Podcast-Folge 77: Apropos … Tod!

Im hektischen und meist vollgepackten Alltag vergessen wir oft, dass unser Dasein endlich ist. In der neuesten Folge von Apropos Psychologie! zeigt der Dipl.-Pädagoge, Trainer und Coach Rüdiger Standhardt auf, warum es so wichtig ist, das (Tabu-)Thema Tod nicht auszublenden und sich stattdessen frühzeitig und achtsam damit auseinanderzusetzen. Dabei geht es auch um die essentielle Frage: Erfüllt mich mein Leben so, wie ich es gerade lebe?

Warum es so wichtig ist, über Tod und Sterben zu sprechen

Rüdiger Standhardt

„Mutig, lebendig und humorvoll leben und zugleich stets ‚abflugbereit‘sein!“ – Mit diesem Motto beginnt Rüdiger Standhardt sein Buch „Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen“.

„Während viele Menschen eine Hochzeit bereits ein Jahr im Voraus planen, sind Überlegungen zum eigenen Sterben sowie eine Planung der eigenen Abschlussfeier meistens nicht üblich. Obwohl es nur zwei Gewissheiten im Leben gibt – wir werden alle sterben, und wir wissen nicht wann – vermeiden viele Menschen zeitlebens das immer noch tabuisierte Thema Sterben und Tod und empfinden eine Scheu, sich mit der eigenen Endlichkeit zu beschäftigen“, schreibt der Diplom-Pädagoge und zertifizierte MBSR-Trainer weiter. Und so sei es nicht verwunderlich, dass nur wenige Menschen in umfassender Weise geklärt haben, was nach ihrem Tod geschehen soll.

„Nur 30 Prozent der Deutschen haben eine Verfügung für den Todesfall getroffen, und noch weniger Menschen haben ihre letzten Wünsche verschriftlicht. Diejenigen jedoch, die sich mit Mut und Entschlossenheit dieser Aufgabe zugewandt haben, berichten davon, dass sie intensiver, freudiger und entspannter leben, weil die letzten Dinge geregelt sind. Albert Schweitzer hat das so formuliert: Wenn wir in Gedanken mit dem Tode vertraut sind, nehmen wir jede Woche, jeden Tag als ein Geschenk an, und erst wenn man sich das Leben so stückweise schenken lässt, wird es kostbar.“

„You only live once“

Er hat festgestellt: Viele Menschen funktionieren nur und haben Angst vor dem Leben. Also leben sie lieber ein „ganz normales“ Leben: Sicherheitsorientiert, mittelmäßig, mit wenig Glanz in den Augen, gefangen in der Trance der Unbewusstheit. Sie leben „den Schrecken des halb gelebten Lebens!“, bringt er es auf den Punkt.

Seine Empfehlung: Geh auf einen Friedhof und frage Dich: „Lebe ich gerade jetzt so, dass ich Ende der Woche sterben könnte?“

 


Rüdiger Standhardt, geboren 1962 in Bonn, ist Dipl.-Pädagoge und hat evangelischen Theologie studiert. Seit 1988 ist er selbstständig tätig in der Erwachsenbildung. Von 1990 bis 2016 Institutsleiter des Gießener Forum – Ausbildungsinstitut für achtsamkeitsbasierte Verfahren. Seit 2017 Institutsleiter des Forum Achtsamkeit – Institut für Ausbildung, Training und Coaching. Er ist Ausbilder für achtsamkeitsbasierte Verfahren (MBSR, TAA), Trainer für Persönlichkeitsentwicklung, Business Coach, und Initiator der jährlichen Fachtagung Achtsamkeit am Arbeitsplatz.

Das Buch des Autors: „Die Kunst, den Tod ins Leben einzuladen“ (Klett-Cotta 2023)

Web-Tipps: Bohana-Netzwerk, Forum Achtsamkeit

 

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