Gedanken zu einem Buchmanuskript

Der Sommer rückt näher und es wird Zeit, dass endlich unsere letzten vorangekündigten Frühjahrstitel in die Produktion gehen. Für mich bedeutet das: Lektorat eines Buches zum Thema Führung.

Nicht ganz so mein Ding, muss ich direkt gestehen, denn in diesem thematischen Feld werden gerne neue Prinzipien kreiert, die mit sehr fantasievollen Namen belegt werden; gerne auch mit Abkürzungen, die alles oder nichts bedeuten können. – Mit dieser Einschätzung werde ich ganz bestimmt sehr vielen sehr guten Büchern zum Thema Führung nicht gerecht. Ich habe da halt ein Vorurteil und kann nicht so recht aus meiner Haut. Andererseits bin ich aber Profi genug, um auch ein Manuskript zu bearbeiten, das nicht unbedingt eines meiner Lieblingsthemen behandelt.

Also: Ran an den Text! Und zwar gleich zu Beginn des Arbeitstages, damit sich gar nicht erst Widerstände aufbauen oder Ablenkungsmanöver einstellen können.

Ich lese eine Seite, noch eine Seite … und nach mehreren Seiten denke ich: Wow! So etwas hätte ich von einem Führungsbuch nicht erwartet. Was ich da lese ist kraftvoll und authentisch. Es ist empathisch, nimmt aber gleichzeitig keine falschen Rücksichten. Die da schreibt ist wirklich souverän und sie muss sich nicht hinter irgendwelchem Schischi verstecken, denn sie weiß, was sie kann.

Und was lese ich, welches Manuskript bringt mich so zum Schwärmen? Es ist „Chefsache: Führen!“ von Ursu Mahler. Da berichtet eine gestandene Führungskraft mit langjähriger Erfahrung als Trainerin und Coach, was für sie die Grundlagen guter Führung sind: „Nicht handeln heißt zustimmen“ ist z.B. ein ganz zentraler Satz, der allen Zauderern und Zögernden ins Stammbuch geschrieben sei. Und Kernsätze dieser Art gibt es einige. – „Hart, aber fair“, so lassen sie sich häufig charakterisieren.

Für Menschen in einer Führungsposition kann die Lektüre dieses Buches ein rechter Vitaminstoß sein, den sie sich von Zeit zu Zeit gönnen sollten. Vermutlich haben viele Führungskräfte den Kopf voller Wissen, sind in zahlreichen Methoden geschult. Doch selbst solchen Experten kann es nicht schaden, gelegentlich die eigene Haltung und das Handeln zu reflektieren. Gute Führung verlangt Herz und Verstand – und von beidem findet sich sehr viel in diesem bravourös geschriebenen Buch.

Einfach anfangen?

So wie der Dame auf dem Titel der Ausgabe 2/2012 unserer Zeitschrift Kommunikation & Seminar geht es sicher vielen jungen Coaches und Trainern: Sie möchten den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagen, aber sie wissen einfach nicht, wie sie loslegen sollen.

Einige verzetteln sich in selbstgewähltem Perfektionismus, wollen für alle Eventualitäten gerüstet sein und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Andere scheuen sich, ihr Angebot ganz offen zu präsentieren und vernachlässigen wichtige Marketingstrategien und werden so von ihren potenziellen Kunden gar nicht erst gefunden. Selbstzweifel und das Gefühl, einmal gemachte Fehler eventuell nicht mehr korrigieren zu können plagen junge Existenzgründer und verhindern den Start ins Geschäftsleben.

Was hilft, sind gute Beratung und ein verändertes Anspruchsdenken. Es ist eine gute Idee, sich seine Ziele nochmals vor Augen zu führen, und dann erste einfache Schritte zu wagen. Vieles entwickelt sich auf dem Weg. Dazu gehört der „Mut zur Lücke“: Einen nicht ganz ausgereiften Auftritt hinzulegen ist allemal besser, als sich so lange zu verstecken „bis alles perfekt ist“ (also wahrscheinlich nie).

Mathias Maul aus Hamburg berät und begleitet Existenzgründer speziell im Bereich Coaching und Training. Soeben hat er das Buch „Vom Coach zum Unternehmer“ veröffentlicht, das in einem 30-Tage-Programm den Marktneuling an die Hand nimmt und ihn bei den wichtigsten Überlegungen und Schritten begleitet – und dabei bodenständig bleibt und viele konkrete Anregungen gibt, z.B. welche Computerprogramme sinnvoll sind und wie man sich mit leicht zugänglichen und kostengünstigen Methoden Aufmerksamkeit verschafft.  Für scheinbar große Probleme hat Maul oft überraschend einfache Lösungen parat: Man braucht z.B. nicht gleich einen teuren Webdesigner für den ersten Internetauftritt. Vieles lässt sich mit Gratis-Programmen aus dem Internet selbst gestalten.

Auch Berater Benjamin Schulz beschäftigt das Thema Existenzgründung. Wer einen einfachen Einstieg ins Thema Marketing sucht, Begrifflichkeiten klären möchte, mit denen im Bereich Werbung und Marketing immer gern nonchalant um sich geschmissen wird und einfach Ideen braucht, wird in Schulz‘ Buch „Marketing Heroes never die“ einen leicht verständlichen Überblick finden. Tipp: Nicht von dem etwas schrägen Titel abschrecken lassen, der Inhalt hat Hand und Fuß.

Coaching, Training, Seminare, die Arbeit mit Klienten, Erfolgerlebnisse, Durchbrüche … das ist eine Seite des Trainerdaseins. Die andere ist: Rechnungen schreiben, Steuerprüfung, Anfragen beantworten, Mails abarbeiten – Büroalltag eben. Wer sich davor fürchtet, hier im Chaos zu versinken und wertvolle Zeit mit Suchen zu verlieren, sollte Rositta Beck-Rappens Buch „Büro-Effizienz“ lesen. Mit einem simplen, übersichtlichen System schaffen Sie Ordnung in Ihren Unterlagen und haben alles Wichtige zur Hand.

Ach ja, zurück zur „Kommunikation & Seminar“: Das Existenzgründer-Heft „Einfach anfangen?“ (Ausgabe 2/2012)  kann für € 9,- hier bestellt werden.