Ich habe mich mehr auf zu Hause gefreut als das vorzeitige Aussteigen zu bedauern

Die einen sind mit religiösem Eifer dabei, die anderen reizt die sportliche Leistung oder die Herausforderung, mit dem Wenigsten auszukommen und einmal ganz mit sich allein zu sein. Keine Frage: Pilgern entwickelt sich zum Trend. Unser Autor Horst Lempart, ein passionierter Wanderer, hat das Pilgern ebenfalls für sich entdeckt. Das dachte er zumindest. Nach einigen hundert Kilometern stellte er dann aber fest: Einfach nur durchhalten wollen, einfach nur ankommen wollen – das kann es nicht sein! Die Erkenntnis wuchs: Wer A sagt, muss nicht unbedingt auch B sagen. Er kann stattdessen erkennen, dass A falsch war.

Manchmal braucht es eben einen langen (unbequemen) Weg, bis man versteht, was zu einem passt und was einem guttut. Eine kleine Rückschau:

 

Vom Jakobsweg auf den Holzweg und zurück

Warum ich Wandern dem Pilgern vorziehe

Von Horst Lempart

Ja, ich bin gepilgert. Und nein, ich bin nicht bis Santiago des Compostela gelaufen. Meine Erkenntnisse stellten sich schon früher ein, sodass ich nach etwa 300 Kilometern meinen Fußweg beendet habe.

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Von Bilbao bis kurz vor Gijon hat es gedauert, bis ich wusste: Pilgern ist nichts für mich. Vielleicht hätte ich mich leichter getan, ich hätte von Anfang an von Wandern gesprochen statt von Pilgern. Dann hätte es für mich möglicherweise eine andere emotionale Aufladung gegeben. So aber: Ich fühlte mich unbeteiligt, irgendwie nicht so richtig zu den anderen Pilgern dazugehörig. Über spirituelle Erfahrungen hätte ich mich gefreut, ich habe mir sie sogar gewünscht. Aber das Einzige, was meinen Geist wirklich regelmäßig beschäftigte, war die Frage nach dem Ankommen. Dabei soll auf dem Jakobsweg doch der Weg das Ziel sein.

 

Ich wandere gern und viel. Beim Wandern dosiere ich den Umfang allerdings so, dass das Ende der Wegstrecke rechtzeitig vor der Unlust erreicht ist. Das fiel mir beim Pilgern schwer. Wer in einem festgelegten Zeitrahmen 800 Kilometer zu Fuß schaffen und Santiago erreichen möchte, der geht auch weiter, wenn es keinen Spaß mehr macht. Aber ich hatte Urlaub, und meine Absicht war, Spaß zu haben!

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Ich hatte spannende Begegnungen mit tollen Menschen. Jeder hatte unterschiedliche Motive für seinen Pilgerweg, der mit viel Energie und teilweise auch Leid verbunden war: Ein Mädel hatte derart aufgescheuerte Hacken, dass sie die Fersen mit Kortison behandeln musste. Drei Tage Auszeit, nichts ging mehr. Andere Pilger freuten sich auf die Wettervorhersage: In zwei Tagen wird der Regen wärmer. Macht nichts, da muss man als Pilger eben durch.

Nein, sagte ich mir, ich will da nicht durch. Auch wenn ich wind- und wetterfeste Kleidung trage, ich finde Pilgern im strömenden Regen einfach scheiße. Außerdem will ich in meinem Urlaub einfach nicht „müssen“, sondern Dinge tun, die mir Spaß machen:

  • Gefühlte 200 Kilometer auf Asphalt laufen machte mir keinen Spaß.
  • In Mehrbett-Zimmern das Furzen und Schnarchen anderer miefender Pilger zu ertragen machte mir ebenfalls keinen Spaß.
  • Zwei Wochen aus dem Rucksack zu leben und dabei mit ganzen zwei Wandershirts, zwei Unterhosen und zwei Paar Socken auszukommen machte mir bald auch keinen Spaß mehr.
  • Morgens um sechs Uhr aufstehen zu müssen, damit man die Tagesetappe frühzeitig schafft, um einen Herbergsplatz zu ergattern, empfand ich auch nicht als die reine Erholung.

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Ich bin die Nordroute gegangen, den „Camino del Norte“ an der spanischen Atlantikküste entlang. Die Landschaft ist einfach klasse: Herrliche Strände, beeindruckende Steilküste, zarte Hügellandschaften und malerische Dörfer. Eine Reise dorthin, wo Spanien am grünsten ist, lohnt sich auf jeden Fall. Ich werde die Gegend in einem weiteren Anlauf aufs Neue für mich entdecken. Nicht in diesem Jahr, und auch nicht im nächsten. Denn ich bin auch Pinchos-satt. Kleine Appetit-Häppchen auf dem immer gleichen Weißbrot konnte ich nach acht Tagen nicht mehr sehen. Ich liebe die deutsche Brotvielfalt und einen reich gedeckten Frühstückstisch. In den Herbergen gab es morgens Toastbrot, Marmelade und Hartkekse.

 

Nach zehn Tagen des Unterwegsseins hatte ich für mich entschieden, die Rückreise anzutreten. Von dem Moment an habe ich mich mehr auf zu Hause gefreut als das vorzeitige Aussteigen zu bedauern. Rückblickend war es für mich auch kein Abbruch, sondern ein frühzeitiges Ankommen. Ich habe für mich selbst gut gesorgt, und das ist für mich eine der wesentlichen Fähigkeiten auf dem Weg der persönlichen Entfaltung.

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Über den Autor

Horst Lempart, Jahrgang 1968, ist Business-Coach in eigener Praxis in Koblenz. In der Rolle des „Persönlichkeitsstörers“ beunruhigt er Systeme und macht dadurch Entwicklung möglich. Im letzten Jahr erschien sein Buch „Ich habe es doch nur gut gemeint – Die narzisstische Kränkung“. In Kürze ist sein neues Buch Das habe ich alles schon probiert. Warum wir uns mit Veränderung so schwertun. 7 Chains to Change im Handel erhältlich.

 

Weitere Informationen zum Autor und seiner Tätigkeit erhalten Sie hier.

Das eigene Buch ist wie eine vergoldete Visitenkarte

Ein Highlight auf unserem Autorentag im April war sicherlich der Austausch mit Jennifer B. Kahnweiler, US-amerikanische Autorin von Die Stärken der Stillen und Geniale Gegensätze, und Johanna Vondeling, Vizepräsidentin des Berrett-Koehler Verlags, wo die Bücher im Original erschienen sind. Sympathisch, witzig und erfrischend ehrlich erzählte Jennifer Kahnweiler von den Irrungen und Wirrungen als angehende Autorin und den wertvollen Erfahrungen, die sie auf dem Weg zum „alten Hasen“ gemacht hat. Ihr Plädoyer für das Entkräften bestimmter Mythen, die sich in Bezug auf das Buchmarketing hartnäckig halten, finden Sie hier noch einmal zum Nachlesen.    

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Die Sieben Mythen des Buchmarketings

Von Jennifer B. Kahnweiler

Im Jahre 2011 erhielt ich eine E-Mail von Richard Ruiz, Leiter des Leadership-Programms an der Universität von Asunción in Paraguay. Er hatte mich in einem YouTube-Video über mein Buch The Introverted Leader sprechen hören und wollte mich aufgrund dessen in sein Land einladen, um dort einen Vortrag zum Thema introvertierte Führungskräfte zu halten.

Ich musste zunächst einmal nachschauen, wo Paraguay eigentlich genau liegt! Auf diese Weise begann jedoch meine Reise nach Südamerika. Meine Rede bei der Abschlussfeier der Universität, das Seminar, das ich vor Führungskräfte hielt, und der Besuch einer Schule waren Erlebnisse, die ich mir niemals hätte träumen lassen, als ich an meinem ersten Buch arbeitete.

Seither habe ich das Vergnügen gehabt, von meiner Heimat in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia aus in Länder wie Deutschland, die Niederlande, Spanien, Vietnam, Singapur, Australien und Kanada zu reisen, um Vorträge über introvertierte und extrovertierte Menschen am Arbeitsplatz zu halten. Während ich meine Bücher schrieb, hegte ich immer auch die Hoffnung, damit viele Menschen auf der ganzen Welt anzusprechen. Das Reisen hat mein Leben für immer verändert, und ich hoffe, dass auch ich einen Einfluss auf die Menschen hatte, die ich dabei getroffen habe.

Um auf der ganzen Welt Vorträge halten zu können, musste ich lernen, wie sich Bücher verkaufen. Glücklicherweise besaß ich bereits einiges an Wissen, auf das ich aufbauen konnte. Ich verstand immer mehr den Wert und Nutzen von Marketing und PR, während ich mich über die Jahre als Coach und Ausbilder selbstständig machte. Marketingerfahrung kann ebenfalls gute Dienste leisten, um ein Buch erfolgreich zu vermarkten.

