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Ghita Benaguid und Hiltrud Bierbaum-Luttermann über … klinische Hypnose und Hypnotherapie

Die Anwendung hypnotherapeutischer Methoden in therapeutischen und Beratungskontexten hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Verschiedene Therapierichtungen wie beispielsweise die Verhaltenstherapie nutzen hypnotherapeutische Methoden als Tools zur Intensivierung ihrer Vorgehensweisen. Als Konzept mit einer klient:innen- und entwicklungsorientierten Grundhaltung, die unter anderem von Milton Ericksons Ansatz der modernen Hypnose und Hypnotherapie geprägt ist, hat sich die Hypnotherapie jedoch auch als eigenständiger Ansatz bei der Behandlung verschiedenster psychischer und psychosomatischer Störungsbilder bewährt.

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Zu Besuch im Tonstudio klang:art

Am Puls der Tontechnik

Von Antje Abram

Was erwartet einen eigentlich, wenn man zum ersten Mal ein Tonstudio betritt?

Riesige Technikpulte? Hermetisch abgeriegelte Räume in dunklen Kellern? Eine Glasscheibe, durch die der „Technikmensch“ die Akteure beobachtet? Rauchige Luft von der letzten Musikband? Oder eine sterile Atmosphäre, damit auch ja nichts die Tonaufnahme stört?

Mitte März machte ich mich auf den Weg von Köln nach Castrop-Rauxel (wobei ich erst einmal das Internet befragen musste, wo das denn genau liegt), um aus meinem Buch Imaginationen ein Hörbuch zu machen. Den „normalen Text“ übernimmt später der professionelle Sprecher Thomas Krause, und ich durfte die Imaginationen einlesen, gut 90 Seiten – quasi als Profi für Imaginationen und Hypnotherapie. Zuvor hatte ich eine „Hörprobe“ geschickt, damit geprüft werden konnte, ob ich auch „geeignet“ wäre, den Text einzulesen. (Später wurde mir klar, warum das Abstimmen im Vorfeld so wichtig ist!)

Gelandet bin ich, vom Verlag vermittelt, beim Tonstudio „klang:art“ von Medienpädagoge und Tonmeister Olaf Hemker.

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In einem schönen großen Haus führte mich Herr Hemker (für mich sehr bald schon: Olaf) ins Dachgeschoss. (Die Fantasie vom „dunklen Keller“ flog schon mal raus aus meinem Kopf.) Einer der Räume war tatsächlich mit beeindruckend viel Technik ausgestattet: ein riesiges Mischpult, viele Knöpfchen und Hebel und Computermonitore.

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Mein eigener Arbeitsplatz befand sich dann direkt nebenan: ein schallisolierter Raum, gemütlich mit Vorhängen abgehangen, irgendwie heimelig. Ein Klavier, Gitarren und allerlei Musikgerätschaften lagen herum – also doch ein Flair von Musikbands. Für mich stand ein schlichtes Pult bereit, ein Stuhl, ein Kopfhörer, ein Mikro. Eigentlich ganz einfach: Blatt mit dem Text auf das Pult legen, Kopfhörer auf, richtige Entfernung zum Mikro – und es geht los mit dem Lesen. Nur: Es bedarf wirklich größter Konzentration, um einen Text fehlerfrei, mit klarer Stimme und guter Betonung hinzukriegen. Das Blatt soll natürlich auch nicht rascheln, und sogar die „Speichelgeräusche“ hört Olaf Hemker genau. Ich lernte, dass Apfelsaft hilfreich ist, um den Mund auszutrocknen und die Speichelgeräusche zu reduzieren. Vor lauter „Bloß keine Nebengeräusche fabrizieren!“ war mein Körper ganz schön angespannt, was mir aber erst später wirklich auffiel.

Glücklicherweise haben es Imaginationsübungen so an sich, dass es immer mal wieder Pausen im Text gibt. – Gut für mich, so habe ich mich nicht allzu oft verhaspelt.

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Am ersten Tag haben Olaf Hemker und ich gut sieben Stunden gearbeitet, unterbrochen von einer Mittagspause beim Italiener. (Aber Vorsicht: Nichts essen oder trinken, von dem man aufstoßen müsste oder der Magen laut rumpeln könnte!)

Nach diesen sieben Stunden war es endgültig vorbei mit meiner Konzentration – und vor allem mit meinem Körper, der sich unbedingt mal wieder bewegen wollte. Ein Spaziergang, viel Yoga und anschließend Mengen an Essbarem haben da überaus gut weitergeholfen!

Übernachtet habe ich im Hotel Residenz, einem alten Jugendstilhaus mit hohen Decken und schönem Ambiente.

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Die herrlich knarrende Holztreppe erinnerte mich an meine Kindheit, an die Besuche bei meiner Oma. Glücklicherweise war die geräuschvolle Treppe durch eine Tür von den Zimmern getrennt – vielleicht war ich aber auch einfach nur total sensibilisiert von „Nebengeräuschen, die nicht sein sollen“, wer weiß?!

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Praktisch auch, wenn nach einem anstrengenden Arbeitstag die köstlichen Produkte vom Konditormeister in unmittelbarer Nähe im Erdgeschoss des Hauses auf einen warten! Mein Tipp: Mousse-au-Chocolat-Torte!

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Am zweiten Tag las es sich irgendwie fließend, wahrscheinlich auch mit dem Wissen, dass wir den größten Batzen schon am Vortag geschafft hatten. Und so waren wir tatsächlich mittags schon fertig.

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Ich habe mich bei Olaf Hemker mit seiner unerschütterlichen Ruhe und Geduld sehr gut aufgehoben gefühlt – vielen Dank dafür!

