends im Hotel dann das erste wirkliche Aufatmen: Erschöpft von der Hektik, den ganzen Eindrücken und Informationen sowie neuen Kontakten schlossen zwei Kolleginnen und ich den Abend gemütlich an der Hotelbar ab. Und mein erstes Fazit war: „War zwar anstrengend, aber … ich will nochmal!“

Dieser Wunsch blieb mir nicht verwehrt, denn am Freitag ging es ähnlich weiter, obwohl ich am Vormittag Zeit hatte, mich selbst ein wenig umzusehen. Später nahm ich an einigen Terminen mit Vertretern von amerikanischen Verlagen teil, die meine Kollegin Heike Carstensen alljährlich auf der Messe trifft. Des Weiteren war auch „Schichtwechsel“ angesagt: die Kolleginnen und Kollegen, die bereits seit Dienstag auf der Messe gewesen waren, reisten wieder ab und meine Kollegin Heike Carstensen und ich übernahmen den Stand.

An den Publikumstagen am Samstag und Sonntag wurden dann für jedermann die Türen geöffnet, was sich meines Erachtens auch an den Besucherzahlen zeigte: es war teilweise proppenvoll im Vergleich zu den Fachbesuchertagen. Auch am Wochenende besuchten viele Interessierte unseren Stand, die Fragen zu den Büchern sowie unseren Themen stellten und Bestellungen aufgaben. Diesen direkten Austausch fand ich sehr interessant und bereichernd – wann kommt man sonst mal so unbeschwert und persönlich mit (potenziellen) Kunden aber auch Geschäftspartnern in Kontakt?

Pablo Hagemeyer präsentiert sein Buch „Fantasiereisen“

Pablo Hagemeyer präsentiert sein Buch „Fantasiereisen“

Da ich am Wochenende auch das erste Mal wirklich auch für eine längere Zeit am Junfermann-Stand verweilte – ohne anderweitige Termine – nahm ich besonders an den Publikumstagen die laute Geräuschkulisse wahr: immer wieder drangen Spannung erzeugende Töne vom Netflix-Stand neben an zu uns durch – dort wurde ununterbrochen ein Werbetrailer für eine neue Mystery-Serie abgespielt – neben dem eh schon vorhandenen Gemurmel, Gerede und Gesumme. Gesumme? Ja. Wenn sich die Geräusche in der Halle vermischen, dann nimmt man das als eine Art summenden Hintergrundton wahr, was auf Dauer sehr unangenehm sein kann. Zum Glück haben uns aber Pablo Hagemeyer, Michael Luther und Helmar Dießner an unserem Stand besucht und damit für nette Ablenkung gesorgt. Der letzte Abend endete dann mit Aufräum- und Abbauarbeiten sowie Applaus als Antwort auf die letzte Buchmessendurchsage, einem Hinweis, dass die Messe bald schließt.

Helmar Dießner setzt mit Heike Carstensen seinen Kalender „GLÜCK!“ in Szene

Helmar Dießner setzt mit Heike Carstensen seinen Kalender „GLÜCK!“ in Szene

– Eine Tradition, da es keinen offiziellen Abschluss zu geben scheint.

Meine erste richtige Buchmesse ging also zu Ende. Ich bin zwar erschöpft aber mit tollen Eindrücken, Erfahrungen und netten Kontakten zurück nach Paderborn gefahren. Gerade für mich, die quasi noch in ihren Verlags-Kinderschuhen steckt, war die Messe, auch wenn sie für „alte Messe-Hasen“ vermutlich normal und damit routiniert verlaufen ist, super interessant sowie spannend. So ganz anders eben als für mich als bloße Besucherin. Und eins ist sicher: Ich freue mich bereits auf nächstes Jahr!