Hier sind sieben Mythen über das Vermarkten von Büchern und Vorschläge, wie diese ausgeräumt werden könnten.

Mythos Nr. 1: Beginnen Sie mit dem Vermarkten, wenn das Buch veröffentlicht wird.

Sie sollten ihr Buch bereits vermarkten, während Sie es schreiben. Warum? Die Leser werden schon lange vor der eigentlichen Veröffentlichung mit Interesse reagieren. Um dies zu erreichen, sollten Sie sich bei der Recherche mit Umfragen an Ihr Umfeld wenden und um Interviews und persönliche Berichte bitten.

Sie können zudem Auszüge aus Ihrem Manuskript als Blog-Artikel veröffentlichen, um damit Interesse bei Lesern zu wecken. Soziale Medien können sich als sehr hilfreich erweisen, indem in ihnen Inhalte geteilt werden und Ihr Buch erwähnt wird (mehr hierzu später). Nutzen Sie bei Vorträgen und Workshops die Gelegenheit Ideen zu präsentieren, um herauszufinden, welche Themen das Publikum am meisten interessieren. Mein Verlag Berrett-Koehler verwendet Meinungsumfragen bei der Wahl seiner Buchtitel und bei der Umschlaggestaltung.

Zu guter Letzt sollten Sie Ihre Beziehungen und Ihr Netzwerk gezielt nutzen. Informieren Sie diese Menschen regelmäßig über Ihren Fortschritt und teilen Sie ihnen mit, wie sie Ihr Buch bekanntmachen können. Sie könnten Ihren Fans zum Beispiel vorgefertigte Facebook- und Twitterbeiträge zukommen lassen, um es ihnen so einfach wie möglich zu machen. Wenn Ihr Buch dann endlich veröffentlicht wird, werden die Leser bereits gespannt darauf warten und es anderen empfehlen!

Mythos Nr. 2: Andere Autoren als Konkurrenten ansehen.

Seien wir einmal ehrlich: Andere Autoren schreiben über die gleichen Themen wie wir, weshalb es ganz natürlich ist, dass wir sie als Konkurrenten ansehen. Doch anstatt dies als ein Rennen anzusehen, in dem Sie zu gewinnen versuchen, sollte Sie die Situation als einen Staffellauf betrachten, bei dem alle dabei helfen, die Ziellinie zu erreichen. Auf diese Weise werden auch alle von Ihnen viele Bücher verkaufen. Stellen Sie sich also die Frage, wie Sie zusammenarbeiten können. Mit dieser Einstellung werden Ihre Konkurrenten zu Ihren besten Verbündeten.

Ein Kollege erzählte mir von Susan Cain, die ein Buch über Introvertiertheit schrieb – Still, ein Bestseller –, und stellte uns einander vor. Wir hatten mehrere produktive Diskussionen, und Susan schrieb eine Empfehlung für mein Buch Die Stärken den Stillen und bot mir an, zu ihrem Blog beizutragen. Im Gegenzug werbe ich in sozialen Medien für ihre Arbeit. Wir hatten beide verstanden, dass unsere Bücher einander auf unterschiedliche Weise unterstützten, und genießen die Vorteile, die diese Tatsache für unsere Medienpräsenz, Verkaufszahlen und beruflichen Möglichkeiten hat. Es handelte sich hierbei eindeutig um eine Win-win-Situation, von der wir gleichermaßen profitierten. Verhalten Sie sich ebenfalls auf diese Weise, sodass Ihre Leser Sie als einen Menschen sehen, dem das Thema wichtiger ist als die Selbstdarstellung und der eigene Vorteil.

Mythos Nr. 3: Eine Internetseite existiert, um zu zeigen, was Sie zu bieten haben.

Ihre Internetseite dient dazu, Ihre Glaubwürdigkeit zu stärken, und ist nicht bloß eine Werbebroschüre. Sie können dort zum einen Auszüge aus Ihrem Buch veröffentlichen, sie zum andere aber auch zum Ausbau Ihres Netzwerkes und Ihrer Adressenliste nutzen.

Ihre Internetseite dient als Anlaufstelle für alte und neue Kunden sowie die Presse. Daher sollten alle Inhalte schnell und einfach zu finden sein. Ihr Internetauftritt sollte zudem dynamisch sein und Ihre „Marke“ repräsentieren. Soweit es Ihnen finanziell möglich ist, empfehle ich Ihnen, in gutes Webdesign zu investieren.

Sie sollten Ihren Blog auf Ihrer Internetseite hosten, damit deren Inhalt sich ständig erneuert und für Ihre Leser relevant bleibt. Daher sollte Ihr Blog mindestens einmal die Woche aktualisiert werden, wodurch Ihre Internetseite zusätzlich auf Suchmaschinen höher rangiert.

Mythos Nr. 4: Soziale Medien und PR sind Zeit- und Geldverschwendung.

Dies kann zutreffend sein, wenn Sie nicht das nötige Wissen besitzen.

Soziale Medien sind ein entscheidender Teil Ihrer Buchmarketingstrategie. Neuesten Untersuchungen[1] zufolge lesen 89 Prozent aller Journalisten Blogs, wenn sie für Artikel recherchieren. 65 Prozent von ihnen suchen soziale Medien auf und 52 Prozent verwenden Twitter. Veröffentlichen Sie daher eigene Inhalte im Netz und teilen Sie die Beiträge anderer (dies ist sehr wichtig, um Follower und Fans zu sammeln). Informieren Sie sich darüber, welche Dienste Ihre Zielgruppe bevorzugt und konzentrieren Sie sich auf diese.

Viele Autoren stellen PR-Spezialisten ein, um sich bei der Vermarktung eines Buches helfen zu lassen, müssen aber enttäuscht feststellen, dass dies ihr Buch nicht automatisch zu einem Bestseller macht. In Wahrheit haben nur wenige das Geheimnis um das Hervorbringen eines Bestsellers gelüftet, doch gute PR erhöht definitiv die Wahrscheinlich, dass Ihr Buch sichtbar wird.

Arbeiten Sie mit PR-Beratern zusammen, um die besten Medienziele zu identifizieren und eine Strategie zu entwickeln, um Ihr Buch bekannt zu machen. Bitten Sie Ihre Berater um regelmäßige Rückmeldungen, um sicherzustellen, dass sie ihr Geld wert sind. Behalten Sie auch immer im Hinterkopf, dass Journalisten Ihnen beim Verkauf Ihres Buches behilflich sein können. Bereiten Sie sich daher auf Interviews gut vor und liefern Sie Inhalte von guter Qualität. Die Presse wird auch zu einem späteren Zeitpunkt auf Sie zurückkommen und Sie um Zitate bitten, was den Titel Ihres Buches auch lange nach dem Veröffentlichungsdatum noch in die Medien bringt.

Mythos Nr. 5: Mit Gratisvorträgen verkauft man keine Bücher.

Durch das Halten von Gratisvorträgen schaffen Sie sich nicht nur eine Plattform und werden sichtbar, Sie lernen auch, über Ihr Buch zu reden. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihr Buch zu vermarkten. Seien Sie für jede Gelegenheit, das Sprechen vor fremden Menschen zu üben, offen. Hierdurch können Sie sich nur verbessern und werden zu einem gefragten Redner.

Wenn Sie Vorträge zu Ihrem Buch halten, werden Sie herausfinden, welche Bereiche die Leser am meisten interessieren, sodass Sie diese in Zukunft verstärkt ansprechen können. Versuchen Sie immer auch, Ihr Buch bei diesen Veranstaltungen zu verkaufen. Buchclubs, Interessenorganisationen, Vereine etc. nehmen die Möglichkeit, einen Autor zu einer Lesung einladen zu können, oft sehr gerne wahr. Seien Sie daher kreativ, wenn es darum geht, Ihre Zielgruppe zu identifizieren.

Mythos Nr. 6: Durch das Verschenken von Büchern verkauft man keine Bücher.

Der Ausdruck „Quid pro quo“ bedeutet wörtlich übersetzt „etwas für etwas“, d. h. eine Gegenleistung. Menschen fühlen sich dazu verpflichtet zurückzugeben, wenn sie etwas erhalten haben. Wenn Sie einem Leser, der an Ihrem Buch interessiert ist, ein signiertes Gratisexemplar schenken, wird diese Person anderen mit größter Wahrscheinlichkeit von Ihrem Buch erzählen. Dies nennt man „pass along sales“, was so etwas wie eine Verkaufskette darstellt. Sie könnten die Person auch darum bitten, eine Rezension auf Amazon zu schreiben, wenn ihr das Buch gefallen hat. Dies wirkt sich überaus positiv auf den Ranglistenplatz Ihres Buches aus. Zudem sollten Sie niemals den Wiedererkennungseffekt Ihres Buchumschlags unterschätzen, der dadurch entsteht, dass das verschenkte Buch in einem Café oder Flugzeug gelesen und somit auch gesehen wird.

