Das ganze Universum – in einem Zitat

Zitate inspirieren – zum Nachdenken, zum Selbstformulieren und zum Handeln. Es gibt Menschen, die richtige Zitatensammlungen haben und darin zu jeder Gelegenheit etwas Passendes finden.

Anja Palitza und Olaf Hartke gehören zu diesen Menschen, denen Zitate sehr viel bedeuten. „Es gibt Situationen, in denen sind wenige Worte wie ein ganzes Universum. Dann kann ein bestimmtes Zitat das ganze Spektrum unseres emotionalen oder geistigen Erlebens widerspiegeln.“ Mit diesen Sätzen leiten sie ihr Buch „Heute gewaltfrei“ ein, in dem sie für jeden Tag des Jahres ein Zitat anbieten. Und als Anregung für die Leserinnen und Leser äußern Anja Palitza und Olaf Hartke außerdem ihre Gedanken zu jedem Zitat.

Haben Sie ein Lieblingszitat?
Wie sieht es bei Ihnen aus, liebe Leserin, lieber Leser? Haben Sie vielleicht ein Zitat, das für Sie schon lange ganz wichtig ist? Haben Sie es an einer bestimmten Stelle platziert? Tragen Sie es vielleicht in Ihrer Geldbörse bei sich oder hängt es an einem Ort, an dem Sie häufiger im Verlauf des Tages vorbeikommen?

Aber vielleicht ist es bei Ihnen nicht ein bestimmtes Zitat. Möglicherweise haben sie eine Lieblingsautorin, deren Gedanken Sie besonders inspirieren und von der Sie unterschiedliche Zitate „bewahren“ oder sich zu bestimmten Gelegenheiten zu Gemüte führen?

Oder fühlen Sie sich einer bestimmten Philosophie oder Geisteshaltung sehr stark verbunden und schätzen Sie deshalb einige Aussprüche aus diesem Kontext ganz besonders?

Vielleicht mussten Sie auch eine schwere Lebenskrise durchmachen – und es gab da einen Ausspruch, der Ihnen in dieser Situation geholfen hat …

Teilen Sie Ihr Lieblingszitat mit uns …
Was auch immer es bei Ihnen ist: Wir wüssten gern Ihr Lieblingszitat – sei es nun das liebste Zitat aller Zeiten oder Ihr aktueller Favorit. Und wenn Sie mögen, können Sie uns gerne auch ein paar Gedanken dazu mitteilen, was Ihnen dieses Zitat bedeutet, was es bei Ihnen bewirkt (hat). Oder auch dazu, wo Sie Ihr ganz besonderes Zitat verwahren – oder wie es zu Ihnen gekommen ist.

… und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Buch!
Das sollen Sie natürlich nicht umsonst tun! Wer bis zum Welttag des Buches, also bis zum 23. April 2015, hier etwas zum Thema Zitate postet, kann ein Exemplar von „Heute gewaltfrei“ von Anja Palitza und Olaf Hartke gewinnen. Am 24. April verlosen wir nämlich unter allen, die sich an unserer diesjährigen Welttag-Blogger-Aktion beteiligen 5 Exemplare dieser ganz besonderen Zitatensammlung. Wir hoffen, dass wir damit zu Ihrer ganz persönlichen Lesefreude beitragen.

Marshall Rosenberg (1934-2015)

„Weil ich glaube, dass die Freude am einfühlsamen Geben und Nehmen unserem natürlichen Wesen entspricht, beschäftige ich mich schon viele Jahre mit zwei Fragen: Was geschieht, wenn wir die Verbindung zu unserer einfühlsamen Natur verlieren und uns schließlich gewalttätig und ausbeuterisch verhalten? Und umgekehrt, was macht es machen Menschen möglich, selbst unter schwierigsten Bedingungen mit ihrem einfühlsamen Wesen in Kontakt zu bleiben?“ – Marshall B. Rosenberg

 

Die beiden oben zitierten Fragen beschäftigten Marshall Rosenberg sein Leben lang. Sie sind die grundlegenden Fragen der Gewaltfreien Kommunikation, seines Lebenswerks. Über Jahrzehnte hat er Menschen in aller Welt inspiriert. Er hat sie berührt und motiviert, die Gewaltfreie Kommunikation zu erlernen und weiterzugeben. Und wenn es auch nach wie vor (viel zu) viele Konflikte in aller Welt gibt: Marshall Rosenberg gehörte zu den Menschen, die etwas bewegt haben – und immer noch bewegen.

Am 7. Februar 2015 ist Marshall Rosenberg im Alter von 80 Jahren gestorben. So traurig und bestürzend diese Nachricht ist: Ganz friedlich und im Kreis seiner Familie sei er gestorben, kann man in einer Erklärung von Dominic Barter (Center for Nonviolent Communication) lesen. Weiter heißt es bei Barter: Er wisse nicht, wie man die Wirkung dieses Mannes beschreiben solle. Und: Leben und Werk waren bei Marshall Rosenberg in Balance – und diese Balance habe außergewöhnliche Kräfte freigesetzt.

Bei aller Trauer: Marshall Rosenberg lebt weiter, in seinem Werk, in den Veränderungsprozessen, die er bei so vielen Menschen angestoßen hat. Und nicht zuletzt in seinen Büchern. Wir sind stolz, sein deutscher Verlag und damit an der Weitergabe und Verbreitung seiner Ideen beteiligt zu sein.

Möglichkeiten, seine Trauer auszudrücken und Erinnerungen zu teilen
Die Nachricht vom Tod Marshall Rosenbergs hat sich sehr schnell über verschiedene soziale Netzwerke verbreitet. Es wurden vom CNVC virtuelle Räume geschaffen, in denen Menschen zusammenkommen und sich austauschen können. U.a. hat die XING-Gruppe zur Gewaltfreien Kommunikation sich für ihre Mitglieder als Forum zum Austausch angeboten. Und wir möchten ebenfalls anbieten, an dieser Stelle Erinnerungen an Marshall Rosenberg und Gefühle zu seinem Tod mit uns zu teilen.