 

Einige Fotoimpressionen zur Frankfurter Buchmesse 2017:

Coach Henri Apell, Kollegin Heike Carstensen und ich am Junfermann-Messestand

Coach Henri Apell, Kollegin Heike Carstensen und ich am Junfermann-Messestand

 

Anette Bauer präsentiert mit Heike Carstensen ihr Buch „Vielbegabt, Tausendsassa, Multitalent“

Anette Bauer präsentiert mit Heike Carstensen ihr Buch „Vielbegabt, Tausendsassa, Multitalent“

Der Messeturm umgeben von Schaumherzen

Der Messeturm, umgeben von Schaumherzen

in Schaumherz aus der Nähe, das von einer Maschine in den Himmel gepustet wurde

Ein Schaumherz aus der Nähe, das von einer Maschine in den Himmel gepustet wurde

Lichtreflexion in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs

Lichtreflexion in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs

Unsere neue Volontärin stellt sich vor

Foto_8 „Ich blicke auf meine Arbeit aus einer ganz anderen Perspektive“

Mein Name ist Carolin Stephan, ich bin 25 Jahre alt und komme ursprünglich aus einer kleinen Stadt bei Düsseldorf. Allerdings zog mich mein Studium der englischen und germanistischen Sprachwissenschaften weg von Düsseldorf geradewegs nach Paderborn, wo ich letztlich auch das erste Mal mit Junfermann in Kontakt kam …

… Im Rahmen meines Bachelorstudiums absolvierte ich nämlich bereits 2013 ein Praktikum im Junfermann Verlag. Fünf Wochen lang durfte ich Verlagsluft schnuppern und stellte schnell fest: Das ist etwas für mich! ( – Was man übrigens noch in einem Blogbeitrag nachlesen kann, den ich damals während des Praktikums verfasst hatte.)

Ab 2014 unterstützte ich das Team von Junfermann als Aushilfskraft, bis ich dann im April 2017 mein Volontariat im Verlag angefangen habe. Zu meinen Tätigkeitsbereichen gehören Programm (Programmplanung, Lektorat etc.) und Marketing (Werbung, Social Media etc.), wobei ich beispielsweise die Instagram-Auftritte von Junfermann und von PRAXIS KOMMUNIKATION sowie unser Partnerschafts- bzw. Affiliateprogramm betreue.

Ich bin sehr froh darüber, nach meinem Masterstudium nicht nur nahtlos den Übergang ins Berufsleben gefunden zu haben, sondern auch in einem Verlag tätig zu sein, den ich bereits kenne und schätze. Die klassische Eingewöhnungsphase in puncto Berufseinstieg fiel bei mir daher sehr mild aus; die Kolleginnen und Kollegen kannte ich ja bereits und auch die Arbeitsabläufe und anfallenden Aufgaben waren mir nicht gänzlich unbekannt.

Die größte Umstellung war für mich der generelle Wechsel vom Studium in die Arbeitswelt. Nicht nur, dass ich jetzt einem Vollzeitjob nachgehe und meine Zeit nicht mehr ganz so frei einteilen kann wie im Studium; jetzt blicke ich auf meine Arbeit aus einer ganz anderen Perspektive als im Studium: Zuvor habe ich Sprache betrachtet, beschrieben, analysiert, interpretiert und bin diesbezüglichen Fragestellungen nachgegangen. Jetzt bearbeite und produziere ich Sprache. Ich setzte mich mit Inhalten kritisch auseinander, bearbeite Inhalte um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Das ist für mich als Sprachwissenschaftlerin eine spannende Sache, die mich (heraus-)fordert – im positiven Sinne.

Ich freue mich auf die kommende Zeit! – Auf weiterhin gute Zusammenarbeit, liebes Junfermann-Team!

Bei Giraffen zu Gast: mein Besuch in Reggio Emilia, im Centro Esserci

Rosenberg_Macht_X.inddVor gut einem Jahr erhielt ich einen Anruf aus Italien: Es gäbe ein Buch von Marshall Rosenberg zum Thema Gewaltfreie Kommunikation und Macht, das bislang nur auf Italienisch und Französisch verfügbar sei. Marshall Rosenberg habe zu diesem Thema Seminare in Italien gehalten und Vilma Costetti, die Gründerin des Centro und der Edizioni Esserci, habe 2004 aus diesen Inhalten ein Buch erstellt.