Mythos Nr. 7: Mit Büchern verdient man kein Geld.

Mit dem Geld aus Ihren Tantiemen können Sie vielleicht nett essen gehen, doch die Raten für Ihr Haus lassen sich damit nicht bezahlen. Machen Sie Ihr Buch jedoch zu einem Teil Ihres „Unternehmens“, haben Sie ausgezeichnete Chancen, sich Aufträge zu sichern und langanhaltende Kundenbeziehungen aufzubauen. Es wird sich oft an Autoren gewandt, wenn Kunden auf der Suche nach einem Coach, Ausbilder oder Redner sind. Ihr Buch macht Sie glaubwürdig und dient als Beweis für Ihre Fachkompetenz. Viele Autoren stellten mit Überraschung fest, dass das eigene Buch Ihnen viele Türen öffnete. Johanna Vondeling, Vizepräsidentin des Berrett-Koehler Verlags, nennt es deshalb auch die „vergoldete Visitenkarte“.

Daher kann ich nur sagen: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben das erreicht, wovon Millionen von Menschen nur träumen können. Sie haben ein Buch veröffentlicht, auf das Sie stolz sein können, und Sie haben dabei einen großartigen Verlag an Ihrer Seite (Stephan[2] hat mich nicht dafür bezahlt, dies zu sagen!).

Ich habe eine unvergessliche Woche in Deutschland verbracht – eine Reise, die ich mir niemals hätte erträumen können, als ich mein erstes Buch schrieb. Nun ist es an der Zeit, dass Sie die Früchte IHRER Arbeit ernten und IHR Buch das Leben anderer verändert. Stellen Sie die Marketing-Mythen noch heute in Frage und schlagen Sie damit einen Weg ein, der Sie zu ungeahnten Resultaten führen wird.

(Übersetzerin: Julia Welling)

[1] Cave Henricks, B. & Shelton, R. (2016): Mastering the New Media Landscape. Berrett-Koehler, S. 58.

[2] Dr. Stephan Dietrich, Verlagsleiter von Junfermann.

 

Jennifer with Scarf  Über die Autorin

Jennifer B. Kahnweiler, Ph. D., ist Coach und Beraterin verschiedenster Großunternehmen, in denen sie Einzel- und Gruppencoaching anbietet und sich speziell auf die effektive Zusammenarbeit von intro- und extrovertierten Mitarbeitern konzentriert. Weitere Informationen zu der Autorin finden Sie hier.

Psychische Verletzungen behandeln und emotionale Widerstandsfähigkeit verbessern

Die sieben Angewohnheiten emotional gesunder Menschen

Von Guy Winch

Die meisten von uns achten sehr auf ihre Gesundheit und behandeln Angriffe auf ihr körperliches Wohlergehen unverzüglich. Wir ziehen uns warm an, wenn wir eine Erkältung vermuten, behandeln Kratzer und Wunden mit antibakterieller Salbe und Pflastern, und wir halten uns von Wundschorf fern, damit Verletzungen in Ruhe heilen können. Obwohl wir uns psychische Wunden genauso oft zuziehen wie körperliche, sind wir in dieser Hinsicht deutlich weniger proaktiv. Wir schützen unser psychisches Wohlergehen in geringerem Maße als unser körperliches. Indem Sie sich die folgenden sieben Angewohnheiten aneignen und häufig auftretende psychische Verletzungen sofort „behandeln“, unterstützen Sie Ihre mentale Gesundheit und verbessern Ihre emotionale Widerstandsfähigkeit.

  1. Nach einer Niederlage die Kontrolle zurückgewinnen: Niederlagen verzerren unsere Wahrnehmung, was dazu führt, dass unsere Ziele außer Reichweite und unsere Fähigkeiten unzulänglich erscheinen. Wenn wir das Gefühl haben, unseren Erfolg kaum beeinflussen zu können, verlieren wir unsere Motivation. Gewöhnen Sie sich an, diese automatische irreführende Reaktion zu ignorieren, und machen Sie stattdessen eine Liste mit all den Faktoren, die Sie auf dem Weg zu Ihrem Ziel kontrollieren können (z. B. Arbeitseinsatz, Vorbereitung, Planung, verschiedene Herangehensweisen, die Sie hätten wählen können, usw.). Denken Sie dann darüber nach, wie Sie jeden dieser Faktoren verbessern können. Auf diese Weise beugen Sie nicht nur negativen Sinnestäuschungen vor, sondern erhöhen außerdem Ihre Chancen auf zukünftigen Erfolg.
  2. Den Sinn in Verlust und Trauma sehen: Menschen, die sich von Verlust oder Trauma emotional nicht unterkriegen lassen und erfolgreich weiterleben, unterscheiden sich in einem wesentlichen Aspekt von anderen: Sie sind in der Lage, ihrer Erfahrung einen Sinn abzugewinnen. Dieser Prozess nimmt Zeit in Anspruch, genauso wie das Trauern und das sich Anpassen an eine neue Realität. Sie werden Ihr Leben und die Menschen darin jedoch neu zu schätzen lernen, wenn Sie sich daran gewöhnen, nicht nur das Verlorene zu sehen, sondern auch zu erkennen, was Sie gewonnen haben. Sie werden wichtige Entscheidungen treffen und Wert, Sinn und Bedeutung finden können, wo Ihnen dies zuvor unmöglich erschien.
  3. Den Drang zu grübeln unterdrücken: Wenn wir über beunruhigende Ereignisse grübeln, gewinnen wir selten Einsicht in diese. Stattdessen spulen wir in unserem Kopf beunruhigende oder ärgerliche Szenarien immer wieder ab, was unseren Drang zu grübeln nur noch verstärkt. Dadurch fühlen wir uns schlechter. Gewöhnen Sie sich daran, den Teufelskreis des Grübelns sofort zu unterbrechen – wie verlockend er auch erscheinen mag. Dies gelingt am besten, indem Sie sich mit einer Tätigkeit ablenken, die Ihre volle Konzentration in Anspruch nimmt – z. B. mit einer Runde Sudoku, indem Sie versuchen, sich an die genaue Reihenfolge aller S-Bahn-Stationen auf Ihrem Heimweg zu erinnern, oder eine fesselnde TV-Sendung anschauen.
  4. Selbstwertgefühl stärken: Unser Selbstwertgefühl schwankt für gewöhnlich, was dazu führt, dass wir uns an einigen Tagen besser als an anderen fühlen. Viele Menschen sind jedoch sehr selbstkritisch, wenn sie sich schlecht fühlen, d. h., sie greifen ihr eigenes Selbstwertgefühl an, obwohl es bereits am Boden liegt. Um Ihre psychische Gesundheit zu verbessern, sollten Sie Ihr Selbstwertgefühl als „emotionales Immunsystem“ betrachten, das es zu stärken gilt, wenn es angeschlagen ist. Der beste Weg, ein verletztes Selbstwertgefühl zu „heilen“, besteht darin, Mitgefühl mit sich selbst zu haben. Wenn Sie also einmal wieder selbstkritische Gedanken hegen, überlegen Sie sich, was Sie in einer ähnlichen Situation zu einem guten Freund sagen würden. Schreiben Sie eine E-Mail, in der Sie Mitgefühl und Unterstützung ausdrücken. Lesen Sie diese E-Mail dann, als hätte jemand anders sie Ihnen geschickt.
  5. Das Selbstwertgefühl nach Zurückweisung stärken: Zurückweisungen sind so schmerzhaft, dass wir die Schuld oft bei uns selbst suchen, um unsere emotionalen Schmerzen zu verstehen. Wir glauben, dass wir sehr schwach/erbärmlich/ein Verlierer/wertlos/zerbrechlich/nicht liebenswert/… sein müssen, um uns so verletzt fühlen zu können. Zurückweisung schmerzt nicht deshalb, weil etwas mit uns nicht stimmt, sondern aufgrund der Funktionsweise unseres Gehirns. Die beste Möglichkeit, emotionalen Schmerz zu lindern und das Selbstwertgefühl wieder aufzubauen, besteht darin, eigene Aspekte und Qualitäten zu bestärken, die Sie wertschätzen (z. B. Loyalität, Mitgefühl, Kreativität oder eine gute Arbeitseinstellung). Legen Sie eine Liste solcher Eigenschaften an, wählen Sie ein oder zwei Aspekte aus und erklären Sie kurz schriftlich, warum Ihnen diese Qualitäten wichtig sind.
  6. Einsamkeit durch Identifizieren von selbstschadenden Verhaltensweisen bekämpfen: Chronische Einsamkeit tritt sehr viel häufiger auf, als wir annehmen, und hat katastrophale Auswirkungen auf unser emotionales und körperliches Wohlergehen. Wenn wir uns einsam fühlen, versuchen wir oft, das Risiko weiterer Zurückweisungen zu minimieren, indem wir uns unbewusst selbstschadend verhalten und die Möglichkeit sabotieren, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu stärken. Der beste Weg Einsamkeit zu bekämpfen, besteht darin, sich anzugewöhnen, selbstschadende Verhaltensweisen zu identifizieren und herauszufordern. Legen Sie eine Liste der Ausreden an, mit denen Sie bisher vermieden haben, in sozialen Situationen die Initiative zu ergreifen (z. B. Ich kenne niemanden bei dem Fest, warum sollte ich also gehen? Die rufen mich nie an, warum sollte ich es dann bei ihnen versuchen? Sie sind wahrscheinlich zu beschäftigt, um sich mit mir zu treffen. Ich kann mich doch nicht einfach selbst einem Unbekannten bei einer Party vorstellen.). Listen Sie nun die Menschen auf, in deren Gesellschaft Sie sich in der Vergangenheit wohlgefühlt haben (durchsuchen Sie Telefon-, E-Mail- und Facebook-Kontakte), und nehmen Sie jeden Tag mit einer oder zwei Personen Kontakt auf, um sich zu verabreden. Wiederholen Sie dies, bis Ihr Kalender voll ist. Fordern Sie sich dazu heraus, nicht auf die Ausreden von Ihrer Liste zurückzugreifen, wenn Sie sich unwohl fühlen.
  7. Beschädigte Beziehungen reparieren, um überhöhte Schuldgefühle abzulegen: Überhöhte Schuldgefühle entstehen, wenn unsere Handlungen oder Untätigkeit eine andere Person (häufig eine enge Freundin oder einen nahen Verwandten) verletzt haben und diese Person uns dafür nicht vergeben hat. Dies ist hauptsächlich auf unzulängliche Entschuldigungen zurückzuführen und nicht auf die Unfähigkeit der anderen Person, ihren Schmerz zu verarbeiten. Die entscheidende Eigenschaft einer wirkungsvollen Entschuldigung – etwas, das wir häufig vergessen – ist Empathie. Um die Vergebung einer anderen Person zu erhalten, müssen Sie es sich zur Aufgabe machen, stets eine wirkungsvolle Entschuldigung vorzubringen, wenn Sie etwas falsch gemacht haben. Dabei ist es wichtig, der Person das Gefühl zu geben, dass Sie vollkommen verstehen, was sie empfindet und welche Auswirkungen Ihr Verhalten auf sie hatte. Durch den Ausdruck angemessener Empathie erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gegenüber Ihre Entschuldigung als aufrichtig empfindet und Ihnen wirklich vergibt. Ihre Schuldgefühle werden kurz darauf verschwinden.

