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Thomas Prünte über … seine Lieblingsmethode aus der Paartherapie

Unser Autor Thomas Prünte, Dipl.-Psychologe, ist seit über 30 Jahren in eigener psychotherapeutischer Praxis in Hamburg tätig und arbeitet als Paartherapeut (EFT) sowie als Dozent an diversen Ausbildungsinstituten. In seinen bisherig erschienenen Büchern hat er sich bisher ausführlich mit der Frage befasst, wie Menschen sinnerfüllt leben und lieben können. Sein neustes Buch, „Du bist mein Heimathafen“ ist im September 2021 erschienen und unterstützt dabei, sich als Paar in kritischen Phasen zu regulieren.

Im Video spricht Thomas Prünte über seine Arbeit als Psycho- sowie Paartherapeut und stellt eine seiner Lieblingsmethoden aus dem paartherapeutischen Kontext vor: Die Erfassung das Ist- und Soll-Zustands. Vielleicht inspiriert euch das für eure eigene Arbeit im psychosozialen Bereich oder sogar für euren Beziehungsalltag. Viel Spaß!

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Thomas PrünteThomas Prüntes Buch „Du bist mein Heimathafen“ ist ein Buch aus der Praxis für die Praxis – und den Beziehungsalltag – und bietet zahlreiche Anregungen und ermutigende Leitsätze, die bei der Suche nach mehr Zufriedenheit in einer Paarbeziehung unterstützen. Wir erhalten einen Überblick über die wichtigsten Möglichkeiten, sich als Paar in kritischen Phasen zu regulieren. Denn eine Partnerschaft besteht im permanenten Moderieren von Irritationen, so heißt es. Und: Füreinander ein sicherer Hafen zu sein, erfordert gegenseitiges Bemühen. Das Buch möchte bei dieser lohnenden Aufgabe unterstützen und dabei ein Wegbegleiter sein.

Weitere Informationen zum Autor: https://www.thomas-pruente.de/

Buch des Monats

Buch des Monats – September 2021: „Du bist mein Heimathafen“ von Thomas Prünte

Du bist mein HeimathafenKurs halten für Paare

Eine Beziehung ist wie ein Garten. Sie bedarf der Pflege, damit etwas wachsen kann. Und in eine Beziehungskiste muss man etwas Gutes hineintun, wenn man etwas Gutes entnehmen möchte.
Nur so kann eine Partnerschaft auf Dauer gedeihen und die Beziehung zum sicheren Hafen werden, der Schutz und Geborgenheit bietet. Das Buch „Du bist mein Heimathafen“ von Dipl.-Psychologe und Paartherapeut Thomas Prünte setzt genau hier an bietet zahlreiche Anregungen sowie ermutigende Leitsätze, die bei der Suche nach mehr Zufriedenheit in der Beziehung unterstützen.

Im Interview sprechen Marion Heier, die Moderatorin unseres Podcasts »Apropos Psychologie!«, und der Autor u. a. darüber, worum es im Buch geht, was seine Besonderheiten sind und an wen es sich speziell richtet. Darüber hinaus geht es auch über die Intention und Motivation hinter dem Ratgeber sowie um den ein oder anderen Impuls für den Beziehungsalltag.

Du bist mein Heimathafen“ erscheint am 17.09.2021, ist jetzt aber schon vorbestellbar – entweder über unseren Webshop oder über eure Lieblingsbuchhandlung. Weitere Infos zum Buch und Bestelloptionen über unseren Webshop findet ihr hier.

 

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Zur Begleitung von Krisenpaaren

Das Traum(a)-Haus-Konzept

Von Katharina Klees

Seit meinem 23. Lebensjahr leite ich Gruppen für Paare. Mein Schwerpunkt liegt dabei auf der Heilung von Beziehungswunden: Viele Menschen, die in der Kindheit traumatisiert wurden, bringen ihre Verletzungen – oftmals unbewusst – mit in ihre Beziehung zum aktuellen Partner. Wie könnte es auch anders sein? Haben die Traumata von damals doch Narben hinterlassen und Wunden, die längst noch nicht verheilt sind bzw. durch einen unachtsamen Schritt wieder aufbrechen können.

Um die Wirkung meiner Paartherapie für Klient*innen greifbarer zu machen, nutze ich eine Haus-Metapher. Sie ist inzwischen sogar zur Grundlage meiner Paararbeit geworden. Die Paare verstehen durch dieses Sinnbild ihre Problem-Dynamik sehr viel besser:

Das Traum(a)-Haus in unserem Kopf

Traum(a)-Haus

Das sogenannte Traum(a)-Haus hat fünf Etagen, in denen die unterschiedlichen Hirnregionen abgebildet sind, die zugleich das Beziehungsbewusstsein verdeutlichen.

Der Keller steht für den Überlebensmodus des Reptiliengehirns. Zu Beginn einer leidenschaftlichen Romanze halten die Verliebten emotionale „Keller-Empfindungen“ für gänzlich ausgeschlossen, im späteren Verlauf der Beziehung lernt jeder unfreiwillig diese dunklen Gefilde kennen. Trauma-Paare fühlen sich häufig im Horror der Kellergewölbe gefangen und angekettet.

Im Erdgeschoss befindet sich der Eingang zum Traum(a)-Haus. Direkt hinter der Tür führen die Wege getrennt durch die jeweiligen Kinderstuben mit den entsprechenden Kindheitserfahrungen. Diese Etage versinnbildlicht das limbische System mit den gespeicherten Triggern (den neuronalen Verschaltungen traumatischer Ereignisse).