Eine professionelle Sprecherin möchte ich aber nicht werden. – Da gibt es einfach zu wenig körperliche Action! 🙂

Übrigens: Das Ergebnis meiner Bemühungen können Sie schon bald selbst hören. Dann wird mein Hörbuch die Junfermann-Audiodownloads ergänzen.

 

abram_2_2008 Über die Autorin

Antje Abram ist Gestalttherapeutin, Heilpraktikerin Psychotherapie, Systemische Familientherapeutin und Dipl.-Sportlehrerin für Behindertensport und Rehabilitation. Seit 1998 arbeitet sie in eigener Praxis in Köln.

Im Junfermann Verlag sind von ihr in der Reihe Therapeutische Skills kompakt die Bücher Imaginationen (2017) und Gestalttherapie (2013) erschienen sowie der Titel Fühlen erwünscht (2007) mit Co-Autorin Daniela Hirzel.

Weitere Informationen zur Autorin und ihrem Angebot erhalten Sie hier.

Mit Imaginationen leichter ans Ziel

Muskelkraft durch Imagination

Von Antje Abram

Schon im August berichtete ich in einem Blogbeitrag über die Kraft von Imaginationen und ihre Einsetzbarkeit im therapeutischen Setting, aber auch im ganz normalen Alltag. Es ist schon erstaunlich, in welchen Situationen und an welchen Orten Imaginationen ihre Wirkung entfalten können. Und dass es dazu nicht viel darf, das möchte ich Ihnen im Folgenden am Beispiel eines Urlaubserlebnisses deutlich machen:

Zur Erholung von meiner psychotherapeutischen Arbeit nahm ich kürzlich an einem Kurs auf Sylt teil: Nia tanzen in Kombination mit Pilates. Letzteres kann ganz schön schweißtreibend sein! Der Körper wird ganzheitlich trainiert, besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Körpermitte. In einem „ewigen Mantra“ wird der Bauch nach innen Richtung Wirbelsäule eingezogen, um Stabilität zu schaffen.

Und Nia ist eine bisher noch recht unbekannte, aber wirklich tolle Art des Tanzens. Die Freude an der Bewegung steht dabei im Vordergrund. Geprägt ist der Tanzstil vom Jazz Dance, Modern Dance und von Isadora Duncan. Es fließen aber auch Elemente aus den Kampfsportarten Taekwondo, Aikido und Tai Chi mit ein. Abgerundet wird das Ganze durch Einflüsse aus dem Feldenkrais, dem Yoga und der Alexander Technik. Genauso interessant, wie sich diese Mischung anhört, tanzt es sich auch! An dieser Stelle möchte ich Pia Klepel, der Kursleiterin, für Ihre inspirierende und lebendige Art, Tanz und Pilates zu vermitteln, danken.

Bevor ich jedoch zu sehr ins Schwärmen gerate, kommen wir zurück zu den Imaginationen:

Wenn mir jemand sagt: „Komm aus der Rückenlage hoch ins Sitzen“, dann umfasse ich meine Oberschenkel und schaukele mich, mit den Beinen leichten Schwung holend, hoch. Das hat die letzten 48 Jahre meines Lebens sehr gut geklappt! Nun kommt Kursleiterin Pia und sagt: „Das geht auch ganz ohne Schwung.“ Ich nehme also die entsprechende Körperhaltung ein, aktiviere meine Muskulatur, will mich nach oben ziehen  – und nichts passiert! Und das, obwohl ich mich als Yogalehrerin mit meinem durchaus trainierten Körper redlich bemühe.

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Dann sagt Pia: „Stelle dir vor, da sind sehr schwere Skistiefel an deinen Füßen, so schwer, dass sich dein Körper von alleine nach oben bewegt.“ Ich konzentriere mich und gehe innerlich ganz in diese Imagination hinein. Meine Füße fühlen sich bei dieser Vorstellung unsagbar schwer an und mein Körper kommt tatsächlich nur mit Muskelkraft und ganz ohne Schwung nach oben. Ich bin begeistert.

Ich versuche es direkt noch einmal, denn Pia hat noch eine weitere hilfreiche Imagination auf Lager: „Stell dir vor, dein Körper ist eine Wippe. Auf deine Füße setzt sich jetzt ein lächelndes Kind, das nach unten wippen möchte. Deine Füße werden durch das Gewicht des Kindes sehr schwer, sodass sie von ganz allein zu Boden sinken.“

Funktioniert auch! Und beseelt von dieser schönen Erfahrung und mit noch stärkerem Vertrauen in meine Vorstellungskräfte tanzt es sich im Anschluss direkt leichtfüßiger.

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Mit einer starken und positiven Imagination sind Herausforderungen leichter und spielerischer zu bewältigen. Und das nicht nur im Sport. Überzeugen Sie sich selbst!

 

abram_2_2008 Über die Autorin:

Antje Abram, Dipl.-Sportlehrerin für Behindertensport und Rehabilitation, Gestalttherapeutin und Systemische Familientherapeutin, arbeitet seit 1998 in eigener Praxis in Köln. Ihre Bücher Fühlen erwünscht (2007, mit Daniela Hirtzel), Gestalttherapie (2013) und Imaginationen (2017) sind überall im Handel erhältlich.

Weitere Informationen zur Autorin und ihrem Angebot erhalten Sie hier.

19-20160719_PiaKlepel_6299 Pia Klepel ist zertifizierte Pilates Body Motion Lehrerin, Tanzpädagogin, zertifizierte Nia Teacher & Coach. Weitere Informationen erhalten Sie hier.