(Übersetzt von Julia Welling)

Winch_Guy Über den Autor

Guy Winch, Ph.D., ist Psychotherapeut in eigener Praxis in New York und Mitglied der American Psychological Association. Von seinen Büchern ist „Emotionale Erste Hilfe“ das erfolgreichste. Es wurde in 20 Sprachen übersetzt.

(Die englische Version des Blogbeitrags ist hier zu finden.)

 

 

Der erste Coaching-Kalender bei Junfermann: Begleiter, Mutmacher und Ideenquelle

„Time flies!“ heißt es im Englischen, die Zeit vergeht wie im Fluge. Und das scheint für den Kalendermarkt im Besonderen zu gelten: Während wir noch nicht einmal 2016 zur Hälfte geschafft haben, sind die Kalender für 2017 schon fertig. Die gute Nachricht: Diesmal ist Junfermann mit von der Partie! Ab heute ist er nämlich im Handel erhältlich, unser erster Coaching-Kalender: Einfach ICH!

Im Interview erzählt uns die Autorin Iris Meier, was Selbstcoaching-Fans von dem Kalender erwarten können.   

 

Der Coaching-Kalender Einfach ICH! soll Menschen nicht nur als gewöhnliche Erinnerungshilfe durch das Jahr begleiten, sondern auch durch Übungen und Gedankenanstöße zu deren Entwicklung beitragen. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, solch einen Kalender selbst zu entwerfen?

Schon während der Ausbildung zum Coach kam mir die Idee, einen kleinen, praktischen Coaching-Ratgeber zu erstellen, weil die teilweise mit theoretischem Wissen zu prall gefüllten Lehrbücher eher demotivierend als inspirierend auf mich wirkten. So viel komprimiertes Wissen auf einmal: Nach drei Tagen waren die guten Vorsätze nach besserem Selbstmanagement vorbei.

Als ich meine Notizen vor einiger Zeit wiedergefunden habe, kam mir der Gedanke, ein Tagebuch in Form eines Coaching-Kalenders mit anregenden Texten und Bildern sowie dazu passenden, praktischen Übungen zu gestalten. Aus Erfahrung weiß ich, dass es manchmal nur einen kleinen Schubs braucht, um das Boot in Fahrt zu bringen oder die Richtung zu ändern. Um im Bild zu bleiben: Das „Logbuch“ soll ständiger Begleiter, Mutmacher, Klagemauer und Ideenquelle sein – für jeden Leser ganz nach den individuellen Bedürfnissen nutzbar. Auf dem persönlichen Lebensweg, Woche für Woche.

 

Die jeweiligen Coaching-Abschnitte sind einerseits nach Themen wie Beziehung, Gesundheit, Finanzen sortiert, andererseits richten sie sich nach den vier Jahreszeiten. Diese saisonale Schwerpunktsetzung ist im Bereich Coaching etwas Ungewöhnliches, oder? Was hat es damit auf sich?

Da es ja eine Agenda ist, führt der Coaching-Kalender die Leser durchs ganze Jahr, und viele Lebensthemen sind auch jahreszeitlich bestimmt. Denken wir an den Frühling, da steht wahrscheinlich das Thema Fitness und gesunde Ernährung bei vielen im Vordergrund. Im Sommer, der großen Urlaubszeit, werden Pläne für Ferien geschmiedet. Dazu habe ich kleine Selbstcoaching-Sequenzen geschrieben, die zum Nachdenken und Ausprobieren anregen.

 

Nach welchen Kriterien/mit welchen Absichten haben Sie die Übungen und Inhalte ausgewählt? Richten Sie sich damit an eine ganz bestimmte Zielgruppe, oder denken Sie, dass die Übungen für jeden geeignet sind?

Analog des Lebensrads stehen pro Quartal die folgenden sechs Lebensbereiche im Fokus: Geist & Seele, Körper & Gesundheit, Beziehungen, Beruf & Karriere, Finanzen und Erholung, Spaß & Freizeit. Die Idee ist, dass jeder Leser/jede Leserin in irgendeinem Abschnitt sein/ihr Thema und Denkanstöße dazu findet. Den eigenen Leitfaden, das eigene Drehbuch zu schreiben, gleichzeitig Regie zu führen und Hauptdarsteller zu sein, dabei zu lernen, sich selbst besser zu verstehen und persönliche Erfolge zu feiern und trotz Misserfolgen das Ziel nicht aus den Augen lassen: Darum geht’s bei diesem Coaching-Kalender. Er ist für alle Leser geeignet, die mehr von dem erhalten möchten, was ihnen wichtig ist, und bereit sind, einen Schritt mehr zu tun als bisher.

 

Was ist Ihrer Ansicht nach das Wichtigste für ein erfolgreiches Selbstcoaching?

Ein Selbstcoaching ist immer nur dann sinnvoll, wenn jemand sein Verhalten oder die Situation än­dern will und nach neuen Lösungen sucht, weil man z. B. nicht mehr mit seinen Werten im Einklang ist, seine Bedürfnisse nicht mehr erfüllt sind, die Konflikte nicht mehr auszuhalten sind oder man in einer Sackgasse gelandet ist. Gerade wenn wiederholte Problem-Lösungsversuche nicht funktionieren, lohnt es sich zu überlegen, ob man nicht etwas völlig anderes anpeilen sollte, vielleicht sogar etwas zunächst absurd Erscheinendes und aus der Luft Gegriffenes.

 

Eigentlich könnte man im Zeitalter von Smartphone, Tablet und Co. vermuten, dass der klassische Terminkalender antiquiert wirkt und bald ganz überflüssig wird. Der Markt zeigt aber den gegenteiligen Trend. „Analoge“ Kalender sind nach wie vor gefragt. Wie erklären Sie sich das?

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten – das sind die klassischen 5 Sinne des Menschen. Mit dem Gebrauch des Kalenders werden zwar nur „Sehen“ und „Tasten“ abgedeckt, doch gerade das haptische Erleben, wie am Papier riechen, die Agenda anfassen, blättern, die Bilder betrachten, bringt einem den Kalender näher, macht ihn persönlicher als eine elektronische Agenda. Die eigenen Überlegungen können so besser gebündelt werden, denn nichts bringt so viel Ordnung in die Gedanken wie das Schreiben von Hand. Das schwarze Notizbuch von Moleskine ist gerade wieder im Trend!