Natürlich waren wir interessiert und schlossen recht schnell einen Vertrag über die deutschsprachigen Rechte. Das Buch wurde inzwischen übersetzt, von Petra Quast, einer GFK-Trainerin, die in Italien lebt und arbeitet. Die deutschsprachige Ausgabe soll im Herbst 2017 bei Junfermann erscheinen. Soweit, so gut. Doch dann entschloss ich mich, in diesem Jahr Urlaub in der Emilia Romagna zu machen – und was lag näher als ein Abstecher nach Reggio Emilia? Gerne wollte ich das Centro Esserci besuchen, die Verlegerin Giulia Corsi kennenlernen und auch mit Petra Quast einmal persönlich sprechen. Wir einigten uns auf den 22. Mai als Besuchstermin.

Ich fuhr dann mit dem Zug von Bologna nach Reggio und wurde am

Petra Quast und Giulia Corsi

Petra Quast und Giulia Corsi

Bahnhof erwartet. Das Centro Esserci liegt ein wenig außerhalb und so hatten wir bereits unterwegs etwas Gelegenheit, uns „warm zu reden“. Und das lief schon mal ziemlich gut, trotz nicht vorhandener gemeinsamer Konversationssprache und dank der guten Übersetzung von Petra Quast. Im Centro selbst fiel mein Blick sofort auf die vielen, vielen Giraffen, die dort im wahrsten Sinne des Wortes in allen Ecken und P1020132Winkeln stecken. Aber natürlich auch auf die Bücher. Die gesamte Verlagsproduktion liegt auf Tischen, in einem Raum, der auch für Seminare genutzt wird. Mit etwas Wehmut entdeckte u.a. ich die kleinen Bilderbücher, die vor einiger Zeit bei uns in der Reihe „edition junferlino“ erschienen waren und inzwischen nicht mehr im Programm sind. Haben italienische und deutsche Leser den gleichen Buchgeschmack? Nicht so ganz. Im deutschsprachigen Raum kann man z.B. mit gut durchstrukturierten Büchern Punkten, mit Tabellen und Checklisten. Das kommt in Italien meist nicht ganz so gut an.

Aber an diesem Tag stand das Verbindende im Vordergrund. An welchen Stellen können Junfermann und Edizioni Esserci zusammenarbeiten? Außerdem gab es nach einem leckeren Mittagsessen noch eine Runde konkreter Textarbeit am Manuskript von „Gewaltfreie Kommunikation und Macht“.P1020128

Vor meiner Rückfahrt nach Bologna dreht Petra Quast noch eine Runde mit mir durch Reggio Emilia und zeigte mir die schönsten Plätze. Freunde von mir lieben diese nette kleine Stadt – und ich kann jetzt gut verstehen, warum. In den folgenden Tagen habe ich noch viel Schönes gesehen und erlebt, aber der Tag im Centro war schon etwas ganz Besonderes. Ich habe zwei tolle Frauen etwas besser kennengelernt und „dieser italienische GFK-Verlag“ ist für mich kein abstraktes Gebilde mehr, sondern sehr konkret geworden. Wenn ich jetzt nach meinem Urlaub am Manuskript der Übersetzung von „GFK und Macht“ weiterarbeite, ist diese Arbeit mit der Erinnerung an diesen schönen Tag verbunden.

#verlagebesuchen: Die Aktion zum Welttag des Buches funktioniert auch in der ostwestfälischen Provinz

Ende Februar erhielten wir vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Einladung, uns anlässlich des Welttages des Buches an der bundesweiten Aktion #verlagebesuchen zu beteiligen. Sollten wir das tun? Würde ein Veranstaltungsformat, das 2016 erstmals mit großem Erfolg in Berlin ausprobiert worden war, auch in der ostwestfälischen Provinz funktionieren? Versuch macht klug, meinten wir – und meldeten uns an.

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Alles ist vorbereitet: Buchausstellung und Tüten mit Giveaways

Dann war er da, der 22. April, unser Tag der offenen Tür. Im Vorfeld hatten wir getrommelt, wo es nur ging, um diesen Termin publik zu machen. In örtlichen Buchhandlungen, in der Universität und natürlich an unserer Eingangstür hingen Plakate. Wir hatten mit Tanja Klein und Ruth Urban zwei Autorinnen gewinnen können, uns an dem Tag zu unterstützen. Beide hatten auch in ihren Netzwerken für die Veranstaltung geworben. Selbstverständlich wurde kannenweise Kaffee gekocht, es wurden Keksdosen aufgestellt und Wasserflaschen herangeschafft; auch einen kleinen Büchertisch gab es. Unser Besprechungszimmer wurde zur Buchausstellung umdekoriert und Päsentationen zur Verlagsgeschichte liefen in Dauerschleife. Fehlten nur noch … die Besucher.