Hier folgt noch ein Tribute-Video für Marshall Rosenberg, eines von so vielen:

Die Stärken der Stillen: Interview mit Jennifer Kahnweiler

Die US-Amerikanerin Jennifer Kahnweiler arbeitet erfolgreich als Rednerin, Management-Coach und Autorin. Ihr Spezialgebiet ist die Introversion – sie hilft stillen, introvertierten Menschen, ihre besonderen Qualitäten einzusetzen und in ihrem Privat- und Berufsleben selbstbewusster und einflussreicher zu werden. Darüber hinaus berät sie große Unternehmen dabei, die spezifischen Stärken ihrer introvertierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser zu erkennen und zu nutzen. Kahnweiler hat zu diesem Thema zwei Bücher geschrieben. Eines davon erscheint im März 2015 unter dem Titel Die Stärken der Stillen: Selbstvertrauen und Überzeugungskraft für introvertierte Menschen erstmals auf deutsch. Wir haben mit der in Atlanta (Georgia) lebenden Autorin über ihr Buch gesprochen.

                          

Jennifer, was ist das Introvertierteste, was Sie heute getan haben?

Ich habe mir heute Morgen eine stille Auszeit genommen, in mein Tagebuch geschrieben und über den anstehenden Tag nachgedacht. Außerdem versuche ich, nicht zu vergessen, Dankbarkeit zu üben und morgens ist für mich die beste Zeit dafür.

Sie beschreiben sich selbst als einen extrovertierten Menschen – woher kommt Ihr Interesse an Introvertierten und ihren spezifischen Stärken (und Schwierigkeiten) ursprünglich?

Als ich in der Führungskräfte-Entwicklung und im Karrierecoaching gearbeitet habe, hat es mich oft befremdet, wie oft introvertierte Menschen übersehen und geringgeschätzt wurden. Ich wollte ihnen dabei helfen, eine führende Stimme zu entwickeln und ihre Ideen einbringen zu können. Ich wusste, dass ihre Teams und Unternehmen von dem Mehrwert profitieren können, den Introvertierte in eine Debatte einbringen.
Ganz persönlich kann ich sagen, dass ich mit meinem Mann Bill seit mehr als 40 Jahren verheiratet bin und er ist sehr introvertiert. Ich habe gelernt (und lerne immer noch), mit ihm zu kommunizieren und eine Verbindung mit ihm herzustellen und ich wollte mein Wissen gern mit anderen Menschen teilen. Diese persönlichen und beruflichen Erfahrungen haben mich zur „Introversions-Meisterin“ gemacht.

Eines der Hauptargumente in Die Stärken der Stillen lautet, Introvertierte würden ihre Schwierigkeiten nur vergrößern, wenn sie versuchen, die Verhaltensweisen von Extrovertierten nachzuahmen. Stattdessen sollten sie vielmehr ihre eigenen, introvertierten Stärken einsetzen. Sehen Sie in den USA einen Wandel in der allgemeinen Arbeits- und Firmenkultur, der die Würdigung dieser Stärken begünstigt?

Oh ja, dieser Wandel findet Gottseidank statt. Je mehr Aufmerksamkeit die Medien für das Thema Introversion haben, desto selbstbewusster nehmen Introvertierte ihre stillen Stärken wahr. Sie erfahren mehr Wertschätzung und erkennen, dass nicht irgendetwas mit ihnen nicht stimmt, nur weil sie ein ruhigeres Temperament haben. Extrovertrierte Menschen bemühen sich, Introvertierte bei der Arbeit einzubingen und sie nicht unter Druck zu setzen, sich extrovertierten Regeln unterwerfen zu müssen. Sogar die Arbeitsplatzumgebung selbst wird zunehmend so gestaltet, dass sie den Bedürfnissen Introvertierter besser gerecht werden, etwa durch Ruheorte inmitten all dieser Arbeitsplatzboxen in unseren Großraumbüros. Trotz alledem haben wir natürlich noch einen weiten Weg vor uns, bis die westlichen Gesellschaften intorvertierte Menschen wirklich akzeptieren.

Kommen wir auf eine besondere Stärke introvertierter Menschen zu sprechen, die Sie in Ihrem Buch diskutieren: das engagierte Zuhören. Können Sie uns erklären, warum das Ihrer Meinung nach eine Eigenschaft ist, die für Introvertierte charakteristisch ist und wie solche Menschen diese Eigenschaft nutzen können, um einflussreicher zu werden?

Introvertierte fokussieren meist auf nur eine Person in einem gegebenen Moment. Ferner akzeptieren sie Stille und Pausen in Gesprächen. Das sind meist die Momente, in denen sich Menschen öffnen und etwas von sich preisgeben. Introvertierte Menschen können diese Art engagierten Zuhörens einsetzen, um 1) ein besseres Verständnis einer gegebenen Situation zu gewinnen und dafür Informationen und Erkenntnisse zu sammeln; 2) ihre Verbindung schaffende Empathie zu vertiefen; 3) Glaubwürdigkeit zu gewinnen, indem sie aufmerksam auf das reagieren, was sie gehört haben und 4) ein hohes Maß an Engagement zu erzeugen, indem sie in ihrem Vorgehen das Vertrauen und Engagement anderer Menschen gewinnen.

Ihr erstes Buch ist 2009 erschienen und hieß The Introverted Leader (dt. „Die introvertierte Führungskraft“). Was hat Sie bewogen, sich im zweiten Buch abermals mit dem Thema Introversion zu beschäftigen und dabei eine andere Zielgruppe in den Blick zu nehmen?

