Zuwachs für das Junfermann-Team

Wir freuen uns, dass wir seit dem 1. September eine neue Kollegin in unserer Mitte haben:  Katharina Arnold verstärkt das Lektorat und hat sich gleich mit Engagement in ihre ersten Buchprojekte für Junfermann gestürzt.

Katharina ist Germanistin und hat ein zweijähriges Volontariat bei unserem Partnerverlag Klett-Cotta absolviert. Ihre letzte berufliche Station vor Junfermann war Weinheim, wo sie im Psychologie-Lektorat beim Beltz Verlag beschäftigt war.

„Einmal Junfermann, immer Junfermann“: Interessanterweise haben wir  kaum Fluktuation, was das Personal betrifft. Eine Kollegin ist seit über 30 Jahren bei uns, und auch alle anderen können bei der Betriebszugehörigkeit schon mindestens zweistellige Zahlen vorweisen (bis auf Verlagsleiter Stephan Dietrich, der seit 2010 bei Junfermann „an Bord“ ist – aber auch er fühlt sich in Paderborn sehr wohl).

Inzwischen haben sich bei uns einige lieb gewordene Traditionen gebildet, die wir gern pflegen und die den Zusammenhalt stärken und den Austausch fördern: So gibt es nicht nur jeden Donnerstag eine Besprechungsrunde, in der alle Mitarbeiter sagen können, woran sie gerade arbeiten, welche Probleme zu lösen sind und welche Erfolge erzielt wurden. Einmal im Monat gibt es ein Verlagsfrühstück, und die jährlichen Bummel über den Sommermarkt „Libori“ und den Paderborner Weihnachtsmarkt sowie die gemeinsame Weihnachtsfeier gehören einfach zum Verlagsleben dazu.

Liebe Katharina, willkommen also bei Junfermann – auf eine gute und lange Zusammenarbeit!

Sonnige Grüße aus dem Münsterland

Heute hielt mein Posteingang eine besonders nette Mail für mich bereit. Unsere Autorin Martina Schmidt-Tanger hatte Sonnenblumenbilder an das gesamte Verlagsteam geschickt.

Ist ja nett, könnte man meinen. Sonnenblumen sind – zumal an einem eher herbstlich-grauen Tag wie heute – ein erfreulicher Anblick. Aber musst du deshalb gleich die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis setzen, dass du Sonnenblumenfotos bekommen hast? – Vielleicht muss ich das wirklich nicht. Aber wenn ich nun behaupte, es sind nicht irgendwelche Sonnenblumen, sondern ganz besondere: Würde das etwas ändern?

Doch was macht diese Sonnenblumen zu etwas Besonderem? Dafür muss ich auf ein großes Verlagsereignis im Februar diesen Jahres zurückkommen: auf den Junfermann-Kongress. Allen Teilnehmern, allen Referentinnen und Referenten hatten wir am Empfang ein grünes Beutelchen in die Hand gedrückt. Und in diesem Beutelchen befand sich – neben Kongressunterlagen, einer Tasse und Bonbons – ein winzig-kleines Tütchen mit Sonnenblumensamen.

Ahnen Sie etwas? Richtig: Die Saat ist aufgegangen – und zwar prächtig, wie Sie anhand der Bilder in diesem Beitrag sehen können. – Wie aus einer kleinen Tüte mit Samen so etwas Großes werden kann – dieses Erstaunen hatte Martina Schmidt-Tanger in ihrer Mail an uns geäußert. Ich finde es wunderbar, dieses schöne Feedback bekommen zu haben – und nicht nur deshalb, weil ich Sonnenblumen mag. Ich kann mir vorstellen, dass in diesem Jahr in vielen Gärten Sonnenblumen aus Junfermann-Samentütchen gewachsen sind. Aber wie so oft, wenn man etwas in die Welt rausgibt: Man erfährt eher selten, was daraus geworden ist.

