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Gisela Ruffer in ihrem Online-Kurs „Nein sagen“

Wo hör ich auf, wo fängst Du an: Grenzenlos glücklich?

Im Herbst 2019 ist das Buch „Selbstbewusst NEIN sagen. Grenzen setzen – Grenzen achten“ von Gisela und Herbert Ruffer, Heilpraktiker für Psychotherapie in Landshut, erschienen, und zwei Monate später das zugehörige Hörbuch. Im März 2021 wurde in Kooperation mit Sinnsucher.de der Online-Kurs dazu – „Nein sagen – Wie Du lernst, selbstbewusst Deine Grenzen zu setzen“ – veröffentlicht. Innerhalb weniger Wochen avancierte er zu einem der beliebtesten Junfermann-Kurse auf der Plattform.

Ich sprach mit Gisela Ruffer darüber, wie wir ohne schlechtes Gewissen Nein zu sagen lernen – für ein harmonisches Miteinander. Denn, wie die Autorin Paul Tillich zitiert: „Der wahre Ort der Begegnung ist die Grenze.

 

Gisela Ruffer in ihrem Online-Kurs „Nein sagen“

Gisela Ruffer in ihrem Online-Kurs „Nein sagen“

Was hat Sie darauf gebracht, sich mit dem Thema „Grenzen setzen“ zu befassen?

Gisela Ruffer: Vermutlich einerseits mein Spezialgebiet: eigene Grenzen zu testen und möglichst zu überschreiten. Das heißt, ich bin u. a. schon früh von Zuhause ausgezogen. Ich habe im Studium versucht, möglichst wenig zu schlafen, damit ich Zeit zum Lernen habe. Bücher lese ich möglichst in einem durch, Sport habe ich gerne bis zur Erschöpfung gemacht und wenn ich nur ein Zimmer streichen müsste, renoviere ich gleich das ganze Haus.

Früher hielt ich meine Art für normal und war irritiert, wenn andere das anders machten, und ich musste lernen, mir zum Selbstschutz, immer wieder eigene Grenzen zu setzen, damit ich so alt werden konnte wie ich jetzt bin. 🙂

Andererseits traf ich auf meinem Lebensweg aber auch Menschen, die ich heute als ‚böse‘ bezeichnen würde. Ich weiß wie es ist, wenn andere meine Grenzen überschreiten und mir damit seelisches und körperliches Leid antun. Das heißt, ich habe Erfahrung damit, meine niedergerissenen Grenzen wieder aufzubauen und innerlich heil zu werden.

Die Gesamtsumme meiner Erfahrungen hat wohl dazu geführt, dass ich mich über viele Jahre um junge Menschen in ausweglosen Situationen gekümmert habe und ich durch die Begegnungen in meiner Praxis für HP-Psychotherapie zusätzlich den Ansporn und die Gedanken entwickelt habe, ein Buch bzw. Online-Seminar dazu zu schreiben.

 

Gibt es Grenzüberschreitungen, die typisch weiblich oder typisch männlich sind? Ist Grenzen zu setzen typisch Mann?

Ich bin nicht so der Fan von solchen Aussagen. Was ich entdeckt habe ist, dass viele Frauen gerne mit anderen auf einer Ebene kommunizieren, um unserem Gegenüber ein gutes Gefühl zu geben. Wir arbeiten in Netzwerken in der horizontalen Ebene. Das heißt, wir reden mit anderen gerne über unsere Emotionen, Probleme und Erlebnisse und haben dabei das Gefühl, zu teilen.

Bei Männern sehe ich das auch … aber anders. Sie holen sich einen Rat, fachsimpeln oder dozieren. Heißt, schon in der Kommunikation finde ich Unterschiede, nennen wir es Abgrenzungen. Beste Freunde ja, aber auch gute Seilschaften nach oben. Also weniger den Blick zur Seite – in die Horizontale (wie die Frau) – als nach oben bzw. unten – in die Vertikale. Diese oft andere Ausrichtung kann den Anschein erwecken, ganz sicher.

 

Machen Frauen zu viele Worte, wenn sie NEIN meinen?

Ja, auf jeden Fall! Wir Frauen sagen nicht nur NEIN, wir versuchen das dann auch noch in allen Farben und Emotionen, schlüssigen Begründungen und Herleitungen zu erklären.