Mein erstes Buch richtete sich an aufstrebende Führungskräfte aus dem mittleren und höheren Management großer Unternehmen. Ich habe aber festgestellt, dass das Buch von Menschen aus allen möglichen beruflichen Hierarchieebenen sehr geschätzt wurde. Und ich denke, es ist wichtig, seinen Leserinnen und Lesern zuzuhören; sie haben mich wissen lassen, dass sie gerne Ansätze für Introvertierte in ihrem gesamten Unternehmen hätten, wie auch im Umgang mit Kunden, Händlern, Lieferanten etc. Also habe ich im ganzen Land Interviews mit einer Reihe von erfolgreichen Introvertierten geführt, die auf stille Weise Einfluss ausüben. Auf meinen Erkenntnissen dabei beruht der Prozess zur Stärkung der Stillen, den ich in meinem Buch beschreibe.

Welche Hoffnungen verbinden sich für Sie mit dem Erscheinen Ihres neuen Buchs in deutscher Sprache?

Ich hoffe, dass es jenen Introvertierten im deutschsprachigen Raum, die womöglich ihre Stärken noch nicht erkannt haben, Inspiration und praktische Anleitung liefert, damit sie in ihrem Umfeld die Wirkung erzielen können, die sie möchten. Darüber hinaus hoffe ich, dass auch Extrovertierte hierzulande sich ihre eigenen stillen Stärken zunutze machen und so ihr Spektrum effektiver Handlungsweisen erweitern, aber auch besser mit den introvertierten Menschen in ihrem Leben umgehen können. Und schließlich hoffe ich, dass Unternehmen im deutschsprachigen Raum den Wert und den Beitrag anerkennen, den ihre stilleren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einbringen und darüber nachzudenken beginnen, Arbeitsbediungen so zu gestalten, dass sie für ganz unterschiedliche Persönlichkeiten in gleicher Weise geeignet sind.

Eine weitere Stärke introvertierter Menschen, die in Ihrem Buch erwähnt wird, ist das überlegte Nutzen sozialer Medien. Sie selbst nutzen diese Medien ziemlich intensiv – es gibt einen Blog, einen Facebook- und einen Twitter-Account. Zu welchem Zweck setzen Sie diese unterschiedlichen Kanäle ein und wie tun Sie das? Gibt es eine Strategie, die Zeitpunkte und Inhalte von Postings bestimmt, gibt es Menschen, die Ihnen dabei helfen, diese Accounts zu bespielen?

Für Introvertierte sind soziale Medien klasse, denn sie geben ihnen Zeit darüber nachzudenken, was sie posten und wo sie das tun. Ferner kann man dort auch auf langsame Weise echte und tiefe Beziehungen und Verbindungen zu Menschen aufbauen.

Mir selbst gefällt das alles gut und ich nutze es in ganz verschiedener Weise. Ich schreibe meinen Blog, um neue Inhalte, verbunden mit meiner persönlichen Perspektive, in die Welt zu bringen (www.jenniferkahnweiler.com). Wenn ich also einen Zeitschriftenbeitrag oder neue Forschungsergebnisse zum Thema Introversion finde, dann teile ich das und kommentiere es. Es gibt dort auch Formen „weicher“ PR – etwa indem ich meine Erfahrung mit einem Journalisten kommentiere, der über meine Arbeit berichtet hat. Und schließlich ist man mit einem Blog im Netz gut auffindbar.
Mir liegt an einem gegenseitigen Geben und Nehmen und daher mache ich auch viel Werbung für die Arbeit anderer Menschen, an die ich glaube und von der ich denke, dass meine Leserinnen und Leser sie kennen sollten. Dafür benutze ich den Blog und soziale Medien gleichermaßen.

Dabei hilft mir bislang noch niemand, aber wenn im August 2015 mein nächstes Buch in den USA erscheint (es wird „The Genius of Opposites“ heißen und sich damit beschäftigen, wie Introvertierte und Extrovertierte am besten zusammenarbeiten können), werde ich wohl eine Agentur beauftragen, mich bei der PR zu unterstützen.

Twitter, Facebook und LinkedIn nutze ich, um auf dem Laufenden zu bleiben und Neuigkeiten zu erfahren. Ich nehme dort auch vieles wahr, was sich außerhalb meines Arbeitsgebiets befindet (Nachrichten aus der Welt und meiner Region, Unterhaltung, Kunst etc.), um einen frischen Blick auf die Dinge zu bekommen. Das wiederum versorgt mich mit neuen Ideen für mein Schreiben und meine Vortragstätigkeit.
Meine Facebook-Seite The Introverted Leader vermittelt vorwiegend Inhalte, die mit diesem Buch in Zusammenhang stehen. Ich habe darüber hinaus auch noch eine persönliche Seite für den Kontakt mit Freunden und Familie, die sich übrigens sogar positiv auf mein Geschäft auswirkt: Klienten und Leser schicken mir oft Kommentare zu etwas, das sie dort gefunden haben. Und ich stelle meinerseits fest, dass ich aus Postings auf Facebook etwas über andere Menschen erfahre und Beziehungen zu ihnen aufbauen kann.

Ich nutze das Programm HootSuite, um meine Postings zu terminieren und meine verschiedenen Feeds aus den sozialen Medien mehrfach am Tag abzurufen. Darüber hinaus gibt es das Programm SelfControl, das ich für die Überwachung der Zeit, die ich für soziale Medien aufwende, einsetze. Es erlaubt mir außerhalb der voreingestellten Zeiten tatsächlich keinen Zugang zu meinen Seiten. Ich brauche diese Art von Hilfe, um potenzielle Ablenkungen einzuschränken und sicherzustellen, dass ich auf meine aktuelle Arbeit konzentriert bleibe!

Neben der Präsenz in sozialen Medien findet man auch eine Menge Videos von Ihnen im Netz. Wenn Sie für jemanden, der noch nicht von Ihnen gehört hat, eines auswählen sollten, das einen guten Eindruck von Ihnen und Ihrer Arbeit vermittelt – welches würden Sie nehmen?

Ich würde mein neuestes Demovideo empfehlen:

 

Vielen Dank!