 

Sie sind Diplom-Graphologin und haben regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Graphologie. Was sagt denn die Handschrift über einen Menschen aus? Kann man da generelle Aussagen treffen?

Als Graphologin und Coach stelle ich in Beratungsgesprächen immer wieder fest, dass die meisten Menschen ein ganz persönliches Verhältnis zu ihrer Handschrift haben, weil sie instinktiv spüren, dass die Schrift mit der eigenen Wesensstruktur im Zusammenhang steht. Tatsächlich spiegelt sie die Innenwelt (z. B. Intellekt, Gefühle, Belastbarkeit etc.) und kann helfen, das eigene Potenzial besser zu erkennen und für sich zu nutzen, aber auch unbekannte Schattenseiten ans Licht zu bringen, wenn man bereit ist, den Schleier ein wenig zu lüften. Ich bin selber oft erstaunt, wie viel schon ein paar von Hand geschriebene Zeilen über den Charakter verraten.

 

Was erhoffen Sie sich für die Leser, die den Kalender kaufen? Was möchten Sie ihnen mit auf den Weg geben?

Sich täglich, wenn auch nur fünf Minuten, in sich selber zurückziehen, auf sich selber besinnen. Was ist gut gelaufen? Was nicht? Weshalb? Was könnte ich verbessern? Wozu? Sich selber annehmen, so, wie man ist, ohne allzu große Selbstkritik. Nicht sinnlos kämpfen, sondern Geduld und Achtsamkeit üben. Erfolge feiern. Auch immer wieder neue Ziele setzen, mit kleinen Schritten beginnen und dabei das große Ganze nicht aus den Augen verlieren, sich nicht vor Veränderungen verschließen. Mutiger sein und nicht vergessen: Man lebt nur einmal!

 

Der zweite Kalender für 2018 ist ja bereits in Arbeit. Was wird inhaltlich anders sein im Vergleich zum Kalender 2017?

Auch im zweiten Kalender geht es darum, das eigene Wahrnehmungsfeld zu erweitern, Verständnis für andere Menschen und ihre Handlungsweisen zu entwickeln, Ressourcen zu nutzen und eigene Kräfte zu aktivieren, um sich selbst zu helfen, auf eigene Lösungen zu kommen und mehr Zufrieden­heit zu erlangen. Die Rahmenbedingungen sind gleich, die Inhalte sind neu, ein inspirierender Mix aus Wissen, praktischen Übungen für den Alltag und Fragen, die zum Nachdenken anregen.

 

Vielen Dank, Frau Meier!

 

MeierIris Über die Autorin:

Iris Meier, dipl. Graphologin VDG und dipl. Coach SCA/CAS, ist seit 2006 als schriftpsychologische Expertin und Coach in selbstständiger Position für Einzelpersonen in verschiedenen geschäftlichen und privaten Bereichen tätig. Sie bietet hauptsächlich Begleitung bei Standortbestimmung, Bewerbung, Laufbahn- und Karriereplanung an, hält Referate und bietet Sprechstunden zum Thema Graphologie an. Iris Meier ist verheiratet und wohnt in der Schweiz im Kanton Zug.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

 

Bücher, Baileys und Berrett-Koehler: der Junfermann-Autorentag aus der Sicht einer Autorin

Von Fabienne Berg

Was festigt und vertieft eigentlich eine Partnerschaft?

Dazu fällt den meisten von uns sicher ganz Unterschiedliches, aber bestimmt auch viel Gleiches ein. Gemeinsame Werte sind zum Beispiel sinnvoll, miteinander zu reden und sich zuzuhören hilft, genauso wie einander zu unterstützen, Wünsche und Bitten zu äußern und aufeinander einzugehen. Aber auch miteinander zu lachen und gemeinsam etwas zu unternehmen, beispielsweise zusammen ins Restaurant zu gehen, halten eine Beziehung positiv am Laufen.

Das oder so etwas Ähnliches kam vermutlich auch dem Junfermann-Team in den Sinn, als sie uns Autorinnen und Autoren letztes Wochenende nach Paderborn einluden. Und da ein frischer Wind immer noch zusätzlich neuen Schwung bringt, waren auch noch zwei Damen vom US-Verlag Berrett-Koehler eingeladen. Beide berichteten in ausgesprochen positiver Weise von ihren Erfahrungen bei Berrett-Koehler und über den Schlüssel zu einer konstruktiven Kooperation zwischen Autor und Verlag. Darüber hinaus haben wir alle viel geredet, noch mehr zugehört, gemeinsam überlegt und Ideen gesammelt.

Die Quintessenz des Ganzen war dabei für mich: Beide Seiten – Verlag und auch der Autor – müssen klar miteinander absprechen, was für Sie wichtig ist, um das gemeinsame Ziel – die Botschaft von Autor und Verlag, gegossen in Buchform, möglichst weit verbreiten zu können. Das hört sich simpel an. Ist es auch – und wieder nicht. Aus vielerlei Gründen. Der wichtigste scheint dabei zu sein, die Grenzen des anderen zu verstehen und zu akzeptieren. Auch das ist in einer Partnerschaft nicht anders: Es gibt Möglichkeiten etwas zu ändern, aber auch Grenzen. Ich finde das ganz okay so. Transformation mündet nicht immer P1010521zwangsläufig in genau dem äußeren Aktionismus, den man anfangs geplant hatte.

Neben allem Geschäftlichen war es aber auch einfach schön, dass mal alle zusammen waren. Man ist mit Leuten ins Gespräch gekommen, mit denen man sich ansonsten wahrscheinlich nie ausgetauscht hätte. So habe ich mich z.B. sehr nett mit Andrea Schwiebert unterhalten. Auf die Idee, sie zu kontaktieren, wäre ich nie gekommen. Wozu auch? Sie macht „in Hochbegabte, ich in Trauma“. Oder Horst Lempart, dessen Lachen ich noch immer im Ohr habe. Was haben der Persönlichkeitsstörer und ich schon gemein, außer regionaler Nähe? Oberflächlich erstmal nicht viel. Und trotzdem kam uns die Idee, uns gegenseitig praktisch zu unterstützen.

Das sind jetzt nur zwei persönliche Beispiele, doch ich denke, es ging den meisten von uns ganz ähnlich.

Also, wie war das mit der guten Partnerschaft: reden, zuhören, Wünsche äußern, unterstützen … Ah ja: lachen und essen gehen!

Das haben wir auch getan. Und sehr gut sogar. Das Essen war ausgesprochen lecker. Und als ganz spät abends in kleiner Runde noch Baileys und Maracujasaft für gelöste Zungen und sinnbefreite Gesprächsthemen gesorgt hatten, hatte ich wirklich meinen Spaß. Davor natürlich auch, aber so ein Maracujasaft wirkt offenbar Wunder!

Abschließend bleibt mir nur noch einmal Danke zu sagen. Nicht wegen der guten Kinderstube – denn die hatte ich nicht. Sondern vielmehr aus dem Herzen heraus. Vielen Dank, liebes Junfermann-Team, für den schönen Autorentag und die Einladung nach Paderborn! Und danke, liebe anderen Autorinnen und Autoren, dass ihr ganz dabei wart! Ich fand den Tag schön und gewinnbringend – ich hoffe, ihr auch?

Mythen, furchtbare Wahrheiten und ein World Café: der Junfermann-Autorentag aus Sicht des Verlages

Am 16. April 2016 fand der 1. Junfermann-Autorentag in Paderborn statt. Um es gleich vorwegzunehmen: Die Stimmung war gut, der Austausch für beide Seiten gewinnbringend und so wird es vermutlich nicht die letzte Veranstaltung dieser Art gewesen sein. Wie wir von Verlagsseite diesen „Piloten“ erlebt haben, können Sie im Folgenden nachlesen.

IMGP914940 Gäste werden erwartet. Am Samstagmorgen treffen wir dafür die letzten Vorbereitungen: Namensschilder bereitlegen, Unterlagen zusammenpacken und überprüfen, dass im Raum auch alles so ist, wie wir es brauchen. Recht früh treffen die Teilnehmerinnen mit der wohl weitesten Anreise ein. Aus den USA begrüßen wir Jennifer Kahnweiler, Autorin von „Die Stärken der Stillen“ und „Geniale Gegensätze“ und Johanna Vondeling, Mitarbeiterin in Jennifers US-Verlag Berrett-Koehler und dort zuständig für „Business Development & International Sales“. Jennifer hat schon in Berlin bei Dirk Eilert ein mehrtägiges Seminar gehalten und am 14. April fand zu „Geniale Gegensätze“ ein Booklaunch statt, ebenfalls in Berlin.

Doch zurück zu unserem Autorentag: Thematisch soll es um Fragen gehen wie: Was können Verlag und Autoren tun, um Büchern zum Erfolg zu verhelfen? Was wünschen sich die Autoren vom Verlag und was können sie selbst einbringen? Spannend in diesem Kontext ist, was Jennifer Kahnweiler und Johanna Vondeling hierzu aus der US-Perspektive berichten werden. Wir wagen also einen kleinen Blick über den Tellerrand.