 

Deshalb mein Aufruf an Sie:

Was ist aus Ihrem Junfermann-Samentütchen geworden? Liegt es eher unbeachtet in einer Ecke und wartet noch darauf, ausgesät zu werden? Oder haben sich die Samen zu prächtigen Pflanzen mit wunderbaren Blüten entwickelt? – Schreiben Sie mir. Oder besser: Schicken Sie mir den „Fotobeweis“!

Leiser arbeiten: neue Rechner für das Junfermann-Team

Jochen Martini - Herr über das momentane Chaos im Besprechungszimmer

Ein Blick in unser Besprechungszimmer sagt alles: Hier wird schwer gearbeitet, um uns auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. Überall stehen Rechner und Monitore. Überall liegen Kabel und Verpackungsmaterialien herum. Mitten im Chaos der Mann, der es beherrscht: Jochen Martini. Er kümmert sich um die Installation unserer neuen Rechner, damit wir künftig (noch) schneller arbeiten können.

Und dann kommt auch für mich der Moment, mich von meinem alten, grauen Ungetüm zu verabschieden. Hektisch sichere ich noch letzte Daten von der Festplatte – und schwupps erfolgt der Austausch. – Ist der neue Rechner überhaupt eingeschaltet? Bei meinem alten gab es keinen Zweifel, denn den konnte man hören. Fast geisterhaft still ist es nun im Büro, denn auch von der Baustelle in der Nachbarschaft hört man – ausnahmsweise mal – nichts.

 

Wenn man nach Jahren den Rechner wechselt, dann merkt man erst, wie stark man sich auf dem alten Schätzchen eingerichtet hatte und was man nun alles zu tun hat, um diesen gewohnten Zustand wieder herzustellen. Und natürlich klappt nicht alles auf Anhieb, zum Beispiel die Verständigung zwischen neuem Rechner und Etikettendrucker. Aber schließlich sind wir ein Verlag für Kommunikation – und so ist auch dieses Missverständnis bald behoben.

Heute, am zweiten Tag, habe ich mich fast schon gewöhnt an den neuen Rechner. Und auch bei den Kolleginnen scheint langsam Normalität einzukehren. Das ist auch gut so, denn der nächste Wechsel steht bevor: Ende des Monats kommt eine neue Telefonanlage.

Und jedes Jahr auf ein Neues … Ein Ausblick auf die Frankfurter Buchmesse

Es ist Anfang September, und in Gedanken sind wir längst mitten im Oktober angekommen, denn dann fällt der Startschuss für die diesjährige Frankfurter Buchmesse. An was müssen wir alles denken? Was müssen wir alles mitnehmen, im Vorfeld bestellen oder gar in Auftrag geben? Wie war das doch noch gleich im letzten Jahr? Hat die Logistik geklappt? Hatten wir die „richtigen“ Bücher für unsere Interessenten dabei oder fehlte ein wichtiger Titel, nach dem häufig gefragt wurde? Welche Termine mit wichtigen Autoren, Übersetzern oder Geschäftspartnern sind noch nicht bestätigt worden? Wer macht wann Standdienst, tja, und wie war das noch mit dem Stand? War unser Stand gut zu finden?

Und vor allem: Werden die ersten Herbstnovitäten noch rechtzeitig aus der Druckerei kommen, um erstmalig vorgestellt zu werden?

Dies ist nur ein kleiner Bruchteil all der Fragen, die uns in den kommenden Wochen beschäftigen werden. Und wie im vergangenen Jahr werden wir alles mehrfach durchdacht und überprüft haben, auf Nummer sicher gegangen sein und nicht das Geringste vergessen haben. Wir sind ein eingespieltes Team, und ohne ein solches Team, bei dem alle an einem Strang ziehen, geht es einfach nicht. Jeder hat seine Aufgaben, und wir halten uns gegenseitig auf dem aktuellen Stand.

Apropos Stand: Sollte auch Sie der Weg auf die Frankfurter Buchmesse führen, so kommen Sie doch an unserem Stand vorbei. Sie finden und ins Halle 3.1, D 175. Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns besuchen kommen.

