Podcast »Apropos Psychologie!«

Podcast-Folge 52: Apropos … Toxische Beziehungen!

Der Partner versteht mich nicht, die Freundin meckert ewig rum, der Kollege wälzt seine Arbeit auf mich ab, die Chefin übersieht mich tagtäglich. Wenn Menschen in und mit ihrem Leben unzufrieden sind, geht es im Kern eigentlich immer um ungute Beziehungen. Viele denken dabei sofort an eine Paarbeziehung, zum Beispiel mit einem Narzissten oder einer Narzisstin. Darum aber geht es in den seltensten Fällen, sagt Annika Felber, Systemische Beraterin und Coach. Es gehe vielmehr darum, eigenverantwortlich wieder in die Aktion zu kommen.

Du tust mir nicht gut!

Foto von Annika Felber

Annika Felber

Woran erkenne ich, dass eine Beziehung einfach nicht mehr gesund ist? Wann ist es genug? – „Zentrale Aspekte sind“, so Annika Felber, „wenn ich bemerke, dass ich dauerhaft psychisch oder physisch leide, ich traurig bin, bedrückt, gestresst, und dennoch nicht in der Lage bin, daran etwas zu ändern bzw. diese schädliche Beziehung zu verlassen.“ In diesen Fällen spricht man von einer dysfunktionalen Beziehung.

Ein wichtiger Punkt dabei: Es geht um Beziehungen, also etwas, das zwischen zwei oder mehreren Menschen passiert. „Es kommt immer ein wenig darauf an, wer einem gegenübersitzt“, fasst Felber zusammen. So können toxische Dynamiken besonders leicht dann entstehen, wenn zwei Menschen aufeinandertreffen, die wie ein Schlüssel zum Schloss passen. Soll heißen: Trifft zum Beispiel ein „Gebertyp“, der sich immer Kümmern möchte, auf einen „Nehmertyp“, ergibt sich möglicherweise eine Dynamik, die beide generieren, und die für beide toxisch ist. Beide sind in einer solchen Beziehung unglücklich.

Was gesunde Beziehungen ausmachen

Annika Felber hat sieben Merkmale von Beziehungen herausgearbeitet, die fast immer auf toxische Beziehungen zutreffen. Meist gesellen sich weitere Merkmale hinzu. So muss beispielsweise die Ordnung stimmen, d. h. in einer Beziehung zwischen zwei Erwachsenen muss Augenhöhe herrschen. Sobald einer z. B. in eine Art Elternrolle rutscht, ist die Schieflage vorprogrammiert. Stimmen muss außerdem die Kosten-Nutzen-Rechnung, also der Ausgleich, wie Systemiker:innen sagen.

Warum Ordnung und Ausgleich so entscheidend sind, erklärt Annika Felber in unserer neuen Podcast-Folge.

 


Annika Felber ist als systemische Beraterin (DGsP – Deutsche Gesellschaft für systemische Pädagogik) in eigener Praxis in Koblenz tätig und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V. (DGSF). Weitere Informationen unter: https://annika-felber.de/

Ihr Buch „Du tust mir nicht gut! – Toxische Beziehungen erkennen und sich aus ihnen lösen“ erscheint am 19.10.2022. Weitere Informationen und Vorbestelloptionen finden Sie hier.

 

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