Bitte schön! 🙂

 

Das Interview führte Stephan Dietrich.

Robert Dilts erhält den Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche

Robert Dilts

Gestern kam die gute Nachricht aus Bonn: Unser Autor Robert Dilts wird im nächsten Jahr mit dem renomierten „Life Achievement Award“ ausgezeichnet. Die Verleihung wird im Rahmen der Petersberger Trainingstage (17.-18. April 2015 ) stattfinden. Wir gratulieren Robert Dilts ganz herzlich zu dieser Würdigung seines Lebenswerks.
Im Folgenden veröffentlichen wir die offizielle Pressemitteilung:

 

NLP-Vordenker wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

(Bonn) Er gehört zu den führenden Köpfen des Neuro-Linguistischen Programmierens: Robert Dilts steht wie kein anderer für eine businessorientierte Anwendung des NLP. Als einer der Ersten übertrug er das von Richard Bandler und John Grinder begründete Verhaltensmodell auf Unternehmenskontexte.

Durch sein weltweites Engagement als Ausbilder und Trainer trug er wesentlich dazu bei, dass sich NLP in der Weiterbildung etablierte. Die von ihm entwickelten Modelle, zu deren bekanntesten die Logischen Ebenen gehören, werden heute auf der ganzen Welt in Trainings vermittelt. Für diese Leistung wird der amerikanische NLP-Vordenker 2015 mit dem Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche ausgezeichnet.

Dilts studierte an der University of California in Santa Cruz, wo er 1974 zur Arbeitsgruppe von John Grinder und Richard Bandler stieß. Grinder, der Linguistik an der Universität lehrte, arbeitete zusammen mit dem Psychologen Richard Bandler an Modellen über die Wirkung menschlicher Kommunikation. Dabei griffen sie unter anderem Konzepte aus der Klientenzentrierten Therapie, der Gestalttherapie, der Hypnotherapie und den Kognitionswissenschaften auf. Ihre Erkenntnisse beschrieben sie ab 1975 in mehreren Publikationen. Damit begründeten Grinder und Bandler das Neuro-Linguistische Programmieren, zu dessen Weiterentwicklung und Vermittlung Robert Dilts fortan maßgeblich beitrug. Dilts ist Hauptautor des Werkes „Neuro-Linguistisches Programmieren Band 1“, das er 1980 zusammen mit John Grinder, Richard Bandler und Judith DeLozier veröffentlicht hat. Das Buch gilt als Standardwerk auf dem Gebiet.

Anfang der 80er-Jahre war Robert Dilts an der Entwicklung von Lehrplänen und Testverfahren für die ersten Ausbildungsprogramme beteiligt. Seit 1991 betreibt er zusammen mit Judith DeLozier und Theresa Epstein ein eigenes Ausbildungsinstitut in Santa Cruz, die NLP-Universität. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Neuro-Linguistischen Programmierens im kommenden Jahr veranstaltet Dilts zusammen mit der University of California einen neuntägigen Kongress, der die NLP-Gründer, Weiterentwickler und Aktiven zusammenführt, um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Verfahrens zu reflektieren.

„Robert Dilts hat sich stets für einen seriösen Einsatz von NLP engagiert und dadurch dafür gesorgt, dass die Methode in der Weiterbildung anerkannt ist“, begründet Lothar Seiwert, Mitglied des Expertengremiums des Life Achievement Awards, die Wahl des Preisträgers. Verliehen wird der Preis am 17. April 2015 auf den Petersberger Trainertagen in Königswinter bei Bonn. Die Laudatio wird Dr. Jens Tomas halten, Vorstandsvorsitzender des DVNLP (Deutscher Verband für Neuro-Linguistisches Programmieren e.V.), TV-Coach und Business Speaker. Einen Einblick in seine Arbeit und seine Ideen liefert Dilts im Rahmen einer Keynote am 18. April.

Programm und Anmeldung unter www.petersberger-trainertage.de.

Weitere Informationen zur Auszeichnung unter www.life-achievement-award.de.

Der Life Achievement Award (LAA) wird jährlich von einem Gremium, bestehend aus führenden Vertretern der Weiterbildungsbranche, verliehen. Dazu gehören: Renate Richter, Vizepräsidentin des DVWO Dachverband der Weiterbildungsorganisationen, Nicole Bußmann, Chefredakteurin im Verlag managerSeminare, Gerd Kulhavy, Geschäftsführer der Referentenagentur Speakers Excellence, André Jünger, Inhaber des Gabal Verlags und Vizepräsident des didacta Verbands, sowie Lothar Seiwert, Preisträger des Life Achievement Awards 2007 und Past President der German Speakers Association. Verliehen wird der Preis seit 2009 auf den Petersberger Trainertagen. Der Weiterbildungskongress wird seit 2005 von der managerSeminare Verlags GmbH ausgerichtet.

DGPPN-Kongress in Berlin

Mehr als 9.000 Personen waren dabei

Vom 27. bis zum 29. November fand in diesem Jahr wieder der DGPPN-Kongress in Berlin statt, der große Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. In diesem Jahr traf sich die Branche nicht im ICC – wie in den Jahren zuvor –, sondern im CityCube, dem quadratförmigen Gebäude, das erst im Mai dieses Jahres die erste Großveranstaltung zu verbuchen hatte.

Stefanie Linden und Monika Köster waren bereits am Dienstag vor Ort, um den Stand aufzubauen und unsere Bücher zu platzieren. Schade, dass die Aussicht vom Stand aus nur bis zur Betonmauer gegenüber (und immerhin bis zum Pabst Verlag) reichte… Das wird nächstes Jahr besser!

 

An den folgenden vier Tagen haben wir Bücher verkauft, sind mit Teilnehmern ins Gespräch gekommen und haben uns das Programm angesehen und angehört. Das Angebot war vielfältig: über Workshops und Seminare bis hin zu Fachvorträgen, Filmvorführungen und Posterausstellungen war alles dabei.