Mit Jennifer Kahnweilers Impulsvortrag sind wir dann auch gleich mitten im Thema: Sie räumt nämlich IMGP9155mit „Sieben Mythen zum Thema Buchmarketing“ auf. Es folgen noch von Kurzvorträge von Simone Scheinert (bei Junfermann für Marketing zuständig) und Stefanie Linden (Vertrieb). Schon zu diesem Zeitpunkt wird deutlich: Wir haben es mit einer motivierten, interessierten und diskussionsfreudigen Gästeschar zu tun. Leicht verspätet starteten wir so in den zweiten Veranstaltungsblock, für den wir alle Anwesenden in ein World Café einladen.

Was könnte besser geeignet sein zum Austausch, zum Kennenlernen und Durchmischen der Gruppe, als wechselnde Kleingruppen an Stehtischen, die in insgesamt drei Runden zu drei Fragen diskutieren? Nichts anderes ist nämlich ist die Methode „World Café“. An jedem Tisch findet sich ein/e Gastgeber/in und um den Ablauf kümmert sich Moderatorin Johanna Brühl.

Jetzt kommt wirklich Bewegung in die Sache. Munter und engagiert wird diskutiert und auf eigens dafür vorbereiteten „Tischdecken“ werden Stichpunkte festgehalten. An den Tischen, an denen Visualisierungsexperte Jörg Schmidt zu Gast ist, wird auch gemalt.

P1010520Im dritten Block sollen in einem abschließenden Podiumsgespräch die wichtigsten Punkte zusammengebracht und erste Schlussfolgerungen gezogen werden. Doch bevor es soweit ist, weiht uns Johanna Vondeling in „furchtbare Wahrheiten über das Verkaufen von Büchern“ ein. Trotzdem wird im Anschluss lebhaft diskutiert. Und was ist dabei herausgekommen?

  • Die Autorinnen und Autoren möchten sich mehr untereinander vernetzen, thematisch, aber auch regional. Hierfür wünschen sie sich Unterstützung vom Verlag.
  • Eine Art Sigel wird angeregt: „Ich bin Junfermann-Autorin“.
  • Mehr Transparenz und einen besseren Informationsfluss empfinden beide Seiten als wünschenswert. Auf Autorenseite ist z.B. nicht immer ganz klar, wie die Abläufe im Verlag sind und wer wofür zuständig bzw. ansprechbar ist. Bei manchen Entscheidungen (z.B. Titelfindung) möchten sie stärker einbezogen werden.
  • Der Verlag wünscht sich vielleicht mehr Veranstaltungen mit Autorinnen und Autoren im Buchhandel – und manche Autoren wären nur zu gerne bereit, in diesem Bereich aktiv zu werden. Bisher finden beide Seiten aber nicht immer zusammen.
  • Auf der anderen Seite machen einige Autoren ganz viel, halten Vorträge, geben Interviews – aber der Verlag erfährt das nicht oder nicht früh genug. Die Autoren fühlen sich auf der anderen Seite nicht immer gut über Marketingmaßnahmen des Verlages informiert.

Für uns als Verlag ergeben sich daraus einige „Hausaufgaben“ :-).

Von diesen „Hard Facts“ einmal abgesehen passiert ganz viel auf der zwischenmenschlichen Ebene: Bereits bestehende Kontakte werden aufgefrischt und vertieft und bereits beim gemeinsamen Abendessen kann ich beobachten, wie sich die Regionalgruppe Rheinland der Junfermann-Autorinnen und Autoren zu formieren beginnt. Darauf ein Glas Maracuja-Saft!

Eine zwar verkleinerte aber immer noch gut gestimmte Gruppe findet sich am Sonntagmorgen noch zu P1010530einer Stadtführung durch Paderborn ein. Zu bestaunen gibt es u.a. die überraschend kleine Altstadt – das was vom Krieg verschont blieb – und den kürzesten Fluss Deutschlands, die Pader, mit ihrem großen Quellgebiet mitten in der Stadt. Im Dom findet gerade ein Gottesdienst statt, deshalb beschränkt sich die Besichtigung auf das Äußere. Aber Wahrzeichen Paderborns ist noch drin, das Drei-Hasen-Fenster: „Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“

Ganz zum Abschluss kommt es für Horst Lempart an der Paderhalle noch zu einem besondereren Fototermin vor einem Plakat des aus Paderborn stammenden Commedian Rüdiger Hoffmann. Dessen neues Programm heißt: „Ich hab’s doch nur gut gemeint.“ Preisfrage: wie lautet der Titel von Horst Lemparts erstem Buch bei P1010527Junfermann?

 

 

 

 

 

 

 

 

Für diejenigen, die mehr Eindrücke von unserem Autorentag haben möchten: Hier ist Jennifer Kahnweilers Vortrag über die „7 Mythen des Buchmarketings“

Und hier können Sie sehen, wie unser Verlagsleiter Dr. Stephan Dietrich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßt:

Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge: ein engagiertes Online-Angebot

Ende letzten Jahres bekam ich einen Anruf aus Solingen. Am anderen Ende der Leitung war Dr. Birgit Kracke, Fachärztin für Psychiatrie / Psychotherapie. Zu der Zeit kamen noch Tag für Tag Flüchtlinge in großer Zahl über die Grenzen. Viele von ihnen hatten Schlimmes erlebt, in Kriegen und Konflikten in ihren Heimatländern, aber auch auf den gefährlichen Fluchtwegen. Es sei ihr als Traumatherapeutin ein Anliegen, ein möglichst breit zu nutzendes Hilfsangebot auf die Beine zu stellen, erklärte mir Birgit Kracke. So viele Geflüchtete litten unter akuten oder langfristigen massiven Traumafolgestörungen. Dass für sie alle die eigentlich benötigten Therapieplätze einigermaßen zeitnah bereit stehen würden, sei illusorisch.

Was war also zu tun? Und was konnten wir als Verlag tun? Eine Website befand sich gerade im Aufbau: http://www.refugee-trauma.help/. Dort sollten viele Materialien zur Selbsthilfe bereitgestellt werden, in möglichst vielen Sprachen. Die Materialien sollten dazu beitragen, seelische Reaktionen auf die schweren Belastungen besser zu verstehen; im Sinne einer praktischen Soforthilfe könnten sie helfen, die Wartezeit auf eine professionelle Therapie zu überbrücken.

Aber auch zur Unterstützung von Helferinnen und Helfern sollten Informationen und Angebote bereitgestellt werden, z.B. zur Selbstfürsorge, zum Umgang mit Kindern oder traumatisierten Menschen.

Das konkrete Anliegen an uns als Verlag war, einige Übungen aus Michaela Hubers Buch „Der innere Garten“ für diese Zwecke zur Verfügung zu stellen – was wir in Absprache mit der Autorin gerne taten.Huber-InnereGarten-Cover-GRUEN-NA2010:Cover

Jetzt sei der Boden bereitet, um den Baum einzugraben, wie mir Birgit Kracke heute berichtete. Noch seien nicht alle Texte in alle gewünschten Sprachen übersetzt, denn gerade bei Übersetzerinnen und Übersetzern gibt es derzeit Engpässe. Nach wie vor kommen geflüchtete Menschen in unser Land, wenn vielleicht auch nicht mehr ganz so viele. Und nach wie vor gilt es, diejenigen, die bereits da sind, mit dem Notwendigen zu versorgen. Und dafür braucht es auch Übersetzerkapazitäten.

Wie kann man das Projekt unterstützen und dazu beitragen, dass der gepflanzte Baum Äste entwickeln und Früchte tragen kann? Fast noch wichtiger als Geldspenden seien „Sachspenden“ – und hier konkret Angebote von Übersetzer/inne/n.

Auch weitere Materialien seien willkommen, besonders auch solche, die kulturelle, geografische bzw. geologische Hintergründe aus den Herkunftsländern berücksichtigen. Ein konkretes Beispiel hierfür ist eine Erfahrung mit der Übung „Der innere Garten“ von Michaela Huber. Jemand hatte sie sich angehört und dann gesagt: „Dort, wo ich herkomme, ist Wüste. Ich kann mit dem Bild des Gartens gar nicht so viel anfangen.“

Zur Unterstützung und zum weiteren Ausbau des Angebotes übernehmen wir hier den Aufruf zur Mitarbeit von http://www.refugee-trauma.help/:

 

Möglichkeiten der Mitarbeit

Wenn Sie Muttersprachler/In in einer noch nicht übersetzten Sprache sind, wäre es sehr nützlich, wenn Sie Ihre Hilfe bei der Übersetzung der vorliegenden Texte in Ihre Herkunftssprache anbieten.