Und die ließen nicht lange auf sich warten. Die Jungen Verlagsmenschen hatten bereits im Vorfeld Interesse bekundet, uns einmal zu besuchen – und nun nutzen sie gerne die Aktion #verlagebesuchen, um Nägel mit Köpfen zu machen. Es kamen aber auch Coachs aus der Region, ein Buchhändler, unsere Autorin Fabienne Berg und andere, die das „in der Zeitung gesehen“ hatten und „einfach mal gucken“ wollten. Trommeln bringt also etwas!

Als es dann um 11.00 Uhr losgehen sollte, hatten wir „Full House“ und ein sehr interessiertes Publikum,

Ruth Urban erläuter MyMatrix

Ruth Urban erläuter MyMatrix

das sich nach kurzen Einführungsvorträgen auf eine Tour durch die Büros machte und die Kolleginnen zu ihrer alltäglichen Arbeit befragte. Danach gab es mit „MyMatrix“ ein Mitmachformat, präsentiert von Tanja Klein und Ruth Urban. Dafür hatten sie aus ihren Büchern „Coach, your marketing“ und „Erfolg durch Positionierung“ zentrale Inhalte zu einem Raster verdichtet, auf dem sich Besucherinnen und Besucher nun selbst positionieren konnten. Bin ich in meiner Außendarstellung eher ein bescheidenes Mauerblümchen oder suche ich die große Öffentlichkeit? Bin ich Expertin in einem Thema und mit dem, was ich tue, ganz spitz positioniert, wie eine Stecknadel? Oder sehe ich mich eher als bunte, vielfältige Patchworkdecke? Es brauchte schon ein wenig Zureden, aber dann trauten sich doch einige Besucherinnen und Besucher und machten durchaus interessante und für sie selbst bereichernde Erfahrungen.

Um 16.00 Uhr leerten sich dann die Räume, es kehrte ein wenig Ruhe ein und es war Zeit für ein erstes Fazit. Und das lautete: Man kann mit einer solchen Veranstaltung auch in der ostwestfälischen Provinz Interesse wecken. Allerdings muss man im Vorfeld wirklich trommeln und auf die Veranstaltung aufmerksam machen, denn von ganz allein rennen einem die Leute wohl nicht die Tür ein.

Besuchen Sie Junfermann – wir öffnen für einen Tag unsere Türen

verlagebesuchen_DIN-A4_WEBAm 22. April 2017 beteiligen wir uns an der bundesweiten Aktion #verlagebesuchen, die der Börsenverein des deutschen Buchhandels zum diesjährigen Welttag des Buches ausgerufen hat. – Und was bedeutet das: Kommen Sie gerne in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr bei uns vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Vielleicht wollten Sie schon immer mal sehen, wie ein Verlag von innen aussieht und was hinter den Kulissen passiert? Wir geben an diesem Tag Einblicke in Programmgestaltung und Verlagsgeschichte.

Wir öffnen unser Verlagsarchiv und holen dafür Titel hervor, die bis in die 1970er-Jahre zurückreichen, aber auch das eine oder andere noch ältere Schätzchen wird sich finden lassen. Und wie sieht es mit unserem aktuellen Programm aus? Wo liegen unsere Schwerpunkte, welche Titel sind besonders erfolgreich? Außerdem wagen wir einen kleinen Ausblick in die Zukunft. Unser Herbstprogramm 2017 steht fest, die Prospekte gehen im April in Druck, aber noch weiß niemand, welches Novitäten es geben wird – außer Ihnen!

Interessant ist sicher auch die Frage, wie wir Bücher machen. Welche Arbeitsschritte liegen zwischen einer Buchidee und dem fertigen Produkt?