Das klingt in den Ohren von Männern wie Rechtfertigung. Und wir selbst meinen, dass das klug ist. Für andere wirkt es eher inkompetent. Mein Rat: Wenn wir – als Frauen – von einer Grenze überzeugt sind, dann genügt ein einfaches NEIN.

Funktioniert übrigens bei Kindern genauso. Ich muss meinem Kleinkind nicht lange erklären, warum ich meine was ich sage.

 

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Welche Grenzüberschreitungen kommen Ihrer Erfahrung nach am häufigsten vor?

Vermutlich neigen wir alle dazu, am ehesten das Wohlwollen eines anderen auszunutzen und wissen dabei oft nicht, welches Leid wir damit verursachen

 

Sie unterscheiden 9 Typen von Grenzüberschreiter*innen. Welchem ist am schwersten „Paroli zu bieten“?

Welchem Typen ich am ehesten ausgeliefert bin, hängt natürlich von meiner eigenen Persönlichkeit und dem vorhandenen Grenzverhalten ab … und nicht selten auch von meiner Tagesform.

Aber generell würde ich sagen, dass wir uns auf den ersten Blick mit den lauten und aggressiven Typen am schwersten tun. Doch bei genauerer Betrachtung erleben wir doch vielfach die Grenzüberschreitungen durch die leiseren Töne wie Erwartungen, die an uns herangetragen werden, und die wir dann nicht enttäuschen wollen.

 

Und wenn ich mich selbst in einer der Typenbeschreibungen wiedererkannt habe?

Wenn ich mich selbst in einem dieser Typen erkannt habe, dann ist diese Selbsterkenntnis immer noch der erste Weg zur Besserung. Auch dazu gebe ich im Buch und im Online-Seminar einige Tipps. Meist hilft schon das Verstehen, wie ich selbst womöglich mit meinem Umfeld interagiere und warum es mitunter zu komplizierten Beziehungen oder gar Beziehungsabbrüchen gekommen ist.

 

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Kann es eine Hilfe sein, meinen Partner oder eine gute Freundin zu bitten, mir seine/ihre Wahrnehmung von mir mitzuteilen? Oder komme ich dann „in Teufels Küche“?

Zu diesem Thema müsste ich wahrscheinlich etwas weiter ausholen. Aber in der Kürze gesagt: Wir kennen ja alle den Spruch: Wie ist denn der oder die drauf? Hat der keine Freunde? Damit implizieren wir, dass gute Freunde – und das sollte vor allem auch der Partner sein – uns auf unsere blinden Flecken liebevoll aufmerksam machen.

Leider ist auch da die Scheu vor Auseinandersetzungen oft sehr hoch, was dann leider das Ertragen des anderen bewirkt … bis es nicht mehr geht.

Aber generell kann ich nur dazu ermutigen, sich Feedback einzuholen und auch immer damit zu rechnen, dass es ehrlich ist und mich somit vor eine Herausforderung stellt. Denn Wahrheit fängt mit einem großen W(eh) an! 🙂

 

Sollte ich jemand anderen darauf hinweisen, wenn ich den Eindruck habe, dass er alles mit sich machen lässt? Oder musss das jeder selbst an sich merken?

Wenn ich denke, dass ich jemanden auf etwas hinweisen sollte, dann überlege ich zunächst, ob ich das mir auch wünschen würde. Im nächsten Schritt bedenke ich, ob es dem anderen wirklich hilft und wie ich es formulieren sollte, damit es als Hilfe und nicht als Kritik ankommt. Und schließlich frage ich die Person, ob sie meine Beobachtung überhaupt hören will. Dann kann es zu einem wirklich guten Gespräch werden.

Wir alle schauen ja aus uns heraus und haben die anderen besser im Blick als uns selbst. Daher passiert es auch, dass wir für unser eigenes Verhalten oft blind sind, es nicht selbst merken können und daher froh sein dürfen, wenn uns andere in die Spur helfen.

 

Was kann ich tun, wenn mir etwas zu weit geht? Haben Sie einen Sofort-Hilfe-Tipp?

Ich muss innere oder äußere Distanz schaffen um Zeit für eine angemessene Grenzziehung zu bekommen. Also nicht gleich „ja“ sagen oder in die Konfrontation gehen. Meist benötigen wir einen Moment um festzustellen, was das in mir gerade bewirkt und was ich eigentlich will.
Und durch die Distanz kann ich mich für eine Strategie entscheiden.