Sofern Sie eigene psychoedukative oder Selbsthilfematerialen zur Verfügung stellen könnten, wären diese sicherlich ebenfalls für die Geflüchteten hilfreich.

Kontakt:

Dr. Birgit Kracke, Fachärztin für Psychiatrie/Psychotherapie, Solingen
www.pz-solingen.de
Mail: praxis@dr-birgit-kracke.de

Vertrauen Sie darauf, sich selbst helfen zu können

Ende Mai erscheint unser Spitzentitel Emotionale Erste Hilfe. Wie wir mit seelischen Verwundungen im Alltag umgehen können. Wie ein Medizinschränkchen mit Verbandszeug, Salben und Schmerzmitteln, die bei der Behandlung körperlicher Alltagsverletzungen zum Einsatz kommen, möchte dieses Buch eine Hausapotheke für die kleineren seelischen Verletzungen sein, mit denen wir im täglichen Leben konfrontiert sind.

Winch_Guy  Guy Winch, der Autor des Buches, ist Psychotherapeut in eigener Praxis in New York und sehr erfolgreich als Vortragsredner, u.a. für die Organisation TED. In einem Interview spricht er über die Idee zum Buch, über Psychohygiene und emotionale Widerstandsfähigkeit.

 

Die Grundidee Ihres Buches – „Wir können emotionale Wunden ebenso behandeln wie kleinere physische Verletzungen, wir müssen nur lernen wie“ – erscheint so einleuchtend, hilfreich und einfach, dass ich mich frage, warum niemand zuvor auf diese Idee gekommen ist. Woher nahmen Sie die Inspiration zu Ihrem Buch?

Die Patienten in meiner Privatpraxis verbrachten oft ganze Sitzungen damit, relativ unbedeutende Situationen zu besprechen, in denen sie zurückgewiesen wurden, Misserfolge erfahren oder andere emotionale Wunden erlitten hatten. Dabei wurde mir klar, dass sie ihre Gefühle völlig falsch verarbeiteten. Sie kritisierten sich selbst, vermieden gewisse Emotionen, zogen sich zurück oder fühlten sich hilflos. Da ich mich gewöhnlich auf dem neuesten Stand halte, was wissenschaftliche Studien angeht, wusste ich, dass Strategien existierten, mit deren Hilfe sie sich besser fühlen würden. Es verging jedoch eine ganze Weile, bevor ich ernsthaft in Betracht zog, ein Buch zu diesem Thema zu schreiben, da ich davon ausging, dass jemand anderes dies bereits getan hatte. Ich begann also nach einem solchen Buch zu suchen, konnte aber keines finden. Daraufhin schlug ich meiner Agentin die Idee vor, und auch sie war erstaunt, dass noch niemand daran gedacht hatte. Ich machte mich sofort an die Arbeit.

Emotionale Erste Hilfe befasst sich mit sieben alltäglichen Verletzungen und deren Heilung: Zurückweisung, Einsamkeit, Verlust/Trauma, Schuldgefühle, Grübeln, Niederlage und schwaches Selbstwertgefühl. Welche dieser Verletzungen ist Ihrer Meinung nach am schwierigsten zu heilen?

Ich beginne mein Buch mit dem Kapitel über Zurückweisung, da dies nicht nur die häufigste emotionale Verletzung darstellt, sondern auch die schmerzhafteste. Verlust und Trauma können selbstverständlich um einiges niederschmetternder sein als Zurückweisung, treten aber sehr viel seltener auf. In den Studien zu Zurückweisung, die ich in meinem Buch zitiere, fühlten die Teilnehmer auch dann noch den emotionalen Schmerz, nachdem sie herausgefunden hatten, dass die Verletzung nicht echt war – dass es sich lediglich um einen wissenschaftlichen Mitarbeiter handelte, der die Teilnehmer zurückzuweisen vorgab.

Welche Strategie schlagen Sie für die Behandlung von Zurückweisung vor?

Die Behandlung von Zurückweisung muss auf mehrere Weisen gleichzeitig angegangen werden: Es gilt, nicht nur das „Bluten“ zu stoppen, das durch selbstkritische Gedanken entsteht, sondern auch das Selbstwertgefühl neu aufzubauen und mit Menschen in Kontakt zu treten, die Sie wertschätzen, um das Gefühl dazuzugehören wiederherzustellen. Deshalb erschien es mir überaus wichtig, die genaue Art der mentalen Wunden darzustellen, die wir uns zuziehen, damit der Leser versteht, was er oder sie behandeln muss.

Ihr Buch enthält viele interessante und bewegende Fallbeispiele – vor allem die Geschichte von David, einem behinderten Studenten, der es schafft, seine lebenslange Isolation zu überwinden. Sind Sie der Meinung, dass die eine oder andere Behandlung aus Ihrem Buch immer funktioniert, oder sind Ihnen Menschen bekannt, denen es nicht gelang?

Ähnlich wie Schmerzmittel funktionieren auch die Behandlungsweisen aus meinem Buch nicht zuverlässig bei allen Menschen. Doch indem die Leser verschiedene Behandlungen ausprobieren und so herausfinden, was bei ihnen persönlich wirkt, können sie sich ihr eigenes, persönliches mentales Erste-Hilfe-Schränkchen oder Werkzeugkästchen zusammenstellen. Zudem bauen die Leser durch das Wiederholen der Techniken eine emotionale Widerstandsfähigkeit auf. Ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, dass die Leser darauf vertrauen, sich selbst helfen zu können, wenn einmal etwas nicht gelingt – auch wenn es für eine Weile schmerzt.


 

Hier können Sie Guy Winch auf der Bühen bei einer TED-Veranstaltung sehen, wo er über Psychohygiene spricht:


 

Ich habe gehört, dass Ihr Buch in den USA großen Erfolg genossen hat. Welche Rückmeldungen haben Sie von Ihren amerikanischen Lesern erhalten? Haben ihnen Ihre Behandlungsvorschläge geholfen?

Ich erhalten jeden Tag einige E-Mails und Tweets von Menschen, denen das Buch geholfen hat. Die Rückmeldungen kommen jedoch aus der ganzen Welt, da es in 20 Sprachen übersetzt worden ist. Vor einigen Monaten sandte ich ein Gratisexemplar an eine Person, die mir aus einem Flüchtlingscamp geschrieben hatte. Er schickte mir ein Foto von dem Buch, als es angekommen war. Für mich bestätigt dies nur einmal wieder, wie universell Menschen Gefühle erleben – ungeachtet dessen, woher wir stammen, welcher Kultur oder Ethnie wir angehören oder welchen sozioökonomischen Status wir haben, teilen wir die gleichen emotionalen Reaktionen. In dieser Hinsicht sind wir alle gleich.

Welchen Einfluss auf den deutschsprachigen Raum erhoffen Sie sich von der Übersetzung Ihres Buches?

Ich habe viele E-Mails von Menschen erhalten, die um eine deutsche Übersetzung baten. Deshalb weiß ich, dass Bedarf besteht und die Leser sich darauf freuen. Ich hoffe, dass die deutsche Ausgabe eine breitere, wissenschaftlich fundierte Diskussion über Gefühle und den Umgang mit ihnen anregt. Wir tendieren dazu, zu glauben, dass alles, was unser Verstand uns mitteilt, richtig und wahr ist. Doch wie die Leser meines Buches feststellen werden, führt uns unser Verstand oft in die Irre. Wir müssen verstehen lernen, warum, wann und wie dies geschieht, damit wir nicht auf Weisen reagieren, die uns oder anderen schaden.

Ein sehr optimistischer Unterton durchzieht Emotionale Erste Hilfe – die Hoffnung, dass die Anwendung der von Ihnen propagierten psychohygienischen Praxis zu einem glücklicheren, zufriedeneren Leben führen kann. Sehen Sie Ihr Buch als einen großen Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel?

Absolut. Das war das Ergebnis, das ich mir während des Schreibens erhoffte. Mein TED-Talk (siehe Video oben) hat ebenso zu diesem Ziel beigetragen, da er großen Erfolg hatte und im ersten Jahr mehr als drei Millionen Mal angeschaut wurde. Meiner Meinung nach ist das Priorisieren der psychischen Gesundheit, das Erlernen mentaler Hygiene, das Erreichen besseren emotionalen Wohlergehens und insbesondere die Weitergabe dieses Wissens an Kinder eines der wichtigsten Dinge, die die Menschheit auf der ganzen Welt verbreiten sollte.

Ihr Buch in seiner jetzigen Form wurde bereits im Jahre 2013 veröffentlicht. Wie ist es Ihnen in der Zwischenzeit ergangen? Planen Sie, ein zweites Buch zu schreiben, oder sind Sie der Ansicht, mit diesem alles Notwendige niedergeschrieben zu haben?