Der Junfermann-Messestand 2011

Aber so weit sind wir ja noch nicht. Gerade haben wir die Titelliste zusammengestellt und uns für 52 Titel aus den Bereichen Coaching, Kommunikation, Therapie und Lebenshilfe entschieden. Dieses Jahr nehmen wir auch alle Karteikartenboxen mit, nachdem wir im letzten Jahr so häufig darauf angesprochen wurden. Die Werbemaßnahmen wie Flyer, Anzeigen und Werbeplatten sind in Auftrag gegeben. Terminanfragen kommen nach und nach und füllen so manchen Kalender. Vor uns liegt noch eine anstrengende Zeit, die wir aber auch genießen werden. Und nach fünf Tagen Buchmesse sind wir zwar alle erschöpft, reisen aber mit vielen neuen Eindrücken und Kontakten nach Hause, und freuen uns dann schon auf den Oktober 2013, wenn es wieder heißt: Die Frankfurter Buchmesse 2013 öffnet ihre Tore.

Die eigene Berufung finden – mit Quest 2.0

Vor acht Jahren erschien bei Junfermann die erste Auflage von Martin Weiss Buch „Quest – die Sehnsucht nach dem

Martin Weiss

Wesentlichen“. Angelehnt an das Konzept der Heldenreise von Joseph Campbell wird dort beschrieben, wie sich die Leserin oder der Leser auf einen Weg begeben kann, um Lebensziele zu identifizieren und umzusetzen.

Vor dem Buch gab es bereits ein begleitetes Online-Seminar, das man aus heutiger Perspektive wohl „Quest 1.0“ nennen muss. Mich hatten seinerzeit Konzept und Umsetzung sehr begeistert. Und weil ich wusste, dass das Lektorat des Buches auf mich zukommen würde, bot es sich förmlich an, in diesem speziellen Fall ganz tief in die Materie einzusteigen und mich selbst auf meinen Weg zu machen. Wer jetzt erwartet, das ich ausführlich darüber berichte, was mir auf diesem Weg alles begegnet ist und wie sich das im Einzelnen auf mein weiteres Leben ausgewirkt hat, den muss ich leider enttäuschen; dafür ist vieles einfach zu persönlich. Aber ich kann wirklich sagen, dass Quest etwas für mich bewegt und dass es mein Leben bereichert hat. Es hat mir dabei geholfen, bestimmte Zusammenhänge in meinem eigenen Leben besser einordnen zu können. Und ich verstehe heute auch besser, warum Menschen in meinem Umfeld manches einfach tun müssen, selbst wenn andere die Hände über den Kopf zusammenschlagen und sagen: „Wie kann sie nur!“ – Wer seinen Ruf hört, muss sich früher oder später auf den Weg machen.

 

Alles beim Alten: Was sich auch bei Quest 2.0 nicht ändert

Und nun steht also eine neue Quest-Staffel an; am 25.9.2012 beginnt die Anmeldung. Seit den ersten Quest-Seminaren vor neun Jahren ist viel Bewährtes erhalten geblieben. Immer noch orientiert sich das Seminar an der Heldenreise à la Campbell: Man zieht Bilanz seiner aktuellen Lebenssituation, hört dann im zweiten Schritt seinen Ruf. Wenn man sich entschieden hat, dem Ruf zu folgen, macht man sich auf den Weg, um das im Ruf erkannte Lebensziel umzusetzen und sucht sich die dafür nötige Unterstützung. Die braucht man auch, denn unterwegs begegnet einem der Drache, ein sehr herausfordernder Zeitgenosse. Ist die Begegnung mit dem Drachen bestanden, findet der Reisende heraus, was in ihm selbst das Wesentliche ist, das Elixier. Mit diesem kehrt er von seiner Reise zurück und realisiert sein Ziel.