Das Thema des Kongresses hätte auch kaum aktueller sein können: Mit dem Leitmotto „Herausforderungen durch den demographischen Wandel – psychische Erkrankungen heute und morgen“ stand einer der zentralen Zukunftsaufgaben für unsere Gesellschaft im Zentrum.

In vielen Vorträgen ging es daher natürlich auch um die Zukunft der Demenz- und Alzheimer-Behandlung. Besonders berührend war in diesem Zusammenhang die Filmvorführung „Leben, lieben, vergessen“. Der Film von Thomas Liesen begleitet eine Frau, die mit gerade mal 42 Jahren die Diagnose Alzheimer im Frühstadium erhält.

Das komplette Kontrastprogramm bot hingegen Manfred Lütz mit seinem Vortrag über „Lebenslust“. Obwohl Lütz durchaus auch ernste Fragen aufwarf, lachten die Teilnehmer Tränen über das komödiantische Talent des Rheinländers. Sein Credo auf den Punkt gebracht: Pure Lebenslust statt Askese und Fitnesswahn! Wenn Menschen wie er nur noch Müsli essen und durch den Park walken dürften und vor lauter Gesundheit nicht mal sterben könnten – dann sei das bereits die Hölle.

Bei dieser Veranstaltung fehlte eigentlich nur noch der Karnevalstusch…

Wir sagen: Auf Wiedersehen zum DGPPN-Kongress vom 25. – 28. November 2015 im CityCube Berlin.

 

Der Kongress in Zahlen

  • 9,003 Besucher nahmen am DGPPN-Kongress 2014 teil
  • 662 wissenschaftliche Sitzungen
  • 1.637 Referenten, Vorsitzende und Posterautoren
  • 83 Fortbildungsveranstaltungen mit 1.667 Teilnehmern
  • Gäste aus 53 Ländern

…und ein wenig Weihnachtsstimmung gab es in der Landeshauptstadt natürlich auch…

Geburtstage am Messestand – mit Torte: die Frankfurter Buchmesse 2014

Alle Jahre wieder … sind wir auf der Frankfurter Buchmesse. Im Wesentlichen laufen die Messetage Jahr für Jahr ganz ähnlich ab. Das Aufbau-Team macht sich schon am Dienstag auf den Weg nach Frankfurt und sorgt dafür, dass alles am rechten Platz ist. Ab Mittwoch reisen dann wir anderen an, mit gefüllten Terminkalendern und bereit für vielfältige Begegnungen und Gespräche.

Und doch war in diesem Jahr die Messe für uns etwas anders, denn es gab Geburtstage zu feiern. Zum einen natürlich den 80. Geburtstag von Marshall Rosenberg, was deutlich an unserer diesjährigen Gestaltung der einen Standwand zu sehen war. Ganz oben gab es eine Trägerplatte mit dem Konterfei des Jubilars und in den Regalen darunter fand sich unser Geburtstagsgeschenk: das Buch „Und plötzlich öffnet sich eine Tür“.

Doch nicht nur unser Bestsellerautor, auch wir als Verlag wurden in diesem Jahr in Frankfurt gefeiert. Am Messe-Donnerstag erschien im Auftrag der Messegesellschaft Maren Ongsiek, mit Torte und Urkunde im Gepäck. Seit 25 Jahren sind wir Aussteller in Frankfurt – und solche Konstanz wird belohnt. Nach Jahren ständiger Zuwächse, sowohl was Aussteller als auch was Besucher betrifft, verzeichnet die Buchmesse in jüngster Zeit Rückgänge. Ob eine Torte – so lecker sie sein mag – abwanderungswillige Aussteller wirklich bei der Stange halten kann sei dahingestellt. Wir haben uns unser Präsent jedenfalls schmecken lassen – und kommen im nächsten Jahr wieder.

Dr. Stephan Dietrich mit der Urkunde und Maren Ongsiek mit der Torte

 

 

 

 

 

 

Denn Jahr für Jahr ist es nett, Autoren am Stand zu begrüßen und über die gerade erschienenen Bücher, aber auch über neue Projekte zu sprechen. Es macht uns Freude, das Interesse an unseren Büchern zu sehen, wenn etwa Standbesucherinnen sich so sehr in einen Titel vertiefen, dass sie das Gedränge der Umgebung gar nicht mehr wahrnehmen. Auch mit Journalistinnen, Lizenzgebern, und Dienstleistern kann man sich gut und unkompliziert auf der Messe treffen, sodass ein Besuch wirklich immer lohnt.

Und wie sieht es mit Ihnen aus? Fahren Sie zur Frankfurter Buchmesse? Waren Sie in diesem Jahr da und haben etwas erlebt, das Sie mit uns an dieser Stelle teilen möchten?

Und hier noch einige Messe-Impressionen:

 

Anja Palitza und Olaf Hartke präsentieren ihr Buch vor der Marshall-Rosenberg-Geburtstagswand

Fabienne Berg brachte Lenchen mit auf die Messe. Sie wohnt jetzt im Verlag auf der Fensterbank.

 

Jakob Derbolowsky war in Sachen TrophoTraining unterwegs

Herzlichen Glückwunsch, Marshall Rosenberg!

Heute, am 6.10.2014, wird unser Autor Marshall Rosenberg 80 Jahre alt. Wir, das ganze Verlagsteam, gratulieren ihm ganz herzlich zu seinem Ehrentag. Feiern ist ja ein nicht ganz unwichtiges Element in der Gewaltfreien Kommunikation. Wir feiern Marshalls runden Geburtstag mit einem ganz besonderen Buch, in dem viele GFK-Trainerinnen und -Trainer zu Wort kommen und darüber berichten, auf welches Weise die Gewaltfreie Kommunikation ihr Leben bereichert hat.