Ich arbeite an einem neuen Buch, das sich jedoch noch in einem sehr frühen Stadium befindet. Ich spreche sehr oft auf Konferenzen und schreibe regelmäßig Beiträge für psychologytoday.com. Zusätzlich arbeite in an einer App, die auf meinem Buch basiert und dieses Jahr herauskommen wird – wahrscheinlich auch auf Deutsch. Darüber hinaus stelle ich gerade ein Science-Fiction-Jugendbuch fertig, das eine Zukunft schildert, in der Wissenschaftler die Arbeitsweise unseres Gehirns vollkommen entschlüsselt haben und die Menschen daher emotional sehr viel höher entwickelt sind. Es geschehen also gerade sehr viele spannende Dinge in meinem Leben.

Vielen Dank!

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Das Interview führte Dr. Stephan Dietrich.

Übersetzerin: Julia Welling

Welttag des Buches 2016: Wir verschenken Lesefreude für mehr Lebensfreude

„Im Herbst 2013 begann sich in meinem Leben leise etwas zu verändern. Ich hatte, wie die meisten Menschen, bis dahin viel gearbeitet und gekämpft gegen die Umstände und meine zuweilen melancholischen Gedanken. Müdigkeit war zum allgegenwärtigen Normalzustand geworden. Täglich musste ich mich morgens aufraffen, um einigermaßen aufstehen zu können. Ich hatte einige Misserfolge zu meistern gehabt, rappelte mich wieder hoch, aber mein Leben fühlte sich oft mühsam an. Zwar gab es schon immer eine Fülle an Freude und Glück in meinem bisherigen Leben, und ich versuchte täglich, mich daran zu erfreuen. Doch Nachdenklichkeit begleitete mich wie Hintergrundmusik auf Schritt und Tritt.“

(c.) www.nachtart.de - DigitalstockMit diesen Worten beginnt Sabine Claus Buch „Mein allerbestes Jahr“. Allein der gewählte Titel lässt den Rückschluss zu, dass es für die Autorin nicht bei melancholischen und leicht resignierten Stimmung geblieben ist. Es gab einen Wendpunkt, der schließlich dazu führte, dass Sabine Claus eine andere Einstellung zu ihrem Leben fand: Sie begann, mit Dankbarkeit auf das zu fokussieren, was bereits gut war und sie hielt ihre Zukunftswünsche fest und machte damit schon den ersten Schritt in Richtung Realisierung.

Als Coach und Trainerin blieb sie nicht bei sich selbst stehen, sondern entwickelte ein Programm, das auch anderen Menschen ermöglicht, von ihren Erfahrungen zu partizipieren. Diese „Begleitung zur Wunscherfüllung“ gibt es in ihrem Buch „Mein allerbestes Jahr“, das Schritt für Schritt durch den Prozess leitet – und das für den Zeitraum von etwa einem Jahr.

Manchen Menschen fällt es möglicherweise schwer, mithilfe eines Selbstcoaching-Programms in (c) khz FOTOLIABuchform wirklich an einem Thema zu bleiben. Für sie wäre es vielleicht hilfreich, jeden Tag einen kleinen Impuls zu bekommen – und das möglichst über ein Tool, das sie ohnehin im Alltag nutzen, einen Kalender beispielsweise. Wenn Sie sich zu diesen Menschen zählen, dann kann 2017 ein gutes Jahr für Sie werden  Dann nämlich gibt es den ersten Junfermann-Coaching-Kalender: „Einfach ICH“ von Iris Meier. In der Einleitung heißt es: „Dein persönlicher Jahresplaner hilft dir dabei, die eigenen Verhaltensmuster aus einer neuen Perspektive, mit einem veränderten Blick, zu betrachten. Er begleitet dich durch die Jahreszeiten mit einem Mix aus Wissen, praktischen Übungen für den Alltag und Fragen, die zum Nachdenken anregen. Mein Ziel ist es, dich zu inspirieren. Finde heraus, was dir im Leben wirklich wichtig ist, und dann handele danach!“

Vielleicht reicht aber auch ein wöchentlicher Impuls? – auch hier können wir für das Jahr 2017 etwas anbieten: den Wandkalender „Gute Aussichten“ von Helmar Dießner.

 

Jetzt sind Sie am Zug: Erzählen Sie von Ihrem allerbesten Jahr

Auch in diesem Jahr möchten wir Lesefreude an Sie verschenken – und damit hoffentlich auch Lebensfreude. Alles, was Sie dafür tun müssen, ist Folgendes:

  • Schreiben Sie uns hier im Blog entweder, welches Jahr ein ganz besonderes für Sie war und welche wesentlichen Faktoren dazu beigetragen haben. Vielleicht waren es persönliche oder berufliche Entwicklungen? Besondere Begegnungen mit anderen Menschen, ein besondere Reise, die Geburt eines Kindes …
  • Oder vielleicht steht Ihr besonderes Jahr noch bevor und Sie stellen gerade die Weichen, dass alles so kommt, wie Sie es sich wünschen? – In diesem Fall: Mögen Sie vielleicht kurz mit uns teilen, was Sie sich wünschen und wie Sie Ihre Wunscherfüllung in Angriff nehmen?

 

Allen, die zu diesem Thema hier etwas schreiben, nehmen an unserer diesjährigen Lesefreude-Verlosung zum Welttag des Buches am 23. April teil. Wir ermitteln dann insgesamt fünf Gewinnerinnen oder Gewinner, die diesmal haben sogar die Wahl haben zwischen drei unterschiedlichen Preisen:

Mein allerbestes Jahr“ von Sabine Claus

Einfach ich“ von Iris Meier

Gute Aussichten“ von Helmar Dießner

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Wenn Sie nach der Verlosung von uns Ihre Gewinnbenachrichtigung bekommen, fragen wir ab, welchen Kalender / welches Buch wir Ihnen zuschicken dürfen.

Aber bevor wir etwas verlosen und zuschicken können, müssen Sie erst einmal in unsere Lostrommel kommen – und dafür gibt es einen einfachen Weg: Schreiben Sie uns etwas!

Junfermann – der Verlag mit dem Aal

Womit erreicht man auf YouTube die meisten Zugriffszahlen? Mit Katzenvideos natürlich, mit „Cat Content“. Tiere berühren, wecken positive Emotionen und schaffen Sympathie. Alles gute Gründe, sich als Verlag zu überlegen, ob nicht ein Tier im Logo etwas Erstrebenswertes sein könnte

Zugegeben: Die Idee ist nicht ganz neu, denn es gibt da z.B. einen Verlag, der sich seit vielen Jahren mit einem Insekt schmückt. Aber muss man das Rad immer wieder neu erfinden? Also welches Tier sollten wir als Junfermann Verlag wählen? Possierliche kleine Kätzchen? So niedlich diese sind – passen würden sie kaum. Dann vielleicht doch eher „Der Verlag mit dem Käfer“? – Ach nein, Insekten haben wir ja schon, das wäre zu nah an …

Nach viele Gesprächen und reiflicher Überlegung hatten wir schließlich die Idee: Junfermann – der Verlag mit dem Aal! Was zunächst etwas absurd klingen mag – mit dem Aal! – erweist sich bei näherem Hinsehen aber als durchaus schlüssig und passend.

Der Aal ist eine ziemlich alte Tiergattung – und auch wir als Verlag haben schon einige Jahre auf dem Buckel (Gründungsjahr: 1659).

Der Aal ist flexibel und anpassungsfähig. So unterscheidet man zwischen Spitzkopf- und Breitkopfaal, aber diese zwei verschiedenen Arten sind keineswegs genetisch vorbestimmt, sondern sie entwickeln sich nach dem jeweiligen Nahrungsangebot. Auch der Junfermann Verlag hat im Lauf seiner Geschichte so manche Wandlung mitgemacht. Die ersten Psychologie-Titel erschienen erst in den 1970er-Jahren, davor war das Programm eher von religiöser und von Regionalliteratur geprägt.

Aale vollbringen ganz erstaunliche Dinge: Die Laichplätze des europäischen Flussaals liegen in der ca. 4000 km entfernten Sargassosee. Um dort hinzugelangen, scheuen die Tiere kein Hindernis. Wenn zwischen zwei Flussläufen ein Stück des Weges über Land zurückzulegen ist, dann verlassen die Aale ihr angestammtes Element und schlängeln sich durch feuchte Wiesen. Eine solche Leistungsfähigkeit und Zielorientierung finden wir einfach vorbildlich! Auch das Beschreiten unkonventioneller Wege – über feuchte Wiesen – findet unsere vollste Sympathie.

Bleibt anzumerken, dass der Aal als Gattung noch so manches unerforschte Geheimnis birgt. Auch das ist ein Zug, der uns anspricht und uns in der Überzeugung bestärkt, künftig im unsere Bücher im Zeichen des Aals zu publizieren. Ab dem Herbst diesen Jahres starten wir – und es gibt schon erste Entwürfe für ein Icon, das dem Logo hinzugefügt wird. Und natürlich wird auch unsere Herbstvorschau unser neues „Wappentier“ ganz groß herausbringen:Cover_Aal