Im Obergeschoss gelangt jeder zuerst in den eigenen Entscheidungsflur, der die Chance zur Abwägung abbildet. Dort bietet vor allem das eigene Bindungsschema Orientierung. Der Neo-Cortex macht uns durch unsere Vernunftbegabung zu bewusstseinsfähigen Menschen. Sehr häufig wird die Chance auf kluge Alternativen ignoriert und Hals über Kopf der Beziehungsraum – ausstaffiert mit einem Himmelbett – gestürmt. So, wie hier die Ich- und Beziehungsideale Grund der Überstürzung sind, wird ebenso beliebig der Notausgang mit der Fluchttreppe genutzt, sobald die ersten Schwierigkeiten auftauchen.

Die destruktive Beziehungsdynamik

Auch wenn die Zeiten im Beziehungsraum zur Routine werden, wabern die verbannten Energien der eingeschleusten Keller-Monster wie giftige Schimmeldämpfe durch die Ritzen der Harmonieversprechen.

Unterhalb des Beziehungsraumes – Ort der Drama-Bühne – führt eine Art Röhre direkt in den Keller. Den Unterdruck erzeugen die Qualen der traumatisierten Kinder in den Kinderzimmern. Die unerkannte Not entwickelt einen unglaublichen Sog Richtung Keller. Der Sog verursacht Unbehagen und dieses wird dem Partner/der Partnerin angedichtet und schließlich vorgehalten. Da eine Lösung des ersten schlimmen Streits nicht möglich ist, verstaut das Paar die Krise in einem Müllbeutel mit der Aufschrift „Unbrauchbare Randerscheinung“.

Die Konflikte in den Abfallsäcken werden nicht entsorgt, sondern gehortet zwecks späterer Beweisführung gegen den Partner. Der stetig anwachsende unerledigte Kram belastet und drängt das Paar der saugenden Kellerröhre entgegen. Viele Liebende wählen irgendwann die Fluchttreppe, die unmittelbar hinter dem Notausgang des Entscheidungsflures mit Erleichterung lockt. Der Haushalt, die Arbeit, die neue Liebe, das aufwendige Hobby, eine liebgewonnene Sucht, die bekannten Symptome einer psychischen Störung bieten einen willkommenen Ausweg aus den immer heftiger werdenden Dramen.

Der Besinnungs- und der Liebesraum

Die vierte Ebene im Traum(a)-Haus ist den wenigsten Paaren überhaupt bekannt und muss erst im Verlauf der Beratung in das Haus der eigenen Beziehung eingefügt werden. Dort befindet sich der Besinnungsraum oder auch der Seelenhygiene-Raum. Mann und Frau (dies gilt natürlich auch für homosexuelle Paare) werden im Verlauf der traumasensiblen Paartherapie ermutigt, sich ihren jeweiligen Besinnungsraum einzurichten, um dort zu innerer Ruhe durch stille Einkehr zu finden. Hiermit wird der Bewusstseinszustand der Verinnerlichung angedeutet, der die Emotionen zur Ruhe bringt, das Gedankenkarussell anhält und den Kopf wieder frei macht. Diesen Zustand brauchen wir für eine ganze Reihe wirksamer Traumatherapie-Methoden, zum Anheben der Bewusstseinsstufe und zur Etablierung neuer Beziehungswerte.

Die ersehnte und zugleich verklärteste fünfte Etage befindet sich im Dachgeschoß des Traum(a)-Haus: der Liebesraum. Dort findet echte Begegnung und Heilung nur in friedlicher Hingabe und Absichtslosigkeit statt. Der Liebesraum ist im Konzept des Traum(a)-Hauses allein durch die Anhebung der Energie in der neuen Besinnungsraum-Etage erreichbar.

Während Kellergefühle nahezu jedem Paar bekannt sind, Streit im Beziehungsraum Anlass für die Paartherapie bietet und auch die Nutzung der Fluchttreppe verschämt eingestanden wird, werden zögerlich der Entscheidungsflur, der Besinnungsraum oder auch das Kinderzimmer des Traum(a)-Hauses zur Kenntnis genommen. Die Sehnsucht nach Frieden und Glück, verdeutlicht im Liebesraum, erfüllt so manches Krisenpaar mit großer Hoffnung.

Die fünf Stufen mit den entsprechenden Ansichten, Kompetenzen oder Idealvorstellungen geben eine gute Orientierung, wo ein Paar steht, welche Entwicklung anzustreben und was noch zu erarbeiten ist. Zugleich sieht das Paar, wo der Weg hingeht, da aus dem Trauma-Haus schließlich ein Traum-Haus werden soll.

Im folgenden Video wird Ihnen eine der wirkungsvollsten Methoden, die mithilfe des Beziehungshauses durchgeführt werden können, vorgestellt.

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Nachdem dieser Film erstellt worden war, wusste ich, dass ich ein Buch zum Thema schreiben will. Das Ergebnis können Sie ab dem 29. März im Handel finden.

Klees-Paartherapie_FIN.indd

Die Inhalte des Buches werden in Webinaren vertieft und eine „Zertifizierte Weiterbildung zur Begleitung von Krisenpaaren“ ist bereits in ein Curriculum gegossen. Es finden außerdem Einführungskurse statt.

Hier finden sich die wesentlichen Informationen.

Klees_Katharina Über die Autorin

Dr. Katharina Klees ist Paar-, Sexual & Traumatherapie mit eigener Praxis in Dannstadt. Weitere Informationen zur Autorin finden Sie hier.