Zwei unserer Autorinnen sind zu Gast bei uns am 22. April: Tanja Klein und Ruth Urban. Sie sind Expertinnen für Positionierungs- und Marketingstrategien für Coachs und haben zwei Bücher dazu geschrieben: „Coach, your Marketing“ und „Erfolg durch Positionierung“. Die beiden werden über ihre Arbeit berichten, demonstrieren sie aber auch konkret mithilfe einer Positionierungsmatrix. Das ist nicht nur für Coachs spannend, sondern für alle, die an ihrer beruflichen Entwicklung interessiert sind.

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Das Wichtigste noch einmal kurz und knapp:
Samstag, 22. April 2017
11.00 bis 16.00 Uhr
Driburger Straße 24d, 33100 Paderborn

Fragen / Kontakt: Heike Carstensen E-Mail

D – wie didacta

Stuttgart – Hannover – Köln: Zwischen diesen drei Städten rotiert Europas größte Bildungsmesse, die didacta. In diesem Jahr präsentierten sich im Februar auf dem Messegelände in Stuttgart 900 Aussteller. Dazu gab es 1500 Veranstaltungen im Rahmenprogramm und etwa 90.000 Besucherinnen und Besucher. Warum also sollten nicht auch wir als Verlag uns einmal – neben Stifteherstellern, Möbelfirmen, Caterern, Spezialsoftwareanbietern und natürlich (Schulbuch-)Verlagen auf diesem großen Marktplatz zeigen, dachten wir uns im Jahr 2016, und buchten einen Stand.

Wer hat unser D geklaut?

Wer hat unser D geklaut?

Gesagt, getan. Das Aufbauteam fuhr nach Stuttgart und wir Daheimgebliebene harrten der Dinge, gespannt auf erste Meldungen und Fotos. Die ließen auch nicht lange auf sich warten – und sorgten für den ersten Schock. „Angewante Psychologie“? Eine neue Fachrichtung? Oder doch nur ein Fehler der Messebaufirma, die uns einfach kein D gönnen wollte? Und das auf einer Bildungsmesse! Vor dem inneren Auge sieht man förmlich Heerscharen von Lehrern vorbeiziehen, mit strengem Blick den Rotstift zücken und diesen Verlag kategorisch von der Liste streichen. Ganz so schlimm ist es glücklicherweise dann doch nicht gekommen. Über Nacht konnte ein D herbeigezaubert und der Makel beseitigt werden.

Wo auf der didacta sollten wir uns denn zeigen, mit unserem Buchangebot zu Training und Coaching und Themen wie NLP oder Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht? Das fragten wir uns im Vorfeld und entschieden wir uns schließlich für die Halle „Berufliche Bildung“, in der auch uns nahestehende Weiterbildungsträger wie der DVNLP, die DGTA oder die DGSL zu finden waren. Doch berufliche Bildung ist ein weites Feld, was sich auch an der Heterogenität der Aussteller zeigte. Da waren Stände mit Schaltkästen und anderem technischen „Gedöns“ und neben Mikroskopen und Skeletten liefen 3-D-Drucker im Dauerbetrieb. Schulbuchverlage zeigten ihre Berufsschulbücher und auf der Bühne von Speakers Excellence ging es um Themen wie Motivation und Selbstoptimierung. Uns gegenüber warb die Firma Südwestmetall für ihre Ausbildungsgänge und eine Schülerfirma aus Balingen bot Magnetschilder an, wahlweise mit „Bundeskanzler“, aber auch mit „VFB Stuttgart“ bedruckbar.

Unterm Strich kann man sagen: Wir wurden gefunden und auch wahrgenommen, es gab Interesse an

Die Messe Stuttgart im Abendlicht

Die Messe Stuttgart im Abendlicht

unseren Themen und an unserem Infomaterial. Aber es gab auch viel Leerlauf und möglicherweise schaffte es nicht jeder potenzielle Interessent bis in die Zeile E. Es wäre sicher schön gewesen, die auf weitem Feld etwas versprengten Anbieter rund um Themen wie Coaching und Training etwas geschlossener zu positionieren; das wäre für viele Messebesucher sicher attraktiver gewesen. Aber: Nach der didacta ist vor der didacta. Für Hannover 2018 wäre das ja vielleicht ein anstrebenswertes Ziel.