Es muss nun niemand einen hektischen Parforceritt befürchten, auch wenn meine superknappe Zusammenfassung das nahelegt. Selbstverständlich gibt es im Seminar genügend Zeit und Unterstützung, um alle Punkte gründlich zu bearbeiten.

 

Viele Neuigkeiten: Was sich bei Quest 2.0 ändert

Natürlich haben sich im Lauf der Jahre auch einige Dinge geändert; Quest ist quasi mit zunehmender Erfahrung weiter gewachsen. Einige der wesentlichen Neuerungen bei „Quest 2.0“ sind:

1. Die Arbeit mit der inneren Stimme: Es werden sehr wirkungsvolle Techniken vermittelt, mit der inneren Stimme, der eigenen intuitiven Intelligenz in Kontakt zu treten und herauszufinden, worin die eigene Berufung besteht.

2. Quest 2.0 liefert außerdem konkrete Strategien und Vorgehensweisen, Geschäftsideen aus dem Ruf heraus zu entwickeln, für wenig Geld am Markt zu testen und zu realisieren. Es geht also darum, wie der Beruf im wahrsten Sinne des Wortes zur Berufung werden kann. –  Wer eine Kostprobe genau zu diesem Thema haben möchte, wird hier fündig.

Wie immer werden die einzelnen Lernschritte durch Webkonferenzen (Liveunterricht im Internet) und zahlreiche Materialien unterstützt: Audio- und Videomitschnitte sowie PDF-Dateien.

 

Zum guten Schluss: Ich kann Quest – auch in der 2.0-Version – nur jedem wärmstens ans Herz legen. Wer die Tätigkeit, die ihm wirklich wichtig ist, zu seinem Brotberuf machen möchte, findet genügend konkrete Ansatzpunkte dafür, seinen Traum wahr werden zu lassen. Und natürlich empfehle ich ganz dringend, das wunderbare Buch zu lesen. Weitere Informationen gibt es hier.

Das 50. E-Book

Dem Newsletter der lesenswerten Seite E-Book-News.de vom vergangenen Freitag entnehmen wir den Hinweis auf die Ergebnisse der neuesten im so langsam unüberschaubar werdenden Gewirr von E-Book-Studien. Verantwortlich zeichnet wiederum die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die im Auftrag des Börsenvereins des deutschen Buchhandels und der Musikindustrie die „Digitale Contentnutzung 2012“ untersucht hat. Zwei Aspekte fallen auf: zum einen, dass die Nutzung illegaler und im Allgemeinen kostenfreier Angebote beim E-Book weitaus weniger dramatisch ausfällt, als dies für Musik und vor allem für Filme gilt (wenngleich solche Angebote nach wie vor existieren: wir selbst sahen uns erst in der vergangenen Woche wieder mit der ärgerlichen Aufgabe konfrontiert, illegale Digitalisierungen unserer Bücher von legalen Plattformen, welche illegale Angebote machen, entfernen zu lassen – kein leichtes Unterfangen). Zum anderen sticht das Ergebnis ins Auge, dass immerhin etwa die Hälfte der Leser elektronischer Bücher mit dem Angebot noch nicht zufrieden ist. Hierbei spielt vor allem die berechtigte Klage über die noch immer zu wenig breite Auswahl eine Rolle. Die Leser finden einfach zu wenige der von ihnen gesuchten Publikationen als legale, kostenpflichtige Downloads, und hier sind die Verlage allerdings in der Pflicht.

Auch Junfermann bietet natürlich längst nicht alle lieferbaren Titel in elektronischer Form an – die oftmals schwierige Klärung elektronischer Rechte und das Verhältnis von Investition und Nachfrage sorgen immer noch dafür, dass der Ausbau des E-Book-Programms alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist. Umso mehr sind wir stolz darauf, dass wir ein gutes Jahr nach dem Start unseres elektronischen Angebots das halbe Hundert voll haben und vor kurzem unser 50. E-Book über die einschlägigen Partner verfügbar machen konnten. Es handelt sich um Gerlinde Ruth Fritschs Gefühls- und Bedürfnisnavigator, ein psychotherapeutisches Buch, das Patienten bei der Wahrnehmung ihrer eigenen Gefühle und Bedürfnisse unterstützt.