 

Happy Birthday Marshall! – Alles Gute zum 80. Geburtstag wünscht das Junfermann-Team

Doch wir möchten auch den Jubilar selbst zu Wort kommen lassen, natürlich begleitet von Wolf und Giraffe 🙂

 

Übrigens: Einen Auszug aus dem Geburtstagbuch für Marshall Rosenberg können Sie hier lesen.

Und: Wenn Sie Marshall Rosenberg zum Geburtstag gratulieren möchten, dann tun Sie es doch hier und jetzt. Wir leiten die guten Wünsche gerne weiter.

Gib mir dein ganzes Geld!

Wie die GFK mein Leben gerettet und umgekrempelt hat.

 Von Aniruddha Gandakush

Nie werde ich jenen ungemütlichen, kalten und schaurigen Abend im Londoner Stadtteil Wembley vergessen, der mein ganzes Leben veränderte …

Ich hielt mich in England auf und machte gerade meine ersten Baby-Giraffenschritte, indem ich bei Bridget, Gina und in einigen Trainings mit Dr. Marshall Rosenberg die GFK lernte. Ich war ein Giraffenbaby und begann eben erst laufen zu lernen. Ich konnte die GFK gewissermaßen noch nicht fließend und hatte manchmal auch so meine Zweifel an der Methode … Kann das wirklich funktionieren? Ich hatte diese Bedenken sogar einmal Dr. Rosenberg gegenüber offen eingestanden.

Es war der 7. April 2004, als mich Sanju, eine Freundin aus Indien, anrief. Sie war auf Besuch in England und wollte sich mit mir treffen. Wir wollten zusammen zu Abend essen, und ich sollte ihre Familie kennenlernen. Ihr Hotel war das Wembley Plaza in Wembley. Ich freute mich wirklich darauf, sie und ihre Familie zu treffen.

Ich fuhr mit der U-Bahn von Bethnal Green nach Wembley. Etwa um acht Uhr abends kam ich dort an. Es regnete, es war windig und kalt. Ich hatte drei Lagen Kleidung und eine dicke Jacke angezogen, um mich gegen die fürchterliche Kälte zu wappnen, an die ich mich noch nicht gewöhnt hatte. Ich ging von der U-Bahn-Station zu Fuß zum Hotel. An der Rezeption fragte ich nach meiner Freundin und wurde gebeten, sie vom Telefon an der Rezeption aus auf ihrem Zimmer anzurufen. Doch es ging niemand ran. Nach etwa fünf bis zehn Minuten versuchte ich es noch einmal, hatte aber erneut kein Glück. So ging es die ganze Zeit, bis elf Uhr abends. Um elf erklärte mir die Mitarbeiterin an der Rezeption, dass meine Freundin ja vielleicht als Touristin einen netten Abend irgendwo entlang der Themse verbringe. Ich gab schließlich auf, nahm die Blumen, die Schokolade und die Karte, die ich für ihre Familie mitgebracht hatte, wieder an mich und bat die Rezeptionistin, meiner Freundin auszurichten, dass Aniruddha dagewesen sei, wenn sie zurückkäme.

Ich ging also wieder zurück zur U-Bahn-Station Wembley. Die Straße war menschenleer und es war dunkel und kalt. Ich ging auf dem Bürgersteig, zu meiner Linken die Schienen, zur Rechten Häuser. Es war nicht mehr weit, nur noch etwa zwei bis drei Gehminuten bis zur U-Bahn-Station. Ehe ich so recht begreifen konnte, was geschah, kam wie aus dem Nichts ein etwa 1,80 Meter großer kräftiger Kerl aus einer dunklen Seitengasse. Er trug einen dunklen Kapuzenpulli, den Kopf tief in die Kapuze geschoben. Er griff mich am Kragen, drückte mich an die Mauer und sagte mit angsteinflößender Stimme: „Gib mir alles Geld, was du hast!“ Ich hatte Todesangst …

Drei Jahre lang hatte ich in Indien Kampfsportarten trainiert – ich kann euch sagen: Wenn man sie wirklich braucht, helfen sie nicht. Ich hatte solche Angst, dass ich nicht einmal richtig stehen konnte. Meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding, meine Kehle war trocken und trotz der Kälte brach mir der Schweiß aus. Ich stand überhaupt nur aufrecht, weil der Mann mich am Kragen und gegen die Mauer gedrückt festhielt. Vor meinem inneren Auge tauchte blitzartig das Bild meiner Familie in Indien auf. Ich hatte 500 Pfund Bargeld und eine Digitalkamera bei mir. Ich sagte mir, „Aniruddha, jetzt ist es vorbei.“

Dann hörte ich wieder seine furchtbare Stimme: „Gib mir dein ganzes Geld!“

Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Plötzlich antwortete tief aus meinem Inneren eine Babygiraffe mit sanfter Stimme: „Sind Sie verzweifelt?“

Mann: „Hör auf mit mir zu reden und gibʼ mir dein Geld! Hast du etwa keine Angst?“

Ich: „Und ob ich Angst habe – ich kann nicht aufrecht stehen und meine Kehle ist trocken …“

Mann: „Gib mir einfach dein Geld. Ich habe Hunger und will Hähnchen essen …“

Das zu hören bewegte und berührte mich tief. Ich sah jetzt, dass vor mir nicht einfach ein Straßenräuber stand, sondern ein hungriger Mann, der sich der einzigen Strategie bediente, die er kannte, um sich sein Bedürfnis zu erfüllen. In meiner Hosentasche befanden sich etwa 15 Pfund Kleingeld.

Die nahm ich jetzt heraus und sagte: „Es macht mich traurig zu hören, dass Sie hungrig sind.“ (Ich hielt ihm das Geld hin.) „Ich hoffe, dass dies Ihren Wunsch danach, Hähnchen zu essen, erfüllen kann“.

Während ich ihm das Geld hinhielt, konnte ich in seine unter der Kapuze verborgenen Augen sehen. Da sah ich mit eigenen Augen eine Verwandlung vor sich gehen – hinter dem Straßenräuber konnte ich plötzlich ein schönes menschliches Wesen erkennen. Ich konnte kindliche Unschuld in seinen Augen sehen.