Es gibt zum Beispiel auch Bereiche, in denen ich mich schon im Vorfeld für eine Reaktion von mir entschieden habe. Ich selbst habe im Straßenverkehr und im täglichen Miteinander beim Einkauf oder im Job nicht das Menschenbild von „edel sei der Mensch, hilfreich und gut“. Daher habe ich für mich entdeckt, dass mich nur mein Humor retten kann.

Drängelt sich also jemand an der Kasse vor, klaut mir den Parkplatz oder ist am Telefon mies gelaunt, dann lache ich und nehme es auf keinen Fall persönlich. Denn manche Menschen sind einfach so.

 

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Der Online-Kurs bei Sinnsucher.de basiert auf Ihrem Buch „Selbstbewusst NEIN sagen“. Gab es beim Dreh etwas, zu dem Sie selbst Nein gesagt haben?

🙂 Ja, das gab es tatsächlich. Als ich das Studio betrat, führte man mich zu dem etablierten Rednerpult. Das hilft den meisten Menschen, um die Kameraeinstellung nicht zu verlassen und ihr Skript griffbereit zu haben. Für mich ist das allerdings absolut untauglich. Was ich nicht im Kopf habe, finde ich im richtigen Moment dann auch nicht auf dem Skript und zum Sprechen muss ich frei stehen können. Kurzum: das Ding musste weg. Und danach konnte es losgehen.

An dieser Stelle vielleicht ein großes Kompliment an den Regisseur, Herrn Dominik Rößler, der mich mit seiner unnachahmlichen Persönlichkeit und seinem absoluten Know-How durch diese Aufnahmezeit begleitet hat.

 

 

Was war bei der Umsetzung des Buchs in Videoclips die größte Herausforderung für Sie?

Mich überhaupt erst mal vor die Kamera zu trauen. Das war für mich eine Mutprobe und Grenzerfahrung bzw. Grenzerweiterung.
Dann die richtige Auswahl der Themen zu treffen. Und schließlich die Frage: Wie verpacke ich es in nicht nur nachvollziehbare Gedankengänge, sondern kann es auch noch anschaulich darstellen.

Ich hoffe, es ist so einigermaßen gelungen.

Anm. der Redaktion: Hier können Sie nachlesen, was Kurs-Teilnehmer sagen auf Sinnsucher.de

 

Wenn es zum Online-Kurs Outtakes gäbe von dem, was schief gegangen ist: In welcher Szene würde wir Sie am meisten lachen sehen?

Letzter Tag … es sollten nur noch die Aufnahmen für die Werbung gemacht werden … Kurze Takes mit feststehenden Aussagen. Eigentlich vollkommen undramatisch.

Doch dann begann für mich der absolute Albtraum: Ich war einfach nicht in der Lage, mir die einfachsten Sachen zu merken. Ich glaube, der Regisseur dachte anfangs, dass ich Scherze mache, lachte noch mit mir und meinte noch albern: „Nicht denken, einfach nur reden!“

Als dann mein Lachen aber immer verzweifelter wurde, stellten wir fest: Nahrung könnte helfen! Und so war es dann auch. Natürlich verursachte das eine enorme Zeitverzögerung. Schließlich kam die Anweisung: „Wir haben noch 13 Minuten. Jetzt bitte noch schnell das YouTube-Video ‚3 Tipps für leichtes NEIN Sagen‘. Sie haben 10 Minuten.“ Dafür gab es kein Konzept und nur diese Gelegenheit. Also legte ich los.

Danach war ich so durch den Wind, dass ich noch schnell alle meine Unterlagen und Klamotten zusammensuchte, mich mit zwei Koffern und Handgepäck durchs Haus zum Aufzug kämpfte, den falschen Knopf drückte, um dann irrtümlich im untersten Bereich der Tiefgarage zu landen. Durch die Sicherheitsmaßnahmen konnte ich nicht wieder zurück und zuckelte somit mit all meinen Habseligkeiten durchs Parkhaus ganz nach oben zu meinem Auto. Während ich da so lief, stellte ich mir amüsiert vor, wie der Parkhauswächter vor seinem Bildschirm sitzt und diese arme Irre, mit wirrem Blick und viel zu viel Klamotten durchs Parkhaus laufen sieht …

 

Das Interview führte Saskia Thiele, ließ sie mehrfach innerlich „JA!“ sagen – und oft schmunzeln.