Wir freuen uns über das Erreichen dieser Marke und werden als Nächstes die 100er-Schwelle in den Blick nehmen. Von unseren aktuellen Neuerscheinungen erscheinen 90 Prozent parallel zur Druckversion als E-Book und auch die Backlist wird Zug um Zug digitalisiert. Wenn Sie ein bestimmtes Junfermann-Buch in elektronischer Form vermissen – teilen Sie es uns mit!

Kommunikation & Seminar 4/12: Was uns antreibt

Soll ich noch diesen Blog-Beitrag fertig schreiben? Oder in aller Ruhe den Rechner herunterfahren und Feierabend machen? Hmm … dann hab ich morgen weniger Zeit. Und das Gefühl, wenn man etwas abgeschlossen hat, ist ja durchaus befriedigend.

Also, innerer Schweinehund, gedulde dich noch ein bisschen bis zum Feierabend!

„Was uns antreibt“ – Gefühle, Werte, Motivation … das ist der Titel der kommenden Ausgabe 4 unserer Zeitschrift „Kommunikation & Seminar“, die am 28. August erscheint.

Vor ein paar Jahren war der Begriff Motivationstraining ein bisschen anrüchig besetzt. Dubiose Trainer versprachen in großen Motivationsshows viel und hielten wenig, mit „Tschakka“-Rufen und Feuerlaufen sollten Unlust und das Gefühl „Das-kann-ich-nicht“ für immer der Vergangenheit angehören.

Heute geht man nachhaltiger und werteorientierter mit dem Thema Motivation um. Was das für Organisationen und Unternehmen bedeuten kann, aber auch, wie man eine gesunde Balance erhält (Stichwort Übermotivation – Burnout) und welche Rolle die Sinnerfülltheit des eigenen Tuns spielt, lesen Sie in Kommunikation & Seminar.

Möchten Sie sich über unsere Zeitschrift informieren? Das geht hier: www.ksmagazin.de

Möchten Sie ein kostenloses Probeheft lesen?

Oder sind Sie jetzt sogar motiviert zu einem Probeabo?

Wir freuen uns auf neue Leser & Feedback.

So, Feierabend 🙂

 

Making of: Wie die Fotos in Anne Lindenbergs Buch „Körperselbsterfahrung im Alter“ entstanden sind

Übungsprogramme zur Förderung von Bewegung, Ausdruck, und Wahrnehmung, zugeschnitten auf ältere Menschen: Darum geht es in Anne Lindenbergs Buch. Die Autorin wollte es jedoch nicht bei nüchternen Beschreibungen belassen. Das Buch sollte auch Fotos enthalten, um die Übungen auf die Leserinnen und Leser anschaulich, authentisch und nachvollziehbar zu gestalten. Der Fotograf Mike Kudla ließ sich auf das Abenteuer eines etwas anderen Castings ein, was für ihn schließlich in eine rundum positive Erfahrung mündete. Lesen Sie im Folgenden, wie er die fotografische Seite der Buchproduktion erlebt hat.

 

Annes Topmodels – „next Generation“

Von Mike Kudla

Wer heutzutage geeignete Fotomodelle für einen größeren Auftrag rekrutieren will, bedient sich üblicherweise eines Castings. In diesem Selektionsprozess machen sich die Producer eine zutiefst menschliche Eigenschaft zunutze: die Eitelkeit – um bisher unbekannte „Schläferinnen“ oder „Schläfer“ aus ihrem „Dornröschenschlaf“ zu wecken. Mittels großer Versprechungen versuchen sie – möglichst umsonst – ambitionierte Models zu professionellen Höchstleistungen zu motivieren. Dass man damit sehr viel Geld verdienen kann, zeigt nicht zuletzt eine populäre Casting-Show wie „Germany’s Next Topmodel“.
Betrachtet man die Fotoproduktion von Anne Lindenbergs Buch „Körperselbsterfahrung im Alter“, kann man auch hier einige Elemente dieser modernen Anwerbetechnik entdecken: Die Idee, ein Casting zu veranstalten, entstand schlichtweg aus der Not heraus, trotz geringem Budget ein fotografisch ansprechendes und abwechslungsreich bebildertes Handbuch zu gestalten.