Er sah in meine Augen und sagte: „Sie sind so ein netter Mensch, und ich brauche Ihr Geld nicht.“ Er gab mir alles zurück.

Ich hielt die Münzen in meiner Hand und sagte: „Ich will wirklich etwas zu Ihrem Leben beitragen. Bitte nehmen Sie es.“

Mann: „Ich brauche ja nur zwei Pfund.“

Ich: „Nehmen Sie es sich.“

Mann: „Nein, geben Sie es mir.“

Ich nahm eine Zwei-Pfund-Münze und gab sie ihm. Er sagte: „Mann, Sie sind wirklich so nett … Gott segne Sie.“ Und damit verschwand er.

Ich konnte nicht glauben, was ich gerade erlebt hatte. An diesem Tag sah ich mit eigenen Augen eine Verwandlung. Das Leben lehrte mich eine wichtige Lektion: Beurteile die Menschen nicht nach ihren Handlungen. Wir müssen tiefer gehen und ihr Herz berühren. Nur dann sehen wir das schöne menschliche Wesen aus ihnen hervortreten. Häufig sind es unsere eigene Angst und unsere Urteile, die uns davon abhalten, mitfühlend mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Schönheit liegt darin, diese Urteile abzulegen und zu 100 Prozent in jedem Moment gegenwärtig zu sein.

Heute bin ich dieser Babygiraffe dankbar, die mir das Leben rettete und mir eine neue Perspektive auf das Leben eröffnete. Dr. Rosenberg bin ich dankbar für dieses wunderschöne Geschenk, das mein Leben änderte.

Seit damals betrachte ich es als meine Bestimmung, die GFK zu verbreiten, damit sie dem Planeten Erde Frieden bringe. Die meisten meiner Trainings biete ich umsonst an, damit sie auch von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Menschen besucht werden können.

 

Aniruddha Gandakush lebt in Indien und ist als GFK-Trainer spezialisiert auf Mediation, Konfliktklärung und Versöhnung.  aniruddha.gadankush@gmail.com

 

 

 

Der Text ist ein Auszug aus dem Buch „Und plötzlich öffnet sich eine Tür“ (Hrsg. Ingrid Holler), das gerade neu bei Junfermann erschienen ist.

 

Zielgruppe: Die ganze Welt

Immer wieder kommt er: Der ganz bestimmte Moment, in dem beim Marketingcoaching die Positionierung glasklar wird, die Zielgruppe authentisch passt, die Ideen für Werbemittel sprudeln  – und uns trotzdem angsterfüllte Augen ansehen. Nach wenigen Minuten wird zögerlich  die Frage gestellt: „Aber gibt es denn davon genügend Kunden in meiner Stadt?“ Diese Angst ist auf den ersten Blick berechtigt  Denn bevor ein Coach sich auf eine Zielgruppe festlegt, passen ja alle Klienten in der ganzen Stadt zu ihm. Ob männlich, weiblich, jung oder alt, ob mit  Zielfindungsthemen oder Berufsproblemen. Sobald allerdings klar ist, dass die eigene  Zielgruppe weiblich ist, etwa  40-55 Jahre und das konkrete Anliegen  „mutiger werden“ zum Thema haben soll, schrumpft die Zielgruppe auf gefühlte fünf Menschen in der ganzen Großstadt.

Hier haben wir eine sehr gute Nachricht für alle Coachs, Trainer und Freiberufler: Die Zielgruppe ist bedeutend größer, als man denkt! Viele Kunden kommen aus anderen Städten, manchmal sogar Ländern – und in unserem Fall z.B. auch Kontinenten –  angereist, um einen echten Spezialisten aufzusuchen.

Woran liegt das?

Sobald man sich ganz klar positioniert hat, fühlt sich die Zielgruppe durch die passende Kundenansprache auch wirklich angesprochen. Ein Beispiel aus einer anderen Branche: Wenn Sie eine seltene Krankheit hätten, würden Sie wahrscheinlich auch ein 300(0) Kilometer weit entferntes Krankenhaus aufsuchen, wenn hier die Experten wären, die Ihnen schnell helfen könnten.

Nicht anders geht es vielen Klienten. Sobald der Coach sich traut 90% aller möglichen Kunden vermeintlich auszuschließen und nicht anzusprechen, kommen die anderen 10% von überall her. Weil sie es hier mit einer echten Koryphäe  zu tun haben. Und wenn Sie nicht 70 Stunden die Woche arbeiten wollen, dürften Sie diese 10% immer noch gut auslasten. Vor allem, weil Sie ganz andere Preise aufrufen können als ein „Feld-Wald und Wiesen-Coach“.

Es gibt mehr als einen Grund warum dennoch weiterhin Kunden zu Ihnen kommen, die nicht der Zielgruppe angehören. Möglicherweise sogar mehr als vorher! Offensichtlich ist, dass die Klienten Ihnen als Experte generell mehr zutrauen. Nicht nur in Ihrer Nische… Ein Beispiel von Ruth: Wer als Motorsportexperte eine Werkstatt führt, der kann garantiert auch (schnell) Reifen wechseln. Die Frage ist nur, zu welchem Preis…

Jetzt gilt es nur noch diese Zielgruppe zu finden und dort abzuholen, wo diese steht. Dann gilt auch für Sie: „Meine Kunden kommen aus der ganzen Welt“.

Wie man dies macht, zeigen wir gerne auch in unserem Vortrag und Workshop auf dem Junfermann-Kongress am 21.03.2015.

Tanja Klein & Ruth Urban,  www.coachyourmarketing.de

 

„Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade daraus!“ – Das Interview mit Sigrun Kurz

In der kommenden Woche (ab dem 21.07.2014) erscheint bei uns ein Buch über Selbsthypnose für krebskranke Menschen: „Verborgene Kräfte wecken“. Die Autorin, Dr. Sigrun Kurz, hat dieses Buch nicht nur als Psychotherapeutin, sondern auch als Betroffene geschrieben. Im Interview berichtet sie uns von ihren Erfahrungen mit Hypnose und darüber, wie eine Krankheit den Blick auf die Welt verändert.

Liebe Frau Kurz, Sie sind Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis. Zu Ihrem Arbeitsschwerpunkt gehört die Behandlung von Menschen mit schweren körperlichen oder chronischen Erkrankungen. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Kontext mit dem Einsatz von Hypnose gemacht?

Bei körperlichen oder chronischen Erkrankungen können wir auf sehr gute Weise von der Hypnose profitieren, denn diese Heilmethode wirkt nicht nur auf der seelischen Ebene sondern unterstützt stets auch den Körper. Eine Hypnose stärkt immer das Immunsystem und senkt die Stresshormone, also eine Förderung der Gesundheit. Hinzu kommt, dass eine Hypnosebehandlung für die Betroffenen sehr angenehm ist und als hilfreiche und fürsorgliche Zuwendung erlebt wird.

In Ihrem Buch „Verborgene Kräfte wecken“ richten Sie sich speziell an krebskranke Menschen, die mit Selbsthypnose den Heilungsverlauf unterstützen wollen. Was das Buch besonders persönlich macht, ist, dass Sie nicht nur als Psychologin, sondern auch als ehemals selbst Betroffene – gewissermaßen auf einer Augenhöhe – an Ihre Leser schreiben. Hat Ihre Erkrankung den Anstoß zu diesem Buch gegeben?

Ja, das war schon lange ein Wunsch von mir: all das hilfreiche Wissen und meine Erfahrungen weiterzugeben. Als dann Patientinnen mich um Hypnosetexte zur Anleitung baten, wurde dieser Wunsch konkret und ich begann, das Buch zu schreiben.

In einem Gespräch erwähnten Sie einmal, dass die Hypnoseanleitungen aus dem Buch letztendlich für jeden Menschen, auch für gesunde, eine Kraftquelle darstellen können. Welche Rolle spielt Hypnose für Sie persönlich heute, nach Ihrer Genesung, in Ihrem Alltag?

Eine ganze Reihe der Hypnosetexte aus meinem Buch kann tatsächlich für jeden Menschen hilfreich sein – auch für Gesunde. Stärkung der Lebenskraft, Ermutigung und Zuversicht können wir alle immer wieder gebrauchen. Ich selbst benutze Hypnose im Alltag sehr oft, manchmal für kleine oder größere Unpässlichkeiten, manchmal für die Erholung und oft einfach zur Stärkung.

Wenn Sie Ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen zusammennehmen: Was verändert sich durch eine Krebserkrankung?

Eine Krebserkrankung erinnert uns immer an die Begrenztheit unseres Lebens und unserer Möglichkeiten. Dadurch relativiert sich in unseren Werten so einiges. Die Bedeutungen verschieben sich. Was ist wirklich wichtig für mich, für mein Leben? Wir lernen, den Wert des Alltags und des Lebens selbst mehr zu schätzen. Durch eine schwere Erkrankung wie Krebs ist das vorher Selbstverständliche plötzlich wertvoll.

Im Buch gehen Sie absolut ehrlich, realistisch, aber auch Mut machend mit dem Thema Krebs um. Was sollen Ihre Leser vor allem mitnehmen? Was ist Ihnen wichtig zum Ausdruck zu bringen?

Das Wichtigste ist meiner Erfahrung nach zu lernen, auch mit schweren Dingen umzugehen, das Leben zu leben mit seinen Einschränkungen, aber auch all seinen Möglichkeiten. Auch wenn wir nicht wissen, was kommen wird. Aber: Wer weiß das schon? So wird der Augenblick, das Jetzt, das Heute, wichtiger. Erkrankungen sind oft mit einer Fixierung im Negativen verbunden. Mit meinem Buch möchte ich Wege zeigen, um aus dieser Problemtrance herauszukommen. Und es tut einfach gut, wenn wir merken, dass wir selbst mithilfe unserer Vorstellungskraft und unserer Phantasie etwas verändern können.

Krebs ist natürlich ein sehr persönliches und sicher auch Angst besetztes Thema, mit dem jeder anders umgeht. Aber was würden Sie sich für die öffentliche Diskussion/den öffentlichen Umgang damit wünschen?

Ich wünsche mir, dass das Thema Krebs in der Öffentlichkeit noch viel selbstverständlicher vorkommen dürfte, ohne Panik und ohne Sensationslust. Es wäre gut, wenn es noch weniger Tabus zu dieser Krankheit gäbe, einer Krankheit, die so viele Menschen bekommen. Dann würden sich viele Betroffene weniger einsam fühlen müssen.

Ich habe Sie während der Arbeit an diesem Buch als eine sehr selbstbewusste, energiegeladene und auch humorvolle Frau kennengelernt. Verraten Sie uns, wie Sie – einmal abgesehen von Hypnose – Ihre Batterien wieder auftanken und Zuversicht bewahren? Haben Sie eine Art Wohlfühlrezept?

Ich bemühe mich um eine möglichst ausgewogene Balance von Aktivität und Entspannung, passend zu meinen persönlichen Erfordernissen. Aber ich muss zugeben, dass mir das natürlich nicht immer gelingt. Besonders wichtig ist für mich, immer wieder meine Aufmerksamkeit auf das Positive, auf die Möglichkeiten zu lenken, statt über Einschränkungen und das Negative zu grübeln. Es gibt ein Sprichwort, das ich als Leitsatz sehr hilfreich finde: Wenn dir das Leben Zitronen schenkt, mach Limonade daraus. Also: Nutze das, was da ist, und lebe damit – so gut es nur geht.

Liebe Frau Kurz, vielen Dank für das Interview. Ich bin sicher, dass das Buch vielen Betroffenen eine Hilfe sein wird.