 

Gisela Ruffer

Gisela Ruffer

Gisela Ruffer ist Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis für Psycho-und Paartherapie in Landshut. Ihre Spezialgebiete sind lösungsfokussierte Gesprächsführung und Beziehungscoaching. Siehe auch: https://praxis-ruffer.de/

Was Shakespeare, Sherlock Holmes und ein Paketbote mit Gewaltfreier Kommunikation zu tun haben

Seit Januar 2021 gibt es das Online-Seminar „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“, kurz: GFK, mit dessen Hilfe wir lernen können, empathisch, klar und überzeugend zu kommunizieren. Entwickelt hat es der Trainer, Autor und Kommunikationsprofi Al Weckert, der mit seiner Firma Empatrain auf mehr als 1000 Seminare zum Thema zurückblickt. Wir wollten wissen, wie das geht:

„Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“

Al Weckert im Online-Seminar „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“

Bin ich nach zwei Stunden Online-Kurs fit in Sachen GFK?

Weckert: Ob Sie anschließend fit in GFK sind, hängt von Ihrer Übungsbereitschaft ab. Sie erhalten 33 Videos mit über zwei Stunden Anleitung und fast jeder Film enthält eine Übung. Wenn Sie die Übungen im Begleitheft ausfüllen, lernen Sie dabei viel mehr als die Theorie. Sie trainieren eine neue Fähigkeit. Nach dem Kurs können Sie die vier Schritte der GFK anwenden und anderen erklären, wie es funktioniert.

Welche Vorkenntnisse sind nötig?

Weckert: Für das GFK-Online-Training brauchen Sie keine Vorkenntnisse. Sie brauchen einen Drucker, denn ich habe viele Übungsmaterialien in das Begleitheft gepackt, um das Lernen zu erleichtern. Es gibt zum Beispiel Listen mit Gefühlen und Bedürfnissen, einen Tagesplaner mit eingebauten GFK-Übungen und die GFK-Easysteps, die man auf den Boden auslegen kann, um ein Thema (zum Beispiel einen Konflikt oder eine schwierige Gesprächssituation) für sich zu klären. Vorkenntnisse sind also nicht nötig. Sie schaden aber auch nicht, denn ich habe neue und ziemlich unterhaltsame Übungen eingebaut.

Was muss ich persönlich mitbringen, damit das Seminar für mich auch Sinn macht?

Weckert: Sie benötigen eigene Fallbeispiele, um die Aufgaben zu lösen. Damit meine ich eigene Erlebnisse, z. B. wenn Sie sich mit jemanden gestritten haben oder mit einem Gespräch unzufrieden waren. Wie Sie solche Beispiele finden können, erkläre ich Ihnen in den ersten Videos des Online-Trainings. In den Übungen zeige ich, wie Sie diese Konflikte ansprechen oder den Grund für Ihre Unzufriedenheit klarer zu fassen kriegen. Mit eigenen Beispielen können Sie besser miterleben, wie das funktioniert. Außerdem haben Sie dann einen „Sofortgewinn“. Sie können das Thema anderen gegenüber direkt ansprechen.

In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg kommen ein Wolf und eine Giraffe vor? Warum eigentlich?

Weckert: Eines Tages sagte eine Frau zu Marshall Rosenberg: „Mein Mann spricht mit mir wie ein Wolf“. Rosenberg antwortete mit seinem typischen trockenen Humor: „Dann üben wir heute Wölfe zu zähmen“. Die Frau schenkte Rosenberg am nächsten Tag zum Dank eine Wolfspuppe, die er fortan im Koffer mit sich herum trug. Irgendwann kam eine Giraffe dazu, denn die Giraffe hat von allen Landtieren das größte Herz. Der Wolf steht für eine Sprache der Dominanz, die Giraffe für eine Sprache der Einfühlsamkeit.

Al Weckert als Shakespeare im Online-Seminar „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“

Im Online-Seminar zeigen Sie keine Giraffen und Wölfe. Stattdessen treten Sherlock Holmes und Shakespeare auf, deren Hüte Sie sich aufgesetzt haben. Sollte man ab und an einen anderen Hut aufsetzen?

Weckert: Schon die Indianer wussten, dass man einen Monat in den Mokassins seines Gegenübers laufen muss, um ihn zu verstehen. Wobei: Die Wörter „sollte“ und „muss“ sind Wolfssprache, denn sie sind an Zwang und Druck geknüpft. Zwang und Druck führen in der Regel zu einer Verschlechterung der zwischenmenschlichen Beziehung. Weil es aber gerade um Verbindung geht, erklärte ich die Geschichte mit den Hüten lieber so: Perspektivwechsel erzeugt Verständnis, Verständnis erzeugt Vertrauen, durch Vertrauen entsteht Veränderungsbereitschaft. Das der Buchstabe V so oft vorkommt ist kein Zufall, sondern Absicht. V wie „voll gut den Hut zu wechseln“.

Wie hätte dieser Online-Kurs dem Mann aus der Geschichte mit dem Hammer von Paul Watzlawick helfen können?

Weckert: Der Mann, der so dringend einen Hammer brauchte, hätte von dem Online-Seminar definitiv profitiert. Er hätte beim Nachbarn geklingelt und eine der vielen Bitten geäußert, die wir im Kurs trainieren. Er hätte mit jeder Antwort gut leben können. Bei einem „ja“ hätte er sich gefreut. Bei einem „nein“ hätte er sich nicht geärgert. Er hätte gewusst, dass der Nachbar einen Grund für sein nein hat. Er hätte sein Ziel auf einem anderen Weg erreicht.
Im Online-Seminar erzähle ich ja die Geschichte von dem Paketboten, der mir Benachrichtigungen in den Briefkasten schmeißt, obwohl ich zuhause bin. Da muss ich – genau wie der Mann in Watzlawicks Geschichte – aufpassen, dass ich mich nicht in irgendeine schräge Wut hineinsteigere. Wenn unsere Gefühle von den Handlungen anderer abhängen, leben wir in einer emotionalen Sklaverei.

Inwiefern sind Mimik und Gestik Teil der GFK?

Weckert: Sind sie das? Ich kenne GFK-Trainer, die das nicht in ihren Ausbildungen behandeln. In meinen Trainings spielen Mimik und Gestik allerdings eine große Rolle. Sie ermöglichen mir eine ganz andere Ebene der Wahrnehmung. Jenseits von Verstand und Sprache sehe ich meinem Gegenüber an, wie er sich fühlt. Charlie Chaplin hat gesagt: „Wir denken zu viel und fühlen zu wenig.“ Mir erleichtert die Wahrnehmung der Körpersprache das Fühlen.

Gibt es Tipps & kleine GFK-Kniffe, die ich jetzt gleich sofort in meinem Alltag mal ausprobieren kann?

Weckert: Genau diese kleinen Tipps und Kniffe erklären die Trainerkolleginnen Ulrike Michalski und Silvia Richter-Kaupp in den beiden Videos zu Selbstempathie und Aktivem Zuhören. Da will ich jetzt nicht spoilern. Sonst verderbe ich ja die Überraschung!

Wie kann ich weiter üben?

Weckert: Im letzten Teil des Online-Kurses leite ich die Teilnehmer*innen in mehreren Videos dazu an, wie sie weiterüben können. Als Teilnehmer*in bekommen SIe zum Beispiel einen Tagesplaner, mit dem Sie täglich eine GFK-Übung durchführen können.
Am nachhaltigsten lernen die meisten Menschen natürlich immer noch beim gemeinsamen Üben mit anderen. Deshalb biete ich in der Akademie im Park (Wiesloch) drei Kurse an, die exakt an diesen Online-Kurs anknüpfen: „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“, „Der Tanz auf dem Vulkan“ (Umgang mit starken Gefühlen und Schuldzuweisungen) und „Mimikresonanz“ (Körpersprache-Training). In diesen Kursen wird geübt, vertieft und weiter aufgebaut. Du triffst andere, die auch das Online-Seminar abgeschlossen haben und kannst alle Deine Fragen stellen.
Ergänzend empfehle ich auch das Audiobook zum Online-Training. Damit kannst Du Dir die Schlüsselunterscheidungen der GFK wunderbar einprägen.

Hast Du ein Lebens(abschnitts-)motto?

Weckert: Das habe ich tatsächlich. Es lautet: „In good we trust!“ Das habe ich bei einer Techno-Party in Berlin mitten auf der Tanzfläche auf einem T-Shirt gelesen. Ich habe mir am nächsten Tag von diesem Spruch einen Türvorleger designen lassen. Seitdem betrete ich meine Wohnung ziemlich oft mit einem entspannten Lächeln im Gesicht.

Das Gespräch führte Saskia Thiele, Digitale Produkte, Junfermann Verlag.

 

Al Weckert ist Volkswirt, Mediator, Trainer für Gewaltfreie Kommunikation und Organisationsentwickler. Er ist Experte für das Training von Empathiefähigkeit. Gemeinsam mit Unternehmen und Organisationen entwickelt er Modelle nachhaltiger Konfliktbearbeitung und Trainingskonzepte für mehr Achtsamkeit und gegenseitige Wertschätzung in der alltäglichen Kommunikation am Arbeitsplatz.  https://www.empathie.com/

Sein Online-Seminar „Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation“ erschien Ende 2020 auf www.junfermann-live.de

Nur noch bis (einschließlich) Mai: Seminarbetreuung durch Al Weckert als Kommentator 

 

Erfolg durch Positionierung – Das neue Online-Seminar von Tanja Klein & Ruth Urban

Im Traumberuf Coach auf dem Markt bestehen

Alle erfolgreichen Coaches und Trainer*innen haben eines gemeinsam: Sie alle können in einem Satz sagen, wofür sie stehen; was sie in ihrer Arbeit bewirken und wofür ihr Herz schlägt. – Das bietet Orientierung, sowohl für das eigene Handeln als Coach/Trainer*in als auch für potenzielle Klient*innen. Doch wie lässt sich die eigene Positionierung finden? Alleine kann sich dies als schwerer Kampf herausstellen, denn Positionierung heißt nicht nur, dass wir uns für, sondern auch, dass wir uns gegen Ausrichtungen, (Herzens-)Themen, Angebote usw. entscheiden müssen.

Im ihrem Online-Seminar sorgen Ruth Urban & Tanja Klein für Unterstützung, wenn es darum geht herauszufinden, was Sie wirklich wollen, und stehen Ihnen zur Seite, wenn es im Coaching für die eigene Positionierung ungemütlich werden könnte.

Finden Sie Ihre individuelle Positionierung als Coach oder Trainer und starten Sie in den Erfolg!

  • über 42 Minuten Video und 44 Minuten Audio
  • 31 Lerneinheiten
  • erprobte Methoden zur Positionierung
  • direkter Kontakt zu den Kursleiterinnen
  • Best Practice von 7 erfolgreichen Coaches und Trainern

Ihr Ergebnis: Orientierung, Freude an der täglichen Arbeit, guter Verdienst, ankommen im Traumberuf.

Weitere Infos zu Ruth Urbans und Tanja Kleins Online-Seminar finden Sie hier.

 

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Ruth Urban und Tanja Klein

Ruth Urban ist Marketing- und Positionierungsexpertin und seit 2009 schwerpunktmäßig für Coaches und Trainer tätig.

www.ruth-urban.de | www.coachyourmarketing.de

 

Tanja Klein ist Neuro-Coach für Menschen, die gehirngerecht ihre Ängste lösen wollen, Neuro-Coach-Ausbilderin, Autorin, GlücksTool-Bringerin und Marketingexpertin.

https://kleincoaching.de | https://akademiefuerneurocoaching.de | https://www.coach-dein-glueck.de | http://coachyourmarketing.com

Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation – Das neue Online-Seminar von Al Weckert

Besser kommunizieren? Emphatisch, klar und ohne Missverständnisse? Dabei kann beruflich wie privat die von Marshall Rosenberg entwickelte Gewaltfreie Kommunikation helfen. Das Online-Seminar des Berliner (GFK-)Trainers und Volkswirts Al Weckert richtet sich daher nicht nur an TrainerInnen und Coaches, sondern an alle, die ihre Kommunikationsgewohnheiten verbessern möchten.

 

Lernen Sie in 33 Videomodulen Schritt für Schritt die Grundlagen der GFK: wertfreies Beobachten, die Unterscheidung und Erkennung von Gefühlen und Bedürfnissen bei sich selbst und seinem Gegenüber, eine klare Ausdrucksweise, (Selbstempathie, aktives Zuhören und das Geben von Feedback).  Erfahren Sie Basics und viele Tipps und Tricks, die sofort einsetzbar sind in Ihrem privaten und beruflichen Alltag.
  • 133 Minuten Online-Kurs
  • inkl. 5 Wissentests zur Selbstkontrolle 
  • inkl. 32 Seiten Skript zum Download
  • inkl. Teilnahme-Zertifikat

Weitere Infos zu Al Weckerts Online-Seminar »Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation« finden Sie hier.

 

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Endlich klarkommen mit Deiner Angst – Der neue Online-Kurs von Pablo Hagemeyer

Mit dem Junfermann-Autor Dr. Pablo Hagemeyer, Psychiater und ärztlicher Psychotherapeut, entwickelte Junfermann in Kooperation mit dem Online-Portal Sinnsucher.de einen Online-Kurs zur Bewältigung von Ängsten: „Endlich klarkommen mit Deiner Angst. Wie Du lernst, Deine Ängste zu überwinden und mutig durchs Leben zu reisen“. Die Teilnehmer*in wird mitgenommen auf eine Reise, die ihn zu ihren Ängsten führt, durch sie hindurchgehen lässt, um sie schließlich gestärkt aus ihnen hervortreten zu lassen. Darüber sprachen wir mit dem Autor.

Dr. Pablo Hagemeyer

Dr. Pablo Hagemeyer

 

Warum ein Online-Kurs zur Angstbewältigung?

Pablo Hagemeyer (PH): Dieser Online-Kurs zur Angstbewältigung fehlte: Ein Kurs, der sich viel Zeit nimmt, die einzelnen Schritte zu erklären, die man als Angstpatient*in vor sich hat, wenn man sich den eigenen Ängsten stellt. Typischerweise vermeiden Menschen mit einer Angststörung die Auseinandersetzung mit ihrer Symptomatik: Entweder, weil sie nicht eindeutig wissen, dass es Angst ist, was sie haben, oder weil sie ganz bewusst diesem unangenehmen Gefühl aus dem Weg gehen.

 

Man traut sich also eher ran an sein Problem, wenn es erstmal „nur“ online ist?

PH: Persönliche Hemmschwellen, ein bestimmtes Thema anzupacken, sind häufig leichter überwunden, wer man sich ihnen erstmal via Streaming nähert. Zudem boomen Online-Kurse im Augenblick. Daher hoffe ich auf eine hohe Akzeptanz bei den betroffenen Personen, dass sie sich trauen und darauf einlassen möchten. Das Thema ist – gerade 2020 – von großer Dringlichkeit.

 

Wie kann mir eine Heldenreise dabei helfen?

PH: Die Heldenreise ist eine große Metapher, die niederschwellig ist und wie ein Leitfaden durch die Auseinandersetzung mit der Angst führt. Sie steht für die kognitive Auseinandersetzung, also eine Vorbereitung auf die reale und emotionale Auseinandersetzung. Die Schwellen, die einem die Angst aufzwingt, werden zunächst symbolhaft genommen. Nach dieser mentalen Reise ist die Umsetzung in der Realität für den Klienten oft zum ersten Mal konkret vorstellbar.

 

Welche Vorteile hat ein Online-Kurs gegenüber z. B. einem Selbsthilfebuch?

PH: Online-Kurse sind leicht zu konsumieren, sie sind schnell zugänglich und auch auf mobilen Endgeräten nutzbar. Gerade in der Angstbewältigung kann ich mir sehr gut vorstellen, dass der oder die Klient*in sich einige der Videos anschaut und dann tatsächlich in die Übung geht. Angstpatienten sind oft sehr motiviert, sich ihren Ängsten zu stellen, oft übermotiviert. Statt sich langsam, Schritt für Schritt, der gefürchteten Situation zu nähern, die Angst immer besser auszuhalten und dem Gehirn Zeit zu geben, den Umgang mit einer solchen Situation zu lernen, stürzen sie sich hinein. Das erzeugt schlagartig eine hohe Anspannung und führt zur Frustration.

Hier bietet der Online-Kurs die außergewöhnliche Möglichkeit, sehr kleinschrittig die eigene Exposition, also die Konfrontation mit der angstauslösenden Situation, zu üben. Zudem habe ich visuelle Elemente eingefügt, die man sich leicht einprägt, wie das Angst-Spannungs-Meter. Das visuelle Storytelling funktioniert im Video hervorragend! Und: Ich bin als Therapeut ja fast „live“ dabei und kann wie ein Begleiter auf der Heldenreise falls nötig auch mal „entschleunigen“.

 

Dann würde es reichen, sich den Online-Kurs anzusehen?

PH: Der Online-Kurs funktioniert sicher auch einzeln gut; eben weil er als Begleiter in der realen Situation fungieren kann. Schön ist an dem Sinnnsucher-Kurs auch, dass der Teilnehmer gleichzeitig auch die Tonspur dazu erhält. Wir sind heute so mobil unterwegs, dass es schon einen Unterschied macht, ob ich für mich allein ein Buch lese oder einem Dozenten oder einer Therapeutin lausche. Da ist man – je nach dem eigenen Lern- oder Wahrnehmungstyp – eher bereit, aus der Situation heraus dem Impuls zu folgen, vielleicht doch einmal auszuprobieren, was man bisher vermieden hat. Auch als Hörbuch kann ich mir einen solchen Kurs das gut vorstellen.

 

Also nichts für Menschen, die sich am liebsten mit einem „richtigen“ Buch verkrümeln …

PH: Doch, das Buch zum Kurs kommt ja noch! Dabei möchte ich es aber anders machen, als es leider in vielen, sogar erfolgreichen Büchern zur Angstbewältigung der Fall ist: Für mich ist die praktische Erfahrung wichtig. Oft schieben Autor*innen alles, was es zur Angstbehandlung zu sagen gibt, irgendwie zusammen. Dann fehlt die Gewichtung, und um einen wichtigen Stellhebel wird ein großer Bogen gemacht: der Exposition. Hier ergänzen sich mein Buch und der Online-Kurs und zeigen praxisnah, wie die Exposition sinnvoll und nachhaltig bei Ängsten hilft.

 

Welche war für Sie die größte Herausforderung beim Dreh?

PH: Der erste Tag. Allein im Studio mit einem Publikum zu stehen, das nur aus Regisseur, Kameramann und einem kleinen, schwarzen Loch, dem Objektiv der Kamera bestand.

Obschon ich Kameraerfahrung habe, wurde mir der besondere Moment hier bewusst. Zum Glück hatte ich im Kopf, ich dürfe auch redundant sein, also das Thema mal von der einen und mal von der anderen Seite erzählen. Es ist ja ein Kurs, der über Stunden geht. Bisher war ich gewohnt in „Einsdreißig“, das ist so die Zeit von einer Minute und dreißig Sekunden, alles rauszuhauen, was ich zu sagen habe. Einsdreißig ist so die Zeit für LIVE Kommentare oder so kleine Schnipsel in Interviews. Hier musste ich Sprechgeschwindigkeit und Haltung ändern, ich hatte Zeit. Was auch schön war. Das konnte ich auch genießen bei den Übungen oder den Demonstrationen. Freestyle, war schön. Aber die Anspannung, dann doch irgendwie am vorbereiteten Manuskript zu hängen, blieb ein wenig. Ich glaube, die löste sich dann im Laufe der Tage. Und mein Vegetativum, das freundete sich rasch an und war schon an Tag 2 entspannter. Ich glaube Tag 3 hat mich dann nochmal gefordert, als wir das YouTube-Video drehten. Hier musste alles sitzen, auch marketingtechnisch. Da gab der Regisseur nochmal vollen Einsatz. Der mit seinem Blick und seinen Nachfragen auf das Thema auch mir half, ganz nah am Kursteilnehmer zu bleiben. Da entwickelte sich viel auch aus der Situation. Das war ein schöner Prozess. Am Ende der dreitägigen Drehzeit war ich dann wirklich platt. Aus der Rückschau würde ich sagen, macht Megaspass aber Hochkonzentration und Präsenz sind harte Arbeit.

 

Der Online-Kurs

Exklusives Angebot: Vom 19.11. bis 17.12. wird „Endlich klarkommen mit Deiner Angst“ zusätzlich auch als begleiteter Kurs und Premium-Kurs angeboten, die neben den im Basis-Kurs enthaltenen Inhalten (4 Video-Module, Achtsamkeits- und Entspannungsübungen, 6 Arbeitsblätter, Kurszertifikat) folgende Zusatzangebote aufweisen:

  • Begleiteter Kurs: + 4-wöchige Begleitung durch Dr. Pablo Hagemeyer + exklusiver Zugang zum Kursforum zum Austausch mit Pablo Hagemeyer und anderen Kursteilnehmer*innen
  • Premium-Kurs: + Individuelles 1:1 Online-Coaching mit Pablo Hagemeyer (50 Minuten) + 4-wöchige Begleitung durch Dr. Pablo Hagemeyer + exklusiver Zugang zum Kursforum zum Austausch mit Pablo Hagemeyer und anderen Kursteilnehmer*innen

Weitere Informationen zu den Kurs-Versionen und zur Buchung finden Sie hier.

 

Ein kurzer Einblick …