Besondere Models gesucht – und gefunden
Wie der Titel vermuten lässt, kam es dem Team nicht darauf an, junge Laufstegschönheiten zu rekrutieren, die möglichst unfallfrei auf 17cm Absätzen stöckeln können. Nein, wir suchten Menschen, die einerseits glaubhaft schon einige Jahrzehnte an Lebenserfahrung aufweisen konnten, andererseits durch Aktivität, Vitalität und Lebensfreude erfolgreich den angeblich altersbedingten Einschränkungen trotzten. Sie sollten nämlich in der Lage sein, die in Anne Lindenbergs Buch beschriebenen Übungen im Bild darzustellen.

Als optimale „Fundstelle“ bot sich für diese Casting-Veranstaltung ein Schwabinger Fitnessstudio an. Dort nämlich übt sich genau die gesuchte Altersgruppe in regelmäßiger Bewegung, betreibt Rückengymnastik oder Seniorenturnen.

Egal ob Jungmodel oder Charakterdarsteller – bei jedem Casting stellen sie zunächst die Frage: „Warum ich?“ – „Warum nicht du?“, fragten wir zurück. Und so konnten wir schließlich vier sympathische Menschen, die im Vorspann des Buches näher vorgestellt werden, an Ort und Stelle zum Abschluss eines Modelvertrags bewegen.

Wer glauben möchte, nun sei alles gut, macht sich keinen Begriff von der nächsten Herausforderung. Die bestand nämlich darin, die Termine unserer unglaublich aktiven Rentner mit denen des nicht minder beschäftigten Produktionsteams überein zu bringen! Sieben prall gefüllte Terminkalender mussten sich schließlich einem zweitägigen gemeinsamen Studiotermin beugen.

Foto: Mike Kudla

Das Shooting
Nach anfänglicher Befangenheit hatten sich die drei weiblichen Models und ihr permanent humorvoller „Hahn im Korb“ an die ihnen zugedachten Rollen im Blitzlichtgewitter gewöhnt. Das bewirkte nicht zuletzt der kumpelhafte, jedoch respektvolle Umgangston im Fotostudio. Die aufmerksame Visagistin und ein gelegentlich skeptisch zensierender Blick aufs Display gab den Models die Sicherheit, nicht in unvorteilhafter Weise abgelichtet zu werden. So scheuten sie keine Anstrengung, auch bei herausfordernden Übungen ein entspannt lächelndes Gesicht zu bewahren. Die extreme Beweglichkeit und Fitness der Darsteller über die Dauer eines sechsstündigen Shooting-Tages beeindruckte selbst die Make-up-Expertin im jugendlichen Twen-Alter zutiefst. Doch unsere Arbeit bewies auch, dass körperliche Beweglichkeit die geistige mitbeeinflusst: Keiner der oft komplexen Übungsabläufe musste lange erklärt werden, sondern wurde sofort begeistert und richtig umgesetzt.

Selten habe ich ein Fotoshooting erlebt, das so unterhaltsam, konzentriert und doch locker war und eine solch wunderbare Bildausbeute hervorbrachte. Und als Fotograf freut man sich nicht zuletzt darüber, dass die Bildkontrolle keine langwierige Beautyretusche erfordert. Falten haben den Vorteil, nicht beschönigt werden zu müssen, weil sie ein ehrliches Bild eines erfahrenen Gesichts abgeben. Ganz anders als die Titelbilder aus dem Zeitschriftenregal, die eine künstliche Schönheit wiedergeben und nie das Model mit all seinen menschlichen Makeln und Hautunreinheiten abbilden.

Abschließend kann ich jedem Fotografen nur empfehlen, die Altersgruppe der „Best Ager“ für ein entspanntes und authentisches Arbeiten für sich zu entdecken!

 

Mike Kudla ist Fotograf und Grafik-Designer. Er lebt und arbeitet in München

www.mkudla-fotodesign.de

Was man so alles mit einem roten Tuch anstellen kann

Demnächst geht es in die Druckerei: Al Weckerts neuestes Buch „Der Tanz auf dem Vulkan“. Es geht um Gewaltfreie Kommunikation und Neurobiologie in Konfliktsituationen und das Buch wird eine ganz besondere Beilage haben: ein rotes Tuch, 70 x 70 cm groß.

Für uns als Verlag ist das ein absolutes Novum. CDs oder DVDs beilegen – ein „alter Hut“. Auch Karten in allen Varianten hatten wir schon oder Aufkleber. Und jetzt also ein Tuch. Wo lässt man ein solches Tuch herstellen? Wie packt man es mit dem Buch zusammen? Alles Fragen, die für uns ganz neu waren und die wir klären mussten.

Die entscheidende Frage jedoch ist: Was macht man denn mit diesem Tuch? Nachdem einige Muster im Verlag eingetroffen waren, sind wir kreativ geworden. Hier einige Anregungen:

1. Als Halstuch (nötigenfalls auch als Gesichtsmaske)

 

2. Als Deckchen, auf das man Blumentöpfe o.Ä. stellen kann,
zur Verschönerung des Büros

 

 

3. Als modisches Kopftuch, um die Frisur vor
dem wechselhaften ostwestfälischen Wetter zu schützen

 

4. Als elegantes Hüfttuch

 

5. Als Stirnband

 

 

 

6. Als Abdeckung für viel beanspruchte Bürostühle

 

 

7.Als Schutzhöhle für verängstigte Kuscheltiere

8. Als Fußmatte

 

 

9. Zum Überdecken der Unordnung auf dem Schreibtisch

10. Zum Einsatz im Stierkampf

 

 

 

 

11. Als Fahne

 

 

 

 

12. Die Giraffe gibt schon einen Hinweis: zum Einsatz in der Gewaltfreien Kommunikation

 

Und genau diese letztgenannte Einsatzmöglichkeit geht es Al Weckert. Er hat einige Übungen entwickelt, in denen ein rotes Tuch vonnöten ist. Geübt wird in der Regel in Dreiergruppen: Eine Person bringt einen Fall, ein Konfliktthema ein und stellt sich auf das rote Tuch. Eine zweite Person hört ihr empathisch zu; eine dritte Person beobachtet das Geschehen. Wenn für die Falleinbringerin das Thema gelöst ist, bewegt sie sich vom roten Tuch herunter.

Das ist natürlich eine stark verkürzte Darstellung. Die ausführliche Anleitung, verschiedene Übungsvarianten sowie das notwendige Hintergrundwissen finden Sie in „Der Tanz auf dem Vulkan“. Das Buch wird Ende September 2012 erscheinen. Weitere Informationen zu Al Weckert finden Sie auf seiner Website  www.empathie.com.

… und wenn Sie dann das Buch gekauft haben und das beigelegte rote Tuch in Händen halten, dann können Sie sich immer noch überlegen, ob Sie es im Sinne des Erfinders (also im Sinne von Al Weckert) einsetzen wollen – oder ob Sie sich von unseren Anwendungsmöglichkeiten inspirieren lassen und ganz eigene Ideen entwickeln. Wenn Sie weitere Ideen haben, dann mailen Sie mir gerne Ihre Fotos.

Die Buchhandelslandschaft aus der Sicht des Vertriebs

 

Viel wurde und wird in den letzten Jahren über den Buchhandel gesprochen und geschrieben. Wenn man dem Szenario Glauben schenken mag, so wird es in spätestens zehn Jahren keine Buchhandlung mehr geben, da alles über das Internet bestellt wird. So zeigt es das derzeitige Barometer. Die Frage ist auch noch: Gibt es dann noch „richtige“ Bücher oder nur noch die derzeit „gehypten“ E-Books, die das Lesen an jedem Ort und zu jeder Zeit so unendlich erleichtern? Schaut man genauer hin, so merkt man schnell, dass es sich dabei um Zukunftsvisionen handelt, die wir heute noch verändern können. Dies wird aber nur im Zusammenspiel zwischen Verlag, Buchhandel und Kunden möglich sein, denn je mehr der Kunde das Gefühl hat, die Themen für die er sich interessiert nicht im Buchhandel anzutreffen, desto eher wird er ins Internet auf die einschlägig bekannten Seiten gehen, um dort zu ordern.

In meiner Funktion als Vertriebsleiterin bereise ich die Buchhandlungen in Deutschland und Österreich. Mein Gebiet ist also riesig und ich bilde mir ein, mir eine Meinung über den aktuellen Buchhandelsstand machen zu können. Im Grunde unterscheiden sich die Österreichischen Buchhandlungen nur ganz gering von den Deutschen, und auch in Deutschland gibt es von Nord nach Süd und von West nach Ost eine leichte Zeitverzögerung in den Veränderungen. Generell kann ich aber sagen, dass es da draußen eine ganze Menge Buchhandlungen gibt, die aus der Masse herausstechen und jeden Tag motiviert und aufgeschlossen ihre Geschäfte für den Kunden öffnen. Es gibt eine ganze Reihe an außerordentlich interessierten Buchhändlern, die mit einem großen Wissen und mit viel Liebe auch an die schwierigsten Themen herantreten und nicht jeden Tag die Endzeitstimmung im Kopf haben.

Da gibt es die Buchhändlerin, die schon seit 25 Jahren die Psychologische Fachbuchabteilung in einer eigentümergeführten Buchhandlung leitet und dies nach wie vor mit ganz viel Enthusiasmus und Spaß an der Arbeit. Die jeden Tag gerne zur Arbeit geht und sich über Fragen von Kunden freut. Oder nehmen wir die Auszubildende, die sich in der Psychologie zu Hause fühlt und davon träumt, später einmal diese Abteilung zu leiten. Sie hat ein konkretes Ziel vor Augen. Sollen wir dieses zerstören, indem wir den Buchhandel schon totsagen, bevor es soweit ist?

Natürlich wird es nicht einfacher und die gesamte Situation im Handel hat sich durch das Internet verändert, aber das wissen wir doch nicht erst seit gestern.

Wie können wir dem also entgegentreten? Indem wir nach wie vor unsere Bücher in unserer Buchhandlung des Vertrauens kaufen. Auch wenn der Titel vielleicht extra für uns bestellt werden muss, kostet uns das keinen Cent extra. Der Buchhandlesservice ist in den letzten Jahren so gut geworden, das wir innerhalb von 24 Stunden mit dem Buch rechnen können, und wenn wir es einmal nicht am nächsten Tag in die Stadt schaffen, dann wird uns das Buch auf Wunsch sogar portofrei zugeschickt oder solange im Abholfach aufbewahrt, bis wir Zeit finden. Vergessen sollten wir auch nicht die besonderen Empfehlungen der Buchhändler, wenn wir auf der Suche nach einem Titel zu einem bestimmten Thema sind. Die Bestseller zu verkaufen ist keine Kunst, aber das Besondere herauszusuchen, das macht den guten Buchhändler aus. Schließlich möchten wir zu Hause ja auch nicht alles auf dem elektronischen Wege abhandeln. Oder schreiben Sie Ihrer Frau oder Ihrem Mann eine E-Mail anstatt mit ihr/ihm persönlich